Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

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Chelm
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Re: AW: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Chelm » Mo 17. Dez 2012, 22:20

mreded hat geschrieben:
Chelm hat geschrieben:Sehe ich auch so wie Peso.
Das wäre so, als wenn man beim Autofahren das Fenster aufmacht und anhand des Windzuges die Geschwindigkeit berechnet/schätzt.
Ist jetzt offtopic und Klugscheißerrei aber Flugzeuge machen das so.

http://de.wikipedia.org/wiki/Staurohr
Weiß ich, deshalb habe ich das auch geschrieben.
Aber es funktioniert eben im Normalfall nur bei frontaler Anströmung, aber wir driften ab ;)
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Erdnah
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Erdnah » Di 18. Dez 2012, 00:43

peso hat geschrieben:So einen Circa-Leistungsmesser habe ich auch. Und der liegt an guten Tagen deutlich weniger daneben als 30 W. :pfeif:
Das Ding ist konzeptioneller Blödsinn, der nur "einigermaßen" funktionieren kann, weil die Zielgruppe im Marktsegment über eine "einigermaßen" enge Leistungsbandbreite verfügt.
Für die Steuerung / Kontrolle des Trainings ist das Gerät schlicht ungeeignet, will man lediglich einen Leistungswert am Ende der Einheit stehen haben, genügen auch Schätzungen aus der Erfahrungshüfte bzw. diverse Umrechnungsformeln aus der Herzfrequenzaufzeichnung.
Das trifft es aus meiner Sicht sehr gut! Es mag sein, dass es bei jungen, weniger gut trainierten Fahrern besser hinhaut.
Tatsächlich fand ich die Werte, die DCRainmaker veröffentlicht hat, ermutigend und habe daher beschlossen es einmal zu testen, trotz oder wegen meiner massiven Skepsis ob des Konzeptes basierend alleinig auf Pulswerten.
Interessant ist, dass Powercal im Durchschnitt immer zu niedrig liegt. Das deutet darauf hin, dass eben der Hobbyradsportler die Zielgruppe ist, s.o.. Ich komme trotz meines Alters auf einen max Puls von 189 bpm. Andere Mittvierziger liegen da wohl eher drunter. Von daher bin ich wahrscheinlich noch ein recht passender Tester, nur leider liegen meine bei Puls X erzielten Wattwerte außerhalb der Normalo-Range (quod erat demonstrandum, so kann man sich natürlich auch motivieren, passender wäre also quo errat demonstrator).
Zudem kannauch ich mich prima in eine Sitaution bringen, in der mein Puls praktisch bei ca. 160 bpm festgenagelt ist, zB letzten Samstag: ich war schon recht angeknockt von der Woche und Vorbelastung, dh drei Tage Rolle plus ein Tag mit ungewohntem 1h Intervall-Schwimmtraining. Mmax Puls war daher am Samstag nicht mehr erreichbar. Dann bin ich in die Trainingseinheit recht deftig reingegangen und habe mich früh nochmals angeknockt, in der anschließenden Erholung kam der Puls gar nicht mehr richtig runter und der nächste Berg wartete, die anschließende Flachpassage war ebenfalls nicht wirklich locker.... Im Endeffekt "klebte der Puls" bei um die 160 bpm, mit gravierend unterschiedlichen Leistungsabgaben, die Powercal gar nicht sehen kann.
Ich spare mir höchst wahrscheinlich auch den Versuch der sog. "Kalibrierung" da DCRainmaker schreibt:
"
8) Calibration – You can still do it.
The PowerCal calibration option was effectively removed as a requirement this past summer upon release of PowerCal. Initial pre-release information and units required/preferred a calibration test occur not only prior to use, but also every “4-8 weeks, as fitness levels change”.
However, upon release this summer, CycleOps removed the calibration requirement, noting the following (in an e-mail to the Wattage group):
“PowerCal can be calibrated but based on the study conducted at CU-Boulder there wasn’t any indication it addressed any of the expected short falls relative to accuracy so it’s not really worth the effort. Keep in mind this is terms of a sweeping recommendation across a wide population of athletes, there were instances of the calibration significantly improving accuracy across all activity types for some users. We just couldn’t find a correlation between anything specific for those that the calibration worked for and those that it did not.” – Jesse B. – CycleOps.
As noted, PowerCal can still be calibrated, but in my testing I haven’t seen any substantial differences between the initial test unit that I calibrated the first time around, versus the new unit that I have that doesn’t require calibration.
"
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Erdnah » Di 18. Dez 2012, 18:58

Hi,
ich stelle mal bei Strava auch die (miese) Powercal Messung online, zumindest temporär:
http://app.strava.com/activities/32962055
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von centurio-tle » Di 18. Dez 2012, 19:31

:o Wow 2000-er Max-Leistung :D

Ist die Abweichung zum "richtigen" Powermesser jetzt konstant, wenn man mal die Spitzen außer Acht lässt?
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von peso » Di 18. Dez 2012, 19:40

Ein paar Abschnitte:

Powercal vs P2Max

159 W vs. 170 W

244 W vs. 295 W

225 W vs. 284 W

139 W vs. 133 W

Frage beantwortet? ;)

* Weiter "hinten" sind die Segmente nicht mehr ganz deckungsgleich.
Reißbrett 2016

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"Treffpunkt ist jedenfalls 05:30 an der Uniklinik." (Good old Times)

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von MysterioP » Di 18. Dez 2012, 19:42

Peter Sagan ist nix gegen dich ;)

Danke für den Upload! :)

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von centurio-tle » Di 18. Dez 2012, 19:47

Danke, also bergauf zuwenig und bergab zuviel ... nun, das ist wie mit dem Hasen:

... ich schieße rechts und links vorbei, aber statistisch isser erledigt :lol:
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von cl » Fr 21. Dez 2012, 22:42

mal zurück zu Tabata und der dadurch erzielbaren Steigerung von VO2max:

Die kurze Intervalldauer von je 20s, das 'all out' (oder nahe dran am 'all out') und die Unmöglichkeit des Sprechens während der Tabata-Intervalle würden lt. Allen/Coggan dem Bereich L7 entsprechen. VO2max trainiert man lt. Allen/Coggan aber v.a. im Bereich L5 mit typischen Intervalllängen von 3-8 min. Wie passt das zusammen?

:nixweiss:

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Charlie » Sa 22. Dez 2012, 10:15

ohne es genau zu wissen. es ist ja immer ein Mix von allem. mit L5 zwingst du die Muskeln ja für eine bestimmte Zeit in die hypoxie. L7 zwingt Dich auch in diesen Bereich, nur ist die Laktatproduktion so groß, dass Du sie nicht s lange halten kannst. Ich denke ja VO2-max-training wäre noch effektiver bei 130%, nur wer schafft das?

Wenn ich auf der Rolle Tabata mit 160% fahre und beim "Rollen" 100W annehme hab ich im Mittel ~130%
(Anmerkung, nach 20sek lass ich rollen und trete dann 2-3sek vor den nächsten wieder los, um schon etwas "Geschwindigkeit" zu haben, da mir die Rolle sonst die Beine bricht :D )

jedenfalls sind die 130% für fast 4min ja VO2-Max, oder? da bist du dann auch nett in der Säure und so. Aber mi67 sagte es glaub ich, zusätzlich sind sie toll, einzeln wohl eher nicht so. wenn Mann oder auch Frau sie mit 210% schaffen würde, dann vielleicht. ich schaffe das nicht :D

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von cl » Sa 22. Dez 2012, 11:34

Meinst Du mit Deinen %-Angaben die %FTP?

Laut Table 2 dieser schönen Seite wird VO2max v.a. bei 106-120% optimal trainiert und ist im Bereich L7 gar nicht aufgeführt. Das hat mich irritiert.

Klar sind die Übergänge zwischen den einzelnen Trainingsbereichen fliessend, und die Grenzen zwischen den Bereichen auch sicher nicht bei jedem gleich - wir sind ja keine Maschinen, die nur 0 und 1 verstehen.

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