Gestern Abend (Dienstag, 26.06.) hatten Dirk und ich eine ausgiebige und ganz wichtige Taktikbesprechung
(BTW: Die eigene Befindlichkeit kann man massiv regenerativ durch Essen unterstützen!
Ich entwickle mich hier (noch mehr) zur Fressmaschine. Ein Auszug aus dem gestrigen Ernährungsplan: 5 Scheiben Graubrot und ein halbes Brötchen plus Käse/Wurst/Honig, ein kleiner Muffin, 2 Stück Kuchen, drei Gels, eine halbe Banane, ein Corny-Riegel, 2 kleine Schüsseln Nudelsalat, eine Nektarine, ein Recovery-Shake, 100g getrocknete Feigen, 70g Nüsse, 2 Kaminwurze, 2 halbe Hähnchen, 4 Stück Lasagne, 2 kleine Teller Kartoffel-Tomatensalat, ein Brötchen, 2 dicke Ecken Käse. ☺)))
Heute morgen dann schmerzten die Beine natürlich doch recht heftig.
Nach fünf Kilometern Neutralisation ging es über 20 Kilometer flach ansteigend, die Meute blieb da in einem großen Feld zusammen und es wurde ordentlich Druck gemacht. Die Beine taten dabei, was sie sollten und ich fühlte mich fit. Im Anstieg zum Grödnerjoch lief es bei mir auch noch sehr gut, bloß Dirk musste hier dem Vortag Tribut zollen und es ging nicht viel zusammen. Ich überlegte kurz , bei ihm zu bleiben, fuhr dann aber doch meinen Stiefel; falls mal ein Defekt kommt, hat man so etwas Zeit herausgefahren.
Auch der Sellapass wurde gut geentert. Dafür stand ich dann am Fedaia wie ein Eimer.
Auf der Abfahrt vom Fedaia habe ich mir noch eine Rheumabehandlung geholt: Zu spät vor eine Kehre gebremst und mit blockierendem Hinterrad ging es geradeaus und zum Schluss kopfüber in ein Brennesselfeld. Ist aber außer ein paar Quaddeln nix passiert...puh...
Auf den letzten Kilometern kam Dirk dann wieder erholt von hinten auf und wir konnten zusammen durch Ziel.
Etappenmathematik: TSB -36, TSS 243, ATL 166, CTL 120.
Heute, 28.06.
Meine Verdauung spinnt. Seien es die drei Eis gestern am Stück oder die Belastung und der ganze eklige Gelkram usw. – im Magen rumort es, Gelkonsistenzen nicht nur beim Gel und ich fühle mich leicht kotterig am heutigen Morgen. Tolle Voraussetzunge für einen entspannten Tag. Am Start 22 Grad, im Ziel später 37!
Aber auf dem Weg über die beiden ersten Anstiege des Tages verfliegt die Übelkeit und ich kann befreit auffahren. Auf der Abfahrt vom Passo Rolle hämmern wir in einer großen Gruppe mit 70 Sachen durch längere, unbeleuchtete Tunnel, man sieht überhaupt nicht, ob der Vordermann bremst o.ä. – gruselig!
Am Monte Grappa musste ich Dirk dann ziehen lassen und hole ihn auch bis ins Ziel nicht mehr ein, sieben Minuten später rolle ich über die Linie. Der Grappa zieht sich schöne 30 Kilometer und erfreut das Radlerherz immer mal wieder mit ein paar kleinen Rampen mit 14-19%, (der Garmin zeigte sogar kurz mal 23%). Und dann kommt so ene kleine Abfahrt und man verliert die Höhenmeter, die man folgend wieder gewinnen darf...
Irgendwie bin ich langsam auch ganz schön platt.
Hinsichtlich der Gesamtwertung scheinen die Messen nach vorne gesungen, eher müssen wir sehen, unseren Platz nach hinten abzusichern.
Morgen sieht alles nach einer Hitzeschlacht aus.
TSB -46, TSS 292, ATL 184, CTL 124.