Hier mal ein paar Impressionen:
Rund um Coschütz, 04.07.
- sippe
- Pain Face
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- Name:Sebastian Staeubert
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@Charlie:
und damit kann man fahren?! (... und sogar fast siegen)
Hier mal ein paar Impressionen:
Hier mal ein paar Impressionen:
"will halt auch dabeigewesen sein"-Fahrer 
- Chrissi
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Re: Rund um Coschütz, 04.07.
Gratulation an die Sieger
Gab es eigentlich ein Lizenz-Frauenrennen? War ja ausgeschrieben, aber jetzt gibt es gar kein Ergebnis... ich hab mich ja, wie so manch andere sächsische Fahrerin schon seit Samstag in Parchim rumgedrückt...
Gab es eigentlich ein Lizenz-Frauenrennen? War ja ausgeschrieben, aber jetzt gibt es gar kein Ergebnis... ich hab mich ja, wie so manch andere sächsische Fahrerin schon seit Samstag in Parchim rumgedrückt...
- mi67
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Re: Rund um Coschütz, 04.07.
So, die knusprig panierten Kalbsschnitzel und der Salatteller "gigantesque" sowie mehr als eine Ecke des leckeren Pecorino sardo stagionata sind verdrückt und eine Sektflasche rann die freudigen Kehlen hinab. Damit ist nun die - nicht weniger freudige - Berichtspflicht gefragt.
Vorgeplänkel:
Nachdem ich in der vergangenen Woche eher bei 81 kg als bei 77 kg lag und die Trainingstermine nichts allzu gutes verhiessen, war ich mit sehr gebremstem Schaum nach Coschütz angereist. Am Di. am Monarchenhügel konnte ich mit Charlie noch in den ersten 3-4 Intervallen wetteifern, beim 5. Intervall und der folgenden Heimraserei hatte ich aber schon mehr als nur meine liebe Not. Das Gewicht stieg von 78,5 am Di. auf 79,8 kg am Mi. Am Do. ging es ja zur Schattensuche nach Grimma. Wieder liefen die Intervalle anfangs noch gut bis befriedigend, dann aber der befürchtete Einbruch, bei der 2. Runde hätte ich hinter Sippe fast meinen Mageninhalt abgeworfen ... Gewicht stieg von 79,3 kg nach Trainingsende am Folgetag auf 80,9 kg. Na prächtig, die Sache geht also voll nach hinten los .... dachte ich mir. Am Fr. und Sa. dann Nichtstun. Das Gewicht blieb bis Sa. über 80 kg und erst dann warfen die hart herangenommenen Schenkel ihr Wasser ab. Heute früh dann deutlich erfreulichere Werte, so dass die übelsten Sorgen erst mal begraben wurden ...
Die Anfahrt nach Coschütz verlief bis auf Umleitung, Übelkeit von Sippe und einem finale furioso auf übelster Kopfsteinpflaster- und Naturstraße mit bis zu 23% Steigung zwischen Elsterberg und Scholas vergleichsweise ruhig.
1. Runde - es wird schneller ernst, als dem Spass so lieb ist ...
Am Start wieder mal vorne aufgestellt zieht diesmal Charlie das Tempo von Beginn an wenigstens nicht bis zum Koma hoch. Damit hatte dann auch niemand Probleme beim Klicken und die Phalanx der Fahrer im Vorderfeld war entsprechend inhomogen. Hinter Charlie folgten peso, dann ein Schlangenlinienfahrer und dann ich. Als Charlie sich hinter der Kreuzung ablösen liess, kam Peso vorn in den Tritt und zog das Tempo schon mal auf 47 Sachen. Dann der Versuch von peso, aus der Führung zu gehen, aber: der Schlangenlinienfahrer bedankte sich auf die Anfragen von peso mit Aufgabe, so dass statt seiner ich nach vorn kam und die erste Doppelkurve risikofrei von vorn ansteuern durfte. Danach war auch bald wieder Charlie dran und ich reihte mich an dritter Position gleich hinter Peso wieder ein, um die gefährliche Spitzkehre wenigstens hinter zwei sicheren Fahrern absolvieren zu können.
Charlie aber sagte sich entsprechend seiner Vorankündigung: "Spitzkehre, das heisst Einerreihe und damit Angriffsmöglichkeit!"
Also zerriss er gleich nach dem dritten Rennkilometer die Formation und Peter und ich liessen der Sache natürlich ihren Lauf ...
... ca. 200 m weiter:
Erster Fahrer versucht nachzuspringen - gut, immer noch 50:50-Chance, also stillhalten.
... weitere 200 m später:
Zweiter Fahrer beschleunigt. Also ich hinterher, damit unser Proporz vorne gut bleibt.
... ca. 300 m weiter:
Charlie liegt noch mit ca. 50 m Vorsprung allein vorn. Dahinter läuft der zweite Nachfahrer auf den ersten Nachfahrer auf. Beide fahren nahe der Strassenmitte und schauen sich an. Ich lasse mich zum linken Straßenrand fallen, bin damit aus dem Sichtwinkel des Dritten und ziehe hart an. Tatsächlich schaffe ich es, hinter mir gleich wieder ein Loch zu reissen und breche ohne direkte Verfolger zu Charlie nach vorn, überrolle ihn und kündige Weiterattacke an. Damit ging es also auf in das Rennwagnis mit Flucht in der 1. Runde ...
Volle Kanne wird nun die Abfahrt zum Tiefpunkt der Runde angeknallt. Ich stemme mich mit 65 Sachen auf 53:12 den Berg hinab, damit wir hinreichend Lücke reissen, um auch am Anstieg nicht vom Hauptfeld wieder aufgefressen zu werden. Charlie kann sich hoffentlich hinten erholen, so dass selbst wenn ich den Berg mit meinen fliegenden Lungen nicht hochkomme, zumindest er eine zusätzliche Distanz vor dem Hauptfeld bekommt. Tatsächlich fährt Charlie nun vor, ich kann aber erstaunlicherweise meine Lunge hinter ihm wieder einfangen und das Zweierteam hält den engen Verbund bis zum ersten Rundenende.
2. Runde:
Wir sortieren uns nun auf einen Pegel, der irgendwo zwischen VO2max und Schwelle liegen mag, und ballern in wechselseitiger Führung durch die ersten 2 Rundendrittel. Das Hauptfeld ist geschätzte 20 s distanziert, man sieht sich aber moralisch ungünstig bei jeder Abzweigung ... so jagen wir also im Doppelpack und mit nahezu unverändertem, relativ knappem Vorsprung vor dem Feld her. Das Ding scheint sehr wackelig, aber ich vertraue auf das Nachlassen der Kräfte auch in der Verfolgergruppe - und natürlich unsere treuen Tempoverwalter.
In der Abfahrt kommt nun eine Schrecksekunde: In der Ablöse von Charlie gelingt es mir, Teile des Windschattens des Führungsmotorrades für uns auszunutzen, Charlie hängt aber an der Flasche, statt an mir und ist damit nicht mehr im direkten Windschatten ... da ich nicht zurückblicken kann, merke ich von diesem Drama erst mal nichts, sondern sehe nur, dass Charlie am Anstiegsbeginn ca. 100 m zurück liegt. OK, denke ich mir, auch recht, da ich den Anstieg jetzt nicht auf der letzten Kimme fahren muss und danach mit hinreichend Restluft im Lungenwinkel das Tempo wieder aufnehmen könnte, womit wir wieder beide profitieren könnten. Aber der Anstieg lässt Charlie zumindest im steilen Teil kaum näher kommen und so lasse ich im flacher werdenden Terrain einige Tritte aus, damit wir unseren Verbund wieder schliessen.
3. Runde:
Nur wenig hinter Start/Ziel schliesst Charlie wieder auf, dadurch aber war auch ein Teil des erarbeiteten Vorsprungs wieder dahin. Nun waren 2 Verfolger (darunter auch der kontrollierende peso, was ich aus der Distanz allerdings nicht erkennen konnte) bedrohlich nahe gekommen. Charlie fragt, ob es Sinn mache, alleine vorn weiterzumachen. Antwort: keine Frage - unbedingt, denn wann hat man schon mal die Chance, nach 40% der Renndistanz im friendly double vorn zu liegen! Charlie musste nicht lange überzeugt werden, meine Zuversicht schien sich übertragen zu haben und wir gingen wieder auf vollen Zug! Wieder im Flachen konnten wir das Tempo also wieder vernünftig auf 47-48 Sachen hochziehen, während peso den Versuchungen seines Mitfahrers, dessen Heranfahren unterstützen zu sollen, dankenswerterweise widersteht.
Durch die knappe Konstellation alarmiert, beschliesse ich, die folgenden Anfahrten von Spitzkehre und die Talabfahrt möglichst maximal anzuhämmern, da dies genau so wertvolle Sekunden mit mehr Teamwirksamkeit ergibt, als ein Kraft-Engagement im Anstieg. Wichtig war mir, dass wir in den folgenden Ecken des Kurses unseren Vorsprung sichtbar ausbauen, damit auch das psychische Moment die Nachfahrer hart trifft.
Der positive Nebeneffekt dabei: statt Spitzenbelastung in der Rampe haben wir mittlerweile eine feine Dauerlast gefunden gehabt, die unser Zweierteamfahren bestens harmonisieren liess.
4. Runde:
Der Rechtsknick zu Beginn der 4. Runde zeigte die erhoffte Wirkung: die Distanz vergrößerte sich und die Nachfahrer waren etwas weiter zurück kurz nach dem Ortsausgang auszumachen. Also weiter in dieser Strategie, denn die Nachfahr-Motivation dürfte damit gut zermürbt werden. Diese Runde verlief damit zunächst sehr stramm, aber ohne Lastspitzen. Eine Schrecksekunde kam dennoch nach der Abfahrt, als ich beim Herunterschalten ausgerechnet zu Beginn der steilen Rampe einen Kettenabwurf schaffte. Zum Glück liess sich die Kette über Schalten aufs große Blatt wieder aufgreifen! Danach wieder der richtige Gang eingelegt und los, um die Lücke zu Charlie zuzustampfen ... die Rampe wurde ein weiteres Mal kontinuierlich-konstruktiv hochgearbeitet.
5. Runde:
Wieder der Rechtsknick mit Sicht auf die Nachfahrer: unser Vorsprung hatte sich deutlich vergrößert; die Verfolgergruppe kam erst nach einem kurzen Moment am Ortsausgang in den Blick. Meine Vermutung war damit, dass sich die ambitionierteren Fahrer der anderen Mannschaften nun in ihr Schicksal gefügt hatten und jetzt nur noch auf Platz fahren würden! Damit war die Abschlussrunde schon fast eine Freudenrunde, denn wir würden aller Voraussicht nach wieder den Sieger stellen können. Die Zuversicht fast zur Gewissheit gewandelt, würde sich nun jedes Investment unsererseits im Sinne der Gewinnabsicherung lohnen. Also wieder voll hineingeknallt, aber nicht mehr in Ängstlichkeit, sondern mit Spass an der Freude. Die Spitzkehre zeigte das Resultat: eine weitere Distanzierung war geschafft und ich hechle Charlie zu, dass wir das Ding nun wohl schaffen würden. Die Abfahrt fuhr ich wieder mit Mittreten, damit auch ein Einbruch am letzten Anstieg keinen von uns mehr gefährden könne. Kurzer Rückblick zu Beginn der Rampe: Charlie war ca. 50 m weg! Ich wusste das nicht einzuordnen - es war aber offensichtlich nur ein Schaltproblem seiner falsch montierten Ritzel ...
Da ich vom überwältigenden Magnetismus meines Pos überzeugt war und wir ohnehin beide safe erschienen, hämmerte ich also von vorn in den Anstieg wie ich konnte, ohne gleich ganz zu platzen. Der Rechtsknick mit Reduktion der Steigungsprozente näherte sich, während Charlie eher noch zurückfiel. Jetzt aber gab es nur den Weg nach vorn, also am Lungenlimit weiter bis 100 m vor dem Zielstrich, schüchterne Winkversuche, dann der Gedanke: man soll ja nun am Trikot arbeiten, um alle Falten der Aufschrift meines nicht-Sponsors glattzuzuppeln, also dergleichen getätigt, dann aber anständig gefreut mit emporgereckten Ärmchen über die Ziellinie!
Dass Charlie dann den zweiten ersten Platz (es werden in Coschütz ausschliesslich die AK´s gelistet) noch klarmachte, war natürlich ein Muss. Die Freude über den 2. RRL-Erfolg entsprechend groß und man sank sich in die Arme! Überraschung später: Sippe machte den dritten Platz in seiner AK, wurde also ebenfalls beurkundet.
Fazit:
Wieder einmal eine enorme Teamleistung, eben nicht nur für unseren Zeitfahrzweier, sondern mindestens ebenso für die Tempoverwalter der RRL in der Verfolgergruppe, die sicherlich dann das Rennen hätten machen können, falls wir vorn nicht durchgestanden hätten!
Allen weiteren Gewinnern in AK-, Zeitfahr- und Gesamtwertung des Vogtlandcups beste Wünsche und Gratulation. Wir von der RRL haben damit in 2011 Titelverteidiger-Pflichten!!!

Vorgeplänkel:
Nachdem ich in der vergangenen Woche eher bei 81 kg als bei 77 kg lag und die Trainingstermine nichts allzu gutes verhiessen, war ich mit sehr gebremstem Schaum nach Coschütz angereist. Am Di. am Monarchenhügel konnte ich mit Charlie noch in den ersten 3-4 Intervallen wetteifern, beim 5. Intervall und der folgenden Heimraserei hatte ich aber schon mehr als nur meine liebe Not. Das Gewicht stieg von 78,5 am Di. auf 79,8 kg am Mi. Am Do. ging es ja zur Schattensuche nach Grimma. Wieder liefen die Intervalle anfangs noch gut bis befriedigend, dann aber der befürchtete Einbruch, bei der 2. Runde hätte ich hinter Sippe fast meinen Mageninhalt abgeworfen ... Gewicht stieg von 79,3 kg nach Trainingsende am Folgetag auf 80,9 kg. Na prächtig, die Sache geht also voll nach hinten los .... dachte ich mir. Am Fr. und Sa. dann Nichtstun. Das Gewicht blieb bis Sa. über 80 kg und erst dann warfen die hart herangenommenen Schenkel ihr Wasser ab. Heute früh dann deutlich erfreulichere Werte, so dass die übelsten Sorgen erst mal begraben wurden ...
Die Anfahrt nach Coschütz verlief bis auf Umleitung, Übelkeit von Sippe und einem finale furioso auf übelster Kopfsteinpflaster- und Naturstraße mit bis zu 23% Steigung zwischen Elsterberg und Scholas vergleichsweise ruhig.
1. Runde - es wird schneller ernst, als dem Spass so lieb ist ...
Am Start wieder mal vorne aufgestellt zieht diesmal Charlie das Tempo von Beginn an wenigstens nicht bis zum Koma hoch. Damit hatte dann auch niemand Probleme beim Klicken und die Phalanx der Fahrer im Vorderfeld war entsprechend inhomogen. Hinter Charlie folgten peso, dann ein Schlangenlinienfahrer und dann ich. Als Charlie sich hinter der Kreuzung ablösen liess, kam Peso vorn in den Tritt und zog das Tempo schon mal auf 47 Sachen. Dann der Versuch von peso, aus der Führung zu gehen, aber: der Schlangenlinienfahrer bedankte sich auf die Anfragen von peso mit Aufgabe, so dass statt seiner ich nach vorn kam und die erste Doppelkurve risikofrei von vorn ansteuern durfte. Danach war auch bald wieder Charlie dran und ich reihte mich an dritter Position gleich hinter Peso wieder ein, um die gefährliche Spitzkehre wenigstens hinter zwei sicheren Fahrern absolvieren zu können.
Charlie aber sagte sich entsprechend seiner Vorankündigung: "Spitzkehre, das heisst Einerreihe und damit Angriffsmöglichkeit!"
Also zerriss er gleich nach dem dritten Rennkilometer die Formation und Peter und ich liessen der Sache natürlich ihren Lauf ...
... ca. 200 m weiter:
Erster Fahrer versucht nachzuspringen - gut, immer noch 50:50-Chance, also stillhalten.
... weitere 200 m später:
Zweiter Fahrer beschleunigt. Also ich hinterher, damit unser Proporz vorne gut bleibt.
... ca. 300 m weiter:
Charlie liegt noch mit ca. 50 m Vorsprung allein vorn. Dahinter läuft der zweite Nachfahrer auf den ersten Nachfahrer auf. Beide fahren nahe der Strassenmitte und schauen sich an. Ich lasse mich zum linken Straßenrand fallen, bin damit aus dem Sichtwinkel des Dritten und ziehe hart an. Tatsächlich schaffe ich es, hinter mir gleich wieder ein Loch zu reissen und breche ohne direkte Verfolger zu Charlie nach vorn, überrolle ihn und kündige Weiterattacke an. Damit ging es also auf in das Rennwagnis mit Flucht in der 1. Runde ...
Volle Kanne wird nun die Abfahrt zum Tiefpunkt der Runde angeknallt. Ich stemme mich mit 65 Sachen auf 53:12 den Berg hinab, damit wir hinreichend Lücke reissen, um auch am Anstieg nicht vom Hauptfeld wieder aufgefressen zu werden. Charlie kann sich hoffentlich hinten erholen, so dass selbst wenn ich den Berg mit meinen fliegenden Lungen nicht hochkomme, zumindest er eine zusätzliche Distanz vor dem Hauptfeld bekommt. Tatsächlich fährt Charlie nun vor, ich kann aber erstaunlicherweise meine Lunge hinter ihm wieder einfangen und das Zweierteam hält den engen Verbund bis zum ersten Rundenende.
2. Runde:
Wir sortieren uns nun auf einen Pegel, der irgendwo zwischen VO2max und Schwelle liegen mag, und ballern in wechselseitiger Führung durch die ersten 2 Rundendrittel. Das Hauptfeld ist geschätzte 20 s distanziert, man sieht sich aber moralisch ungünstig bei jeder Abzweigung ... so jagen wir also im Doppelpack und mit nahezu unverändertem, relativ knappem Vorsprung vor dem Feld her. Das Ding scheint sehr wackelig, aber ich vertraue auf das Nachlassen der Kräfte auch in der Verfolgergruppe - und natürlich unsere treuen Tempoverwalter.
In der Abfahrt kommt nun eine Schrecksekunde: In der Ablöse von Charlie gelingt es mir, Teile des Windschattens des Führungsmotorrades für uns auszunutzen, Charlie hängt aber an der Flasche, statt an mir und ist damit nicht mehr im direkten Windschatten ... da ich nicht zurückblicken kann, merke ich von diesem Drama erst mal nichts, sondern sehe nur, dass Charlie am Anstiegsbeginn ca. 100 m zurück liegt. OK, denke ich mir, auch recht, da ich den Anstieg jetzt nicht auf der letzten Kimme fahren muss und danach mit hinreichend Restluft im Lungenwinkel das Tempo wieder aufnehmen könnte, womit wir wieder beide profitieren könnten. Aber der Anstieg lässt Charlie zumindest im steilen Teil kaum näher kommen und so lasse ich im flacher werdenden Terrain einige Tritte aus, damit wir unseren Verbund wieder schliessen.
3. Runde:
Nur wenig hinter Start/Ziel schliesst Charlie wieder auf, dadurch aber war auch ein Teil des erarbeiteten Vorsprungs wieder dahin. Nun waren 2 Verfolger (darunter auch der kontrollierende peso, was ich aus der Distanz allerdings nicht erkennen konnte) bedrohlich nahe gekommen. Charlie fragt, ob es Sinn mache, alleine vorn weiterzumachen. Antwort: keine Frage - unbedingt, denn wann hat man schon mal die Chance, nach 40% der Renndistanz im friendly double vorn zu liegen! Charlie musste nicht lange überzeugt werden, meine Zuversicht schien sich übertragen zu haben und wir gingen wieder auf vollen Zug! Wieder im Flachen konnten wir das Tempo also wieder vernünftig auf 47-48 Sachen hochziehen, während peso den Versuchungen seines Mitfahrers, dessen Heranfahren unterstützen zu sollen, dankenswerterweise widersteht.
Durch die knappe Konstellation alarmiert, beschliesse ich, die folgenden Anfahrten von Spitzkehre und die Talabfahrt möglichst maximal anzuhämmern, da dies genau so wertvolle Sekunden mit mehr Teamwirksamkeit ergibt, als ein Kraft-Engagement im Anstieg. Wichtig war mir, dass wir in den folgenden Ecken des Kurses unseren Vorsprung sichtbar ausbauen, damit auch das psychische Moment die Nachfahrer hart trifft.
Der positive Nebeneffekt dabei: statt Spitzenbelastung in der Rampe haben wir mittlerweile eine feine Dauerlast gefunden gehabt, die unser Zweierteamfahren bestens harmonisieren liess.
4. Runde:
Der Rechtsknick zu Beginn der 4. Runde zeigte die erhoffte Wirkung: die Distanz vergrößerte sich und die Nachfahrer waren etwas weiter zurück kurz nach dem Ortsausgang auszumachen. Also weiter in dieser Strategie, denn die Nachfahr-Motivation dürfte damit gut zermürbt werden. Diese Runde verlief damit zunächst sehr stramm, aber ohne Lastspitzen. Eine Schrecksekunde kam dennoch nach der Abfahrt, als ich beim Herunterschalten ausgerechnet zu Beginn der steilen Rampe einen Kettenabwurf schaffte. Zum Glück liess sich die Kette über Schalten aufs große Blatt wieder aufgreifen! Danach wieder der richtige Gang eingelegt und los, um die Lücke zu Charlie zuzustampfen ... die Rampe wurde ein weiteres Mal kontinuierlich-konstruktiv hochgearbeitet.
5. Runde:
Wieder der Rechtsknick mit Sicht auf die Nachfahrer: unser Vorsprung hatte sich deutlich vergrößert; die Verfolgergruppe kam erst nach einem kurzen Moment am Ortsausgang in den Blick. Meine Vermutung war damit, dass sich die ambitionierteren Fahrer der anderen Mannschaften nun in ihr Schicksal gefügt hatten und jetzt nur noch auf Platz fahren würden! Damit war die Abschlussrunde schon fast eine Freudenrunde, denn wir würden aller Voraussicht nach wieder den Sieger stellen können. Die Zuversicht fast zur Gewissheit gewandelt, würde sich nun jedes Investment unsererseits im Sinne der Gewinnabsicherung lohnen. Also wieder voll hineingeknallt, aber nicht mehr in Ängstlichkeit, sondern mit Spass an der Freude. Die Spitzkehre zeigte das Resultat: eine weitere Distanzierung war geschafft und ich hechle Charlie zu, dass wir das Ding nun wohl schaffen würden. Die Abfahrt fuhr ich wieder mit Mittreten, damit auch ein Einbruch am letzten Anstieg keinen von uns mehr gefährden könne. Kurzer Rückblick zu Beginn der Rampe: Charlie war ca. 50 m weg! Ich wusste das nicht einzuordnen - es war aber offensichtlich nur ein Schaltproblem seiner falsch montierten Ritzel ...
Da ich vom überwältigenden Magnetismus meines Pos überzeugt war und wir ohnehin beide safe erschienen, hämmerte ich also von vorn in den Anstieg wie ich konnte, ohne gleich ganz zu platzen. Der Rechtsknick mit Reduktion der Steigungsprozente näherte sich, während Charlie eher noch zurückfiel. Jetzt aber gab es nur den Weg nach vorn, also am Lungenlimit weiter bis 100 m vor dem Zielstrich, schüchterne Winkversuche, dann der Gedanke: man soll ja nun am Trikot arbeiten, um alle Falten der Aufschrift meines nicht-Sponsors glattzuzuppeln, also dergleichen getätigt, dann aber anständig gefreut mit emporgereckten Ärmchen über die Ziellinie!
Dass Charlie dann den zweiten ersten Platz (es werden in Coschütz ausschliesslich die AK´s gelistet) noch klarmachte, war natürlich ein Muss. Die Freude über den 2. RRL-Erfolg entsprechend groß und man sank sich in die Arme! Überraschung später: Sippe machte den dritten Platz in seiner AK, wurde also ebenfalls beurkundet.
Fazit:
Wieder einmal eine enorme Teamleistung, eben nicht nur für unseren Zeitfahrzweier, sondern mindestens ebenso für die Tempoverwalter der RRL in der Verfolgergruppe, die sicherlich dann das Rennen hätten machen können, falls wir vorn nicht durchgestanden hätten!
Allen weiteren Gewinnern in AK-, Zeitfahr- und Gesamtwertung des Vogtlandcups beste Wünsche und Gratulation. Wir von der RRL haben damit in 2011 Titelverteidiger-Pflichten!!!
Freund der vertieften Atmung
Re: Rund um Coschütz, 04.07.
Gratulation Jungs ! Super gemacht 
Re: Rund um Coschütz, 04.07.
Da ich um Rundenzeiten des Elite-Rennens gebeten wurde:
1. Runde 12:23
2. Runde 10:22
3. Runde 12:24
4. Runde 11:26
5. Runde 12:03
6. Runde 12:17
7. Runde 12:16
8. Runde 11:56
9. Runde 11:39
10. Runde 11:25
11. Runde 11:39
12. Runde 11:51
13. Runde 11:13
Man betone die Spitze lag 4 Minuten vorraus.
1. Runde 12:23
2. Runde 10:22
3. Runde 12:24
4. Runde 11:26
5. Runde 12:03
6. Runde 12:17
7. Runde 12:16
8. Runde 11:56
9. Runde 11:39
10. Runde 11:25
11. Runde 11:39
12. Runde 11:51
13. Runde 11:13
Man betone die Spitze lag 4 Minuten vorraus.

Re: Rund um Coschütz, 04.07.
Ihr rockt ja jetzt ordentlich die Hobbyrennen, Glückwunsch!! 
Re: Rund um Coschütz, 04.07.
ok, mitfahren wäre gegangen, spitze keine chance!Chelm hat geschrieben:Da ich um Rundenzeiten des Elite-Rennens gebeten wurde:
1. Runde 12:23
2. Runde 10:22
3. Runde 12:24
4. Runde 11:26
5. Runde 12:03
6. Runde 12:17
7. Runde 12:16
8. Runde 11:56
9. Runde 11:39
10. Runde 11:25
11. Runde 11:39
12. Runde 11:51
13. Runde 11:13
Man betone die Spitze lag 4 Minuten vorraus.
Re: Rund um Coschütz, 04.07.
Die guten Nachrichten reissen nicht ab... Herzlichen Glückwunsch zum tollen Abschneiden an Alle!! 


