salamander_f hat geschrieben:Ich kann mir das Training an diesem Gerät ziemlich gut vorstellen und hätte da mehr Durchhaltevermögen als an den ollen Hanteln und Bänken.
Sorry, dass ich mich "wenig produktiv" einmische, da ich das von Dir genannte Gerät nicht kenne. Das scheint ja so eine Art Handbike zu sein!?
Hier aber nun meine Gedanken zur Sache:
Die Mechanik unserer Schultern und Ellenbogen ist nicht mehr dafür optimiert, den Vorderlauf eines Vierbeiners nachzuempfinden und mit den Armen ausschliesslich "Tretbewegungen" zu vollziehen. Gerade die Schulter hat massiv weitere Bewegungsspielräume bekommen und ist dementsprechend ein relativer Schwachpunkt gegenüber "einseitigen Belastungen". Hinzu kommt, dass wir - besonders am Schultergürtel - weiteren muskulären "Stabilisierungsbedarf" an der Rumpf-nahen Muskulatur haben: Brust-, Bauch- und Rückenmuskulatur wollen also ebenfalls gestärkt sein. Auch unsere Ellenbogen sind mittlerweile mehr auf die Beuge- denn auf eine Streckbewegung eingestellt. Die Muskelansätze am Ellenbogengelenk neigen allerdings generell rasch zur Ausbildung chronischer Überlastungssyndrome (Tennisarm, Triceps-Ansatzreizung, Reizung der Bicepssehne, ...).
Medizinisch würde man empfehlen, entweder die Bewegungskomponenten in "physiologische Teilbewegungen" mit möglichst reduzierter Band- und Gelenkbelastung (z.B. ohne Komplettstreckung in ungünstigem Hebel) zergliedert zu trainieren oder gut etablierte komplexe Bewegungsmuster (Schwimmen, Rudern) zu trainieren und ggf. mit weiteren Rumpfübungen zu kombinieren.
Was das "Shaping" angeht, wird natürlich eine ins anaerobe gehende Belastung (50-70% der Maximalleistung) mit mittlerer Wiederholungszahl (3-5 Sets an 10er- bis 15-er Zyklen mit unvollständiger Pause) den größten Effekt bringen. Will man keinen Massenzuwachs, so senkt oder steigert man die Intensität - je nach Trainingsziel. Dies ist Dir aber sicherlich bereits bekannt.
Was vielleicht öfter mal vernachlässigt wird: eine Ausbelastung großer Muskelgruppen im oberen Lastbereich (GA2-EB-SB) steigert neben der Aktivität in der Stressachse auch die körpereigene Testosteron-Biosynthese. Dieser Umstand führt im Verbund mit dem notwendigen Wiederaufbau der Glycogenspeicher zu dem wohlbekannten "Nachbrenn-Effekt". Hierüber trainiert sich selbst auf dem Rad bei entsprechend hart gefahrenen Einheiten nicht nur die radspezifische Muskulatur, sondern man bekommt auch an anderen Körperpartien sanft anabole (Muskulatur) bzw. katabole (Fettgewebe) Effekte.
Was die Fettreserven selbst angeht, lernt man erst aktuell zwischen verschiedenen Fettgewebsfunktionen und -ansprechbarkeiten zu unterscheiden. Für einen Sportler in der Selbstbeobachtung eigentlich eine Banalität, ist es für manche Mediziner noch eine großartige Erkenntnis, dass es "flache" Fettkompartimente gibt, die in Tagesrhythmen Energie abgeben und wieder einlagern können. Auf der anderen Seite existieren "tiefe" Lagerstätten, die scheinbar auch unter Verhungerungszuständen kaum einschmelzen wollen. Tatsächlich sind solche "tiefen Fettreserven" natürlich ein sich selbst verstärkendes Produkt einer unterschiedlich raschen Ansprechbarkeit ihrer Einschmelzungsbereitschaft. Sie liegen beim einen in der Plautze, bei anderen in inneren Fettlagern an den Bauchorganen, bei wieder anderen (so z.B. auch bei mir) im Rückenspeck. Über die differentiellen Risiken von Tonnenbauch, innerem Fett und Schwimmring-Plauze könnte man weitere Bücher verfassen. Dennoch; beachte einfach die Regel: forciere nicht kurzfristig den Abbau der "resistenten Speicher", das klappt ohnehin nicht! Vielmehr nagt man an den schnell verfügbaren Speichern und wartet schlauerweise einfach ab, bis sich bei fehlendem Energie-Überangebot nach und nach dann auch die tiefen Speicher in die flacheren Fettspeicher umverteilen, die dann ihrerseits wieder einem Ausdauertraining oder einem Nachbrenner zugänglich sind. Steter Tropfen höhlt hier den Stein!
So, genug gelabert, hoffentlich findet sich dennoch jemand, der auch Deine ursprüngliche Frage beantworten kann!