Ich bin bisher maximal die 82er-Strecke in Goettingen gefahren und hatte nach den 74km in Schleiz arge Bedenken, ob ich tatsaechlich 140km im Renntempo schaffen werde.
Seit 4Uhr aufs Weckerklingeln um 5:30 gewartet (ist aber alltaeglich bei mir), nach Koerperhygiene dann ein sehr ausgiebiges Fruehstueck. Gegen 6:45 dann den Abstieg aus dem fünften Stock. Scheinbar hat jemand die Feder an der Haustuer nachgestellt, denn beim vorsichtigen Raustreten klemme ich das Rad in der zuschlagenden Tuer ein. Ergebnis: Verbogenes Schaltwerk, in dem die Kette schleift und zu Verklemmen droht. Also auf den ersten paar hundert Metern versucht, das so hinzubiegen, dass es einigermassen funktioniert, was zumindest soweit klappt, dass alle Gaenge erreichbar sind, wenn auch nicht aus jeder Richtung.
Ab Forsthaus dann die Anfahrt mit den anderen Startern, die ich allein wohl etwas gemaechlicher bestritten haette. Am Ziel das Abwerfen der ueberfluessigen Kleidung ins Gefaehrt von Sippes Freundin (Danke!) und erst mal zum Start-/Zielbereich rollen, um gemeinsam mit Rudy das Finale der 30er zu begucken. Sebastian kam frueh mit rein, Schnitte genauso, aber wo war Uhle? Der kam dann genau in dem Augenblick, als ich zur finalen Gewichtserleichterung noch mal ins Gebuesch trat ...
Nun war es auch hoechste Zeit, sich langsam seinen Startblock zu suchen. Dabei traf ich auf die fleissigen Helfer Ralf und Gerald, sowie im Startblock die drei(?) Hallziger, die relativ weit vorn in B positioniert waren. Rudy, teli und ich reihten uns ein paar Reihen weiter hinten ein. Der Start lief recht gut, auf der B2 komme ich schnell voran, immer die Hallziger und teli im Blick behaltend. Ich moechte auch unbedingt so weit wie moeglich vorne sein, um allen Huddeleien bei der Einfahrt in die Bornaische Strasse zu entgehen. Das klappt ganz gut und so kloppe ich um den Markleeberger, wobei sich die Hallziger kurz mal hinten reinhaengen. Am Anstieg an der Wildwasserbahn platzen mir zum Lohn die Beine, mit dem Ergebnis, dass ich spaetestens hinter der Ausfahrt vom Stoermthaler die erste(?) B-Gruppe ziehen lassen muss. Macht aber nichts, denn im sich bildenden Feld aus 50+ Fahrern laeuft es recht ordentlich. Gemeinsam mit 5, 6 anderen Fahrern halte ich vorne das Tempo hoch. Kreiseln war das zwar nicht, aber doch recht ordentlich. So geht es bis Golzern, wo das Feld erwartungsgemaesz noch mal dezimiert wird. Mit 20-25 Leuten geht es auf den Rest der Strecke, wobei vorne i.W. die gleichen Leute die Arbeit erledigen. Es wird so diszipliniert gefahren, dass ich gefahrlos einen kleinen Plausch mit einer Fahrerin aus Neubrandenburg am Ende der Gruppe abhalten kann. Allerdings sinkt auch die Geschwindigkeit oft signifikant, was sich darin bemerkbar macht, dass ich waehrend der Fuehrungsarbeit unbemerkt zwei mal deutlich aus dem Feld rausfahre. Bei km 95 sehen wir die Sturzopfer an den Strassenraendern, die gerade vom Rettungswagen versorgt wurden (auch von mir Gute Besserung an alle Geschaedigten!). Ab km120 wurde es dann richtig hart - die Beine brannten wie noch nie, obwohl mir das Tempo im Feld eher gemaechlich vorkam. Ein Blick auf die Zwiebel belehrte mich aber eines besseren, denn 35-37 im Gegenwind sind fuer mich dann doch nicht alltaeglich. Ab jetzt hiess es erst mal nur noch Gruppe halten und heil ins Ziel kommen. Nachdem wir in der Folge durch andere Gruppen verstaerkt wurden, versuchte ich mit dem Blick auf den Kilometerstand zwischen Neukieritzsch und Lippendorf noch mal vorne raus zu fahren, weil ich natuerlich vollkommen vergessen hatte, das die Strecke 5km mehr als angekuendigt bemasz. Die anderen haben sich natuerlich den Spasz gegoennt, mich 2km im Wind sterben zu lassen. Habe mich dann brav wieder in die Gruppe eingeordnet und nur noch darauf geachtet ohne Gefahr ins Ziel zu kommen. Bei der Durchfahrt zeigte die Uhr 4:00:28 an (aber das war ja die Zeit vom A-Block), also unter 4h. Ich war und bin happy!
