Unvermeidlich eins auf die Birne...

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red nosed renntier
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Fr 3. Nov 2006, 22:18

Frank hat geschrieben:Was hälst du denn von den Materialprüfungen für Helme?
Sie bilden keine reellen Szenarien ab. Es sind pure Erleichterung für die Produzenten: Bevor wir uns jetzt alle streiten, warum wir sicherer sind, und uns aufreiben in sinnlosen Verbesserungen, einigen wir uns auf eine so geringe Norm, dass wir sie alle schön erfüllen können, auch mit Mini-Styropor-Käppies, und später kann uns keiner mit Schadensersatzansprüchen kommen, wir wussten es ja nicht besser.

Gruß, Ingmar

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Frank
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von Frank » Fr 3. Nov 2006, 22:25

red nosed renntier hat geschrieben:
Frank hat geschrieben:Was hälst du denn von den Materialprüfungen für Helme?
Sie bilden keine reellen Szenarien ab. Es sind pure Erleichterung für die Produzenten:
wie sollen sie auch reelle Situationen nachempfinden? Das wird immer künstlich sein. Mich überzeugt es trotz allem, wenn ein Helm heil bleibt, wenn da ein Gewicht drauf fällt.

ich habe jetzt aber auch keine andere Antwort erwartet.
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red nosed renntier
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Fr 3. Nov 2006, 22:28

Frank hat geschrieben: Wenn ich aber mit 60 km/h den Berg runterrolle, bewegt sich mein Kopf auch mit 60 km/h egal wie hoch er ist, wenn ich dann gegen ein Auto pralle, das den Berg hochfährt. Denke ich. aber du wirst mir doch glatt das Gegenteil beweisen.
Wenn du irgendwo dagegenprallst, ist die Geschwindigkeit natürlich mit ausschlaggebend. Nun musst du aber wirklich überlegen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass du mit der Schädeldecke vorraus auftriffst, und nicht z.B. mit dem Gesicht (irkntwer hat behauptet man ziehe den Kopf ein, heute bin ich fast mit dem Gesicht in ner Heckscheibe gelandet (zu geringer Abstand), das wäre _ganz_ sicher das Gesicht und nicht die Schädeldecke gewesen)). Prallst du mit dem GEsicht auf, hilft der Helm rein gar nichts, und schadet vllt. (in den Nacken geschoben, Gurte würgen).
Unter optimalen Bedingungen, senkrecht mit Schädeldecke an Mauer, Arme angelegt, schluckt der Helm vllt. wirklich etwas Energie, jedoch macht, das bei solchen Szenarien keinen Unterschied in den Verletzungen mehr. Dem Kopf ist es irgnedwann egal ob er 3,9 oder 4kJ Energie absorbieren darf. Am besten einfach nicht gegen Dinge fliegen.

Gruß, Ingmar

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Fr 3. Nov 2006, 22:37

Frank hat geschrieben:wie sollen sie auch reelle Situationen nachempfinden? Das wird immer künstlich sein. Mich überzeugt es trotz allem, wenn ein Helm heil bleibt, wenn da ein Gewicht drauf fällt.
Warum überzeugt dich sowas?! Wenn er ganz bleibt, hat er doch keine Energie aufgenommen. Wahrscheinlich war innen und außen am Styropor eine ebene Fläche als die Last drauffiel, und dann sprang das Gewicht einfach wieder nach oben.
Warum das vorher dennoch so einschätzte: weil Materialprüfungen bei Unternehmen immer nur den Grund von Haftbarkeiten hat.
Aber sorry, mit den Verfahren und ihren Schwächen, hab ich mich aber noch nicht beschäftigt, und mache ich vllt. morgen.
Gruß, Ingmar

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mikel
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von mikel » Fr 3. Nov 2006, 22:38

Meine letzte Meinung dazu: Wahrscheinlich willst du später mal Neurochirurg werden und versuchst dir jetzt schon einen Patienentenstamm mit recht abenteuerlichen Räuberpistolen zu sichern. Und eines geb ich noch zu bedenken: Geschwindigkeiten addieren sich nicht nur linear. Deshalb schlag ich bei 50 km/h deutlich härter auf als aus dem Stand. Beweis: lass ein Ei von Höhe einer Tischkante aus fallen. Es geht kaputt. Dann lass es über den Tisch über die Kante rollen. Es geht auch kaputt,aber etwas heftiger,da es die Rollgeschwindigkeit mit in die Fallgeschwindigkeit nimmt. Das sollte man sogar als Gedankenexperiment kapieren.
Beim Radsturz wird sicher etwas von der Rollgeschwindigkeit durch bremsen oder Aufprall vermindert,aber nicht vollständig. Und die Restgeschwindigkeit nimmst du mit.

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mikel
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von mikel » Fr 3. Nov 2006, 22:45

red nosed renntier hat geschrieben:Warum überzeugt dich sowas?! Wenn er ganz bleibt, hat er doch keine Energie aufgenommen. Wahrscheinlich war innen und außen am Styropor eine ebene Fläche als die Last drauffiel, und dann sprang das Gewicht einfach wieder nach oben.
Warum das vorher dennoch so einschätzte: weil Materialprüfungen bei Unternehmen immer nur den Grund von Haftbarkeiten hat.
Aber sorry, mit den Verfahren und ihren Schwächen, hab ich mich aber noch nicht beschäftigt, und mache ich vllt. morgen.
Gruß, Ingmar
Also muss ich doch noch mal was schreiben:Wenn ein Gewicht auf etwas drauf fällt,muss dieses etwas Energie aufnehmen. Das sagt der Energieerhaltungssatz aus,wie wir gelernt haben. Zumal du auch noch sagst,das Gewicht springt wieder nach oben. Ja klar,das der Helm die kinetische Energie zurückgibt, hier in dem Fall durch elastische verformung. Oder willst du etwa sagen,das Gewicht hüpft aufgrund eines gebildeten Luftkissens wieder hoch? Mensch,denk doch mal nach und mach dich und deine Lehrer nicht lächerlich.

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Fr 3. Nov 2006, 22:47

mikel hat geschrieben:
Es geht nur deswegen stärker kaputt, weil beim Ei der Abbau der horizontalen (Ei rollt) und der vertikalen (Ei fällt) Bewegungsenergie in einem Punkt(platsch) konzentriert ist. Ein Radler schlägt aber nicht auf und bleibt an dem Punkt liegen, dann würde das stimmen, dann müsste die komplette Energie an diesem Punkt vernichtet werden (was aber auch heißen könnte: er rutscht auf Dorn), er rutscht aber, und baut so diesen horizontalen Anteil ab, Ach so, natürlich bleibt auch dennoch im Aufschlag die Krafttrennung bestehen, es sieht vielleicht böser aus, weil die Bewegungsenergie der Geschwindigkeit auf einem Punkt statt auf 10m Rutschstrecke abgebaut wird, aber der Kopf hat immer noch die gleiche Fallenergie.

Die meisten Unfälle haben aber doch nichts im geringsten mit Einschlag zu tun, man fällt und baut seine Fallenergie ab (die gleiche wie aus dem Stand), und rutscht dann noch etwas und baut die Bewegungsenergie ab.

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von mikel » Fr 3. Nov 2006, 22:52

red nosed renntier hat geschrieben:
mikel hat geschrieben:
Es geht nur deswegen stärker kaputt, weil beim Ei der Abbau der horizontalen (Ei rollt) und der vertikalen (Ei fällt) Bewegungsenergie in einem Punkt(platsch) konzentriert ist. Ein Radler schlägt aber nicht auf und bleibt an dem Punkt liegen, dann würde das stimmen, dann müsste die komplette Energie an diesem Punkt vernichtet werden (was aber auch heißen könnte: er rutscht auf Dorn), er rutscht aber, und baut so diesen horizontalen Anteil ab, Ach so, natürlich bleibt auch dennoch im Aufschlag die Krafttrennung bestehen, es sieht vielleicht böser aus, weil die Bewegungsenergie der Geschwindigkeit auf einem Punkt statt auf 10m Rutschstrecke abgebaut wird, aber der Kopf hat immer noch die gleiche Fallenergie.

Die meisten Unfälle haben aber doch nichts im geringsten mit Einschlag zu tun, man fällt und baut seine Fallenergie ab (die gleiche wie aus dem Stand), und rutscht dann noch etwas und baut die Bewegungsenergie ab.

Gruß, Ingmar
Gut,nun müssen wir also theoretisch werden: du behauptest, der Körper (oder Kopf)schlägt bei 50 km/h Geschwindigkeit vertikal mit der gleichen Kraft auf wie aus dem Stand?

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Fr 3. Nov 2006, 22:54

mikel hat geschrieben:Ja klar,das der Helm die kinetische Energie zurückgibt, hier in dem Fall durch elastische verformung.
Genau, er gibt sie zurück, er wandelt sie nicht in seine eigene Verformung um, es wird also keine Energie abgebaut.
Wäre dein Kopf die Kugel, würde er aufprallen und abprallen und dadurch nur noch stärker bremsbeschleunigt. Da kann man dann vermutlich sogar froh sein, wenn er unter reellen Einflüssen stattdessen bricht, statt zu federn.

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Fr 3. Nov 2006, 22:57

mikel hat geschrieben:Gut,nun müssen wir also theoretisch werden: du behauptest, der Körper (oder Kopf)schlägt bei 50 km/h Geschwindigkeit vertikal mit der gleichen Kraft auf wie aus dem Stand?
Ja, ganz genau. Behaupte ich nicht nur, das Prinzip der Kräfteüberlagerung ist ein grundlegendes der Physik.

Gruß, Ingmar

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