Um 12 Uhr waren dann alle auf dem Parkplatz versammelt und die Nummern wurden abgeholt. Bevor es auf die Besichtigungsrunde gehen konnte, begann es auch gleich heftig zu prasseln. In die Autos verkrochen warteten wir das schlimmste Nass ab und rätselten, ob das Rennen so gestartet werden könne. Vor dem gleichen Rätsel standen wohl auch Veranstalter und Polizei, so dass man beschloss, den Start um eine halbe Stunde zu verlegen, da die dicksten Schauer bis dahin durchgezogen sein könnten. Wir beschlossen, 10 min vor dem nun auf 13:30 Uhr verlegten Start eine Besichtigungsrunde zu drehen. Um halbwegs immun gegen Böen und Defekte zu sein, beschloss ich, es bei meinen 50 mm Laufräder mit Conti Clinchern zu belassen. Tino wechselte gar noch den Hinterreifen an seiner Scheibe von Veloflex auf Conti, um auch genügend Nasshaftung zu haben.
Auf die Proberunde ging es dann für mich mit voller Regenmontur und in den Ersatzschuhen. Das Spreewald-Erlebnis einer Proberunde, von der ich pitschnass und schlotternd zurückkam, wollte ich keinesfalls wiederholen. Daher kam wieder mal die Regenjacke unter den Zeitfahranzug. Einige grobe Vereinbarungen zur Gruppen-Fahrt wurden getroffen und die Runde mit kurzen Vorbelastungen umzirkelt. Zurück am Auto blieben gerade noch 8 min, um in die endgültige Klamotte zu schlüpfen, dann ging es auch schon los. Ein sanftes Anfahren war vereinbart ... immerhin hatten wir eine gute Stunde Zeit, um uns später die Beine weich zu fahren. Die Kurven wurden bedächtig ... oder gar sehr bedächtig angegangen - da haben wir viel Zeit liegengelassen. Auf den Geraden ging es dafür um so flotter dahin und die 50er-Marke wurde im Mitwind spielend geknackt und viele andere Teams wurden eingesammelt, darunter auch das später viertplatzierte Team mit der Startnummer 5. Micha Arnswald hatte in den winkligen Passagen so seine Mühe, da der Mumm fehlte, die nassen Kurven etwas flotter zu durchrollen. So musste der Vierer mehr als nur ein Mal wieder neu aufgebaut werden, wobei er sicher viele Körner liess. So kam mir die erste Runde eher langsam vor - das war sie aber gar nicht, da wir die leichten Anstiege noch recht flott nahmen. Bei der ersten Zieldurchfahrt, aber auch auf der Strecke kam es mehr als nur ein Mal zu Schreckmomenten, da das Rennen im laufenden Verkehr verlief und einige Vierräder nicht das Tempo eines MZF einschätzen konnten bzw. andere Fehlreaktionen lieferten. So meinte ein Autofahrer als wir die Zielpassage durchfahren wollten, dass er mit Warnblinker auf der Ziellinie zum Stillstand kommen müsse, während wir von hinten mit 47 Sachen anrauschten. Tino versuchte, den Wagen mit Schallwellen von der Strecke zu befördern ...
Die Kräfte unseres Ideenstifters Micha schwanden ab Mitte der 2. Runde sichtlich, die Kurvendurchfahrten und Anstiege raubten ihm das letzte Korn. So musste er gegen Ende der 2. Runde nach 30 km Fahrdistanz reissen lassen. Bis dahin hatte er aber auf den Geraden sehr gut gearbeitet und seinen Teil zum Erfolg geleistet! Die letzten 20 km wurden dann im Trio bewältigt. Jeder klemmte sich nun etwas länger in seine Führungsschläge hinein und die gefühlte Intensität stieg aufgrund der aufkeimenden Erschöpfung an, obwohl die Rundenzeiten wie mit der Uhr gestellt nahezu konstant blieben. Gefühlt oder wahrhaft frischte aber auch der Wind auf, so dass zumindest ich auf den letzten 5 km das Ende schon sehr herbeisehnte. Zum Schluss nochmal alles hieinwerfend, wieder eine riskante Situation mit einem Auto, welches mitsamt Hänger die letzte Kreuzung blockierte, dann ging es durch die "grüne Hölle" in die Zielgerade und mit einer mittleren 1:07er-Zeit über die Zeitmessung.
Erst als man zum Stehen kam, wurde richtig sichtbar, wie sehr wir Material und uns selbst eingesaut hatten. Der aufgewirbelte Dreck fand seinen Weg in alle Ecken. Nach dem Trockenlegen brach dann endlich auch die Sonne durch. Bockwürste, Kuchen und Kaffee verkürzten die Wartezeit, bis die Ergebnisse ausgehängt wurden. Tatsächlich konnten wir alle anderen Teams distanzieren, obwohl der Streckenrekord aufgrund der Bedingungen nicht zu knacken war. Urkunden und Pokale gab es für die Masters-Wertung und dann auch gleich noch für die Gesamtwertung. Die Bilder und ein Video erzählen es wohl besser.
Insgesamt also ein sehr erfreuliches Saisonende, bei dem man sich gerne den Sand noch Stunden später aus den Augen rieb.
