Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Hm, Charlie,
ich glaube hier gibt es Menschen, die Dir die nicht-konstante Variante anraten würden, sofern es um rennspezifische Aspekte ginge...
Andererseits meine ich, dass Du mal sagtest, das Thema Lizenzrennen abgehakt zu haben?!
Erdnah
ich glaube hier gibt es Menschen, die Dir die nicht-konstante Variante anraten würden, sofern es um rennspezifische Aspekte ginge...
Andererseits meine ich, dass Du mal sagtest, das Thema Lizenzrennen abgehakt zu haben?!
Erdnah
Fahn ma mal schneller!


Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Da wir gerade so tief in der Materie sind. Wann sollte man sich eigentlich um die anaerobe Kapazität kümmern? Derzeit sind es ja hauptsächlich 5x5, Tabata, 2x20 usw. Also alles, was sich vor allem auf die Schwellenleistung oder die Leistung bei VO2max auswirkt.
Vor allem am Anfang der letzten Saison war aber bei mir wohl die anaerobe Kapazität der Begrenzer. Soll ich auch im Winter Intervallblöcke mit 30 s bis 2 min Intervallen einstreuen? Reicht es, irgendwann im Februar damit anzufangen? Die Einheiten sind halt so ziemlich das Härteste, was ich so kenne und im Winter nach der Arbeit im Keller sicher schwer umzusetzen. Aber sie sind auch vielleicht ein Schlüssel, im Frühjahr eben Attacken mitzugehen, in eine Gruppe reinzufahren oder den schlimmsten Augenblick auf der Kante zu überleben.
VG
Frank
Vor allem am Anfang der letzten Saison war aber bei mir wohl die anaerobe Kapazität der Begrenzer. Soll ich auch im Winter Intervallblöcke mit 30 s bis 2 min Intervallen einstreuen? Reicht es, irgendwann im Februar damit anzufangen? Die Einheiten sind halt so ziemlich das Härteste, was ich so kenne und im Winter nach der Arbeit im Keller sicher schwer umzusetzen. Aber sie sind auch vielleicht ein Schlüssel, im Frühjahr eben Attacken mitzugehen, in eine Gruppe reinzufahren oder den schlimmsten Augenblick auf der Kante zu überleben.
VG
Frank

If it's not on Strava, it didn't happen.
Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Die Jahreszeit ist "egal". Wie ich schrieb: trainiere, was Du verbessern willst!
Zunächst mußt Du wissen, welche Defizite Du hast. Wenn (!) Du Dir sicher bist, dass Deine aerobe Kapazität, Deine Schwelle und VO2max top sind, und Deine anaerobe Fähigkeiten vergleichsweise schlechter, dann konzentriere Dich auf die anaerobe Schwäche.
Egal steht in Klammern, da die Jahreszeit natürlich eine Rolle spielt. IdR bist Du im Winter schwächer, langsamer, brauchst länger für die Regeneration. Das Risiko zu überreizen, krank zu werden und dann Dein Level zu zerstören, ist definitiv größer. Bedenke alleine die Anzahl Kranker in Deiner Umgebung, die trockene Luft, Vit D Produktion ....
Ist also riskant bzw typ-bedingt. Es kann nicht jeder Biathlet oder Eisschnellläufer sein! Ebenso kann ein Top-Winterspezialist uU keine Hochsommeretappe gewinnen. Willst Du denn im Frühjahr brilieren? Wurdest Du im Jahresverlauf (anaerob) besser? Wenn ja: reichte Dir Dein Leistungspeak im Sommer/Herbst nicht? 6 MOnate wirst Du nie in allen Bereichen top sein können!
Erdnah
Zunächst mußt Du wissen, welche Defizite Du hast. Wenn (!) Du Dir sicher bist, dass Deine aerobe Kapazität, Deine Schwelle und VO2max top sind, und Deine anaerobe Fähigkeiten vergleichsweise schlechter, dann konzentriere Dich auf die anaerobe Schwäche.
Egal steht in Klammern, da die Jahreszeit natürlich eine Rolle spielt. IdR bist Du im Winter schwächer, langsamer, brauchst länger für die Regeneration. Das Risiko zu überreizen, krank zu werden und dann Dein Level zu zerstören, ist definitiv größer. Bedenke alleine die Anzahl Kranker in Deiner Umgebung, die trockene Luft, Vit D Produktion ....
Ist also riskant bzw typ-bedingt. Es kann nicht jeder Biathlet oder Eisschnellläufer sein! Ebenso kann ein Top-Winterspezialist uU keine Hochsommeretappe gewinnen. Willst Du denn im Frühjahr brilieren? Wurdest Du im Jahresverlauf (anaerob) besser? Wenn ja: reichte Dir Dein Leistungspeak im Sommer/Herbst nicht? 6 MOnate wirst Du nie in allen Bereichen top sein können!
Erdnah
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- mi67
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Bei diesem Thema habe leider keine praktische Erfahrungen.
Ein Paar (theoretische) Gedanken:
Man kann im Winter quasi alles betreiben, nur sollte man (wie Erdnah sagt) vermeiden, zu früh zu peaken. Also muss Intensität durch Abstriche in den Umfängen "erkauft werden". Was bei der Abwägung "Umfang versus Intensität" für einen so trainingsfleissigen Fahrer wie vantage84 besser ist? Wer im Winter Crossrennen fährt, dem wird es jedenfalls an anaeroben Komponenten nicht mangeln. Es ist also nicht die Frage, ob und dass es geht. Man muss nur überlegen, wie man es anlegt, wenn man nicht mit dem Crosser herumbolzt.
Zum Training: in 5x5 min hast Du auch schon sehr viel anaerobe Kapazität mit drin! Rechne einfach mal den anaeroben Zustupf aus, den Du über ein 5-min-Intervall leistest. Bei 300W aerober Leistung und 360 W Intervall-Leistung wären das ca. 60 anaerob erbrachte Watt über 300 s, also 18 kJ. Das ganze 5 Mal, da kommen 90 kJ zusammen. Wenn ich (im Sommer) eine ausgesprochene anaerobe Einheit fahre, dann komme ich in der Summe aller gedehnten Sprints und Kurzintervalle des Tages auch "nur" auf 120-140 kJ anaerob erbrachter Arbeit. In 5x5 min sind also zumindest von der metabolischen Seite schon 70% einer anaeroben Spezialeinheit mit drin. Auch bei Tabata bist Du stets in anaerob-aerober Wechselbelastung. Das einzige was fehlt, sind richtige Antritte, also Kraft/Koordination und Drehzahlvariabilität. Die sind auf der Rolle nicht wirklich gut zu fahren. Draussen geht es teils nicht, teils ist es so kalt, dass man nicht unbedingt die Lunge auf Anschlag hochziehen will. Einige Fahrer machen daher im Winter Kurzantritte von 7-10 s Dauer, um die Kraftkomponente anzusprechen, ohne dass es den Kreislauf und damit die Atmung hochtreibt. Das geht bei warmer Klamotte auch in klirrender Kälte. Sobald die Temperaturen im Plusbereich liegen, könnte man draussen auch komplette Sprints fahren.
Was hieltet ihr von dem Vorschlag, über den Winter das anaerobe Training vorwiegend als Nebeneffekt von VO2max-Intervallen (und Tabata) zu belassen und nur bei passender Gelegenheit draussen mal Antritte einzuflechten? Wenn es von Kraft/Koordination (Kurzantritte) und Stoffwechsel her schon angebahnt ist, dann sollte ab Mitte Februar eine Verbindung beider Komponenten als volle Sprints oder Kurzintervalle dorch rel. schnell möglich sein?
Ein Paar (theoretische) Gedanken:
Man kann im Winter quasi alles betreiben, nur sollte man (wie Erdnah sagt) vermeiden, zu früh zu peaken. Also muss Intensität durch Abstriche in den Umfängen "erkauft werden". Was bei der Abwägung "Umfang versus Intensität" für einen so trainingsfleissigen Fahrer wie vantage84 besser ist? Wer im Winter Crossrennen fährt, dem wird es jedenfalls an anaeroben Komponenten nicht mangeln. Es ist also nicht die Frage, ob und dass es geht. Man muss nur überlegen, wie man es anlegt, wenn man nicht mit dem Crosser herumbolzt.
Zum Training: in 5x5 min hast Du auch schon sehr viel anaerobe Kapazität mit drin! Rechne einfach mal den anaeroben Zustupf aus, den Du über ein 5-min-Intervall leistest. Bei 300W aerober Leistung und 360 W Intervall-Leistung wären das ca. 60 anaerob erbrachte Watt über 300 s, also 18 kJ. Das ganze 5 Mal, da kommen 90 kJ zusammen. Wenn ich (im Sommer) eine ausgesprochene anaerobe Einheit fahre, dann komme ich in der Summe aller gedehnten Sprints und Kurzintervalle des Tages auch "nur" auf 120-140 kJ anaerob erbrachter Arbeit. In 5x5 min sind also zumindest von der metabolischen Seite schon 70% einer anaeroben Spezialeinheit mit drin. Auch bei Tabata bist Du stets in anaerob-aerober Wechselbelastung. Das einzige was fehlt, sind richtige Antritte, also Kraft/Koordination und Drehzahlvariabilität. Die sind auf der Rolle nicht wirklich gut zu fahren. Draussen geht es teils nicht, teils ist es so kalt, dass man nicht unbedingt die Lunge auf Anschlag hochziehen will. Einige Fahrer machen daher im Winter Kurzantritte von 7-10 s Dauer, um die Kraftkomponente anzusprechen, ohne dass es den Kreislauf und damit die Atmung hochtreibt. Das geht bei warmer Klamotte auch in klirrender Kälte. Sobald die Temperaturen im Plusbereich liegen, könnte man draussen auch komplette Sprints fahren.
Was hieltet ihr von dem Vorschlag, über den Winter das anaerobe Training vorwiegend als Nebeneffekt von VO2max-Intervallen (und Tabata) zu belassen und nur bei passender Gelegenheit draussen mal Antritte einzuflechten? Wenn es von Kraft/Koordination (Kurzantritte) und Stoffwechsel her schon angebahnt ist, dann sollte ab Mitte Februar eine Verbindung beider Komponenten als volle Sprints oder Kurzintervalle dorch rel. schnell möglich sein?
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Also wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, dass verkommt hier eh alles zu reiner Trainingstheorie. Im Moment lern man da wohl hauptsächlich Radbeherrschung.
Da halte ich es wie Peso: Hauptsache man bewegt sich überhaupt. Was nützt es mir, wenn ich mich dogmatisch an einen ausgefeilten Trainingsplan halte und dabei die Lust an dem Hobby verliere?
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Äh, ja. Ich dachte, das sei die gemeinsame Position, der man sich gegenseitig nicht mehr versichern muß.mi67 hat geschrieben: Ich denke, dass genau umgekehrt ein Schuh daraus wird: die zellbiologischen und biochemischen Erkenntnisse erzeugen eben keine Scheuklappen, sondern sie begründen, dass und wieso es tatsächlich nicht so sehr auf die extreme Sauberkeit in der Trainingsausführung ankommt.
Allerdings war bis vor kurzem u.a. in der "Wattage Group" die Tendenz zu beobachten, bei der unnötig kompliziert, mitunter beinahe kleinkariert und mit der von dir beschriebenen buchstaben- bzw. zahlengetreuen Studien"auslegung" nicht etwa Grundsätzliches diskutiert, sondern eben die konkrete Trainingsgestaltung auf ein vermeintlich spezifisches Optimum hin millimetert wurde. Das trieb, verbunden mit dem Hang einiger, nicht "with power", sondern "by power" zu trainieren (also mit sklavischer Treue am PM zu hängen), mitunter recht amüsante Blüten.
Bei dir mag das Mißverständnispotential in der Sache sehr gering sein, aber gerade du warst auch nicht angesprochen (und vermutlich ist sie durch meine Parallelerfahrung bei WG hier ohnehin einigermaßen akademisch).
Reißbrett 2016
"Ich bin in diesem Jahr auf noch keiner Ausfahrt schneller als 24 km/h im Schnitt gewesen." (Anonymer Radfahrer, 2005)
"Treffpunkt ist jedenfalls 05:30 an der Uniklinik." (Good old Times)
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Das ist (siehe oben) ein bißchen (entscheidend) zu verkürzt.Barus hat geschrieben: Da halte ich es wie Peso: Hauptsache man bewegt sich überhaupt. Was nützt es mir, wenn ich mich dogmatisch an einen ausgefeilten Trainingsplan halte und dabei die Lust an dem Hobby verliere?
Reißbrett 2016
"Ich bin in diesem Jahr auf noch keiner Ausfahrt schneller als 24 km/h im Schnitt gewesen." (Anonymer Radfahrer, 2005)
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"Treffpunkt ist jedenfalls 05:30 an der Uniklinik." (Good old Times)
Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Wenn man wirklich will, gibt es immer Wege zum Training.Barus hat geschrieben:Also wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, dass verkommt hier eh alles zu reiner Trainingstheorie. Im Moment lern man da wohl hauptsächlich Radbeherrschung.
Spaß muss es immer machen. Wie bei jedem anderen Hobby kann man sich aber auch hier (positiv) reinsteigern. Man darf das ganze natürlich nicht kippen lassen.Barus hat geschrieben:Da halte ich es wie Peso: Hauptsache man bewegt sich überhaupt. Was nützt es mir, wenn ich mich dogmatisch an einen ausgefeilten Trainingsplan halte und dabei die Lust an dem Hobby verliere?
@Michael:
Der Vorschlag klingt ganz vernünftig.
Gruß
Frank

If it's not on Strava, it didn't happen.
Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Nachdem mir gestern von ominösen Übungen mit 210% der Stundenleistung für 20s und 10s Pause (Tabata) berichtet wurde, habe ich mal Google bemüht und gelesen, dass man das mit allen möglichen Sche*** machen könnte.
Also habe ich mal Liegestütze probiert ... unmöglich, nach dem 3. Intervalle ist die Muskulator am Ende ...
Kniebeuge, da bin ich fit, die schaffe ich, also gedankt -> getan ... und ist mir jetzt schlecht
Dann heute noch auf dem Rad ...
Also habe ich mal Liegestütze probiert ... unmöglich, nach dem 3. Intervalle ist die Muskulator am Ende ...
Kniebeuge, da bin ich fit, die schaffe ich, also gedankt -> getan ... und ist mir jetzt schlecht
Dann heute noch auf dem Rad ...

Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?
Es steht im internet, also ist es auch wahr!