Mannschaftszeitfahren oder zum Glück darf einer platzen
Bei Radrennen der Angaria liefen am Sonnabend die Reifen und die Köpfe heiß. 49 4er-Mannschaften haben gemeldet, so auch mein Team „The four blind mice“. Rock, unser Engländer und einzig trainierte Zeitfahrer, Huby, 120+-Pedalfreak, beide von den RTF-Fortunen aus Celle, sowie Didi aus meinem RSG Göttingen Team komplettierten die blinden Mäuse.
Wir trafen uns bei Didi , 8 km vom Start entfernt, um uns langsam einzurollen. Blackdeviel war unser Chick und machte die Sache mal wieder 100%ig mit Wasser reichen, Fotos knipsen und die Videokamera ins Geschehen halten. Ganz große Unterstützung
Wir mussten auf Huby allerdings noch länger warten, denn der turnte sich erst einmal allein ein. Dann ging es los und ich werde dieses Einrollen nie nie nie mehr vor einem Rennen machen
Wir kürzten ab durch Brelingen und standen dann 10 Minuten vor Startbeginn am Startplatz.
Frau Blackdevil war schon ganz aufgeregt und schmunzelte, als sie den Schlauch, um meine Hüften geschlungen, sah. Er wars
Angaria macht dies schon seit knapp 10 Jahren und lädt dazu dann noch Freunde des Vereins ein, dort teilzunehmen. Mlp aus Enzan hat das Siegerteam gestellt und die starten halt in der 1. Bundesliga. Allerdings ist Hannover eh eine Rennradstadt und so kam dort alles zusammen, was Rang und Namen hatte. Die Weltmeister waren allerdings alle Ruderer.
So zurück zum Rennen:
Der Startschuss fiel und wir machten uns auf die Reise. Glkeich zu Beginn klickte Rock nicht schnell genug ein, so dass Huby gleich nach vorne wollte. Da musste ich schon das erste Mal eingreifen, denn die Linie gleich nach 20m zu eliminieren war nicht gut. Rock kam schnell wieder an Didi ran und dann ging unser Zug los. Die ertsen km waren „nett“, denn ich bin als 4ter gestartet und hatte nun erst einmal die anderen vor mir. Alle 500m Wechsel war die Losung und die wurde metergenau eingehalten. Bei meiner 2. Führung wurde ich zurückgepfiffen von Didi, dem es zu schnell wurde. Ich fühlte mich eigentlich gut vorne und blieb noch 200m länger vorne, als ich musste. Schwerer Fehler, denn danach kam eine enge Kurve, ich verbremste mich ein wenig, habe den Streckenposten zugewunken, kleinen Schnack halt, und schwups waren 3 m zum retenden Windschutz aufgegangen. Gnadenlos traten die drei in die Pedale und ich schnaufte so richtig hinterher. 200m später hatte ich die wieder, aber schon ging Didi raus aus der Führung und ich hatte nur noch 1 km bis zur nächsten kraftraubenden Arbeit im Wind. Meine Beine brantten und ich versuchte die TF von Huby zu halten. 125 hatten wir im Einklantg getreten. Ein Wahnsinn, den ich nicht halten konnte und klickte den nächst schwereren Gang ein. Da merkte ich schon, dass Zeitfahren und Leiden zwei Sachen siond, die zusammengehören und Leiden mag ich einfach nur am Berg.
Es ging eine S-Kurve bergab und wir befuhren nun die lange Gerade, die wir auch schon vom Einrollen her kannten. Der Wind hatte sich verändert: Er kam von der Seite und nicht von hinten, wie Kachhelmann versprochen hatte. Meine Körner wurden verschossen, denn Didi und gerade Rock drückten wie irre vorne im Wind und wir machten die Windkante auf, blieben aber 40km/h aufwärts. Es ging zum ersten Mal in den Hügel. Ich verfluche diese leicht ansteigenden Starsen, die man weit nach vorne erblicken kann und die dann „abgeschnitten“ sind, da sie hinter dem Hügel nach links verlaufen. Ich schrie das 2. Mal „Nicht so schnell“, da Rocky mit 40km/h 200m schon in die Anhöhe reintrat. Ich explodierte und wusste, dass nach der Kurve zwar ein kurzes gerades Stück existierte, danach aber noch einmal an Höhe gewann. Oben angekommen, hatte ich das Gefühl, dass mein Weiss in den Augen mein ständiger Begleiter wird während des Rennens. Wir kamen nach einem Bergabstück zurück zur Zielgeraden. Unseren Blind-Mice-Zug führte Didi an und er ließ sich von der tosenden Menschenmenge anstacheln und kachelte jenseits der 45 km/h über die Ziellinie. Das Video zeigte einen Floeri, der völlig unentspannt an dritter Position wie irre pedalierte.
Nun ging es in die zweite Runde:
Wir hatten uns geschworen, nicht in die Führung zu gehen und das tempo hochzuballern. Nun kam unerbittlich heraus, wer der Schwächling in der Truppe ist. Ich schrie immer öfter „ZU SCHNELL, ZU SCHNELL“. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mich keiner ernst nahm. Huby gestand nach dem Zieleinlauf, dass er glücklich war, dass ich zuerst angefangen hatte zu betteln, sonst hätte er versucht was hörbares zu brüllen. 4km nach dem Startstrich gab es eine kleine Anhöhe, normalerweise locker zu überspringen. Dort riss bei mir der Luftstrom und ich musste richtig reißen lassen. Huby blieb keine Wahl und er blieb bei mir. Zu zweit riefen wir, dass die Jungs rausnehmen sollten. Sie pedalierten zwar weniger, aber immer noch so schnell, dass es mir nicht möglich war, aufzuschließen. Huby als 4. Person machte natürlich erst Recht keine Anstalten das Loch zuzufahren. Ich war ob der Erschöpfung „Erzürnt“, dass die beiden da, sich lustig unterhalten „Haste was gehört? „ „Nö, aber es war, als ob Floeri rief, das wir schneller sein sollten“. Wenn man anfängt zu platzen, dann sind diese Wortfetzen, die man mitbekommt nicht gerade leistungsfördernd. Auch dass beide vorne weiterpedalierten und nicht ausrollte, bis wir wieder dran waren, habe ich nicht verstanden. Nach einem halben km waren wir wieder dran. Aber ich merkte jetzt, dass dieses Rennen nach 25km für mich wohl gelaufen war. Wir wurden von einer Truppe überholt, die schon in der letzten Runde war und alle sahen geschafft aus. Wir hingen uns hinten ran und das Tempo ging wieder 4km/h schneller als wir vor denen gefahren sind. Ich kam dann auch an die Reihe und siehe da: Ich konnte wieder pedalieren....weil ich Menschen vor mir habe und ich nicht allein nach vorne stieren muss. Rock kam nach mir in die Führung und fragte, ob er den Zug wieder überholen dürfe. Ich schaute skeptisch und meinte ja klar, wenn die Dir zu langsam sind!? Rocky trat an und wir kachelten an den 4en wieder vorbei. Nun kam eine nach uns gestartete Mannschaft noch hinzu und wir fuhren zu dritt nebeneinander daher. Eigentlich ganz nett, aber wie sollen nun die Führenden nach hinten gehen? Platz war dafür nun gar nicht mehr vorhanden. Di9e Kurve zum Hügel kam und wir ließen freiwillig die Plätze, denn die beiden anderen Teams waren zu schnell. Ich platzte sofort hinten raus und dachte, dass die anderen den Zug nicht folgen können.
Pustekuchen! 11 Männer wurden immer kleiner und ich schrie „Langsamer! Langsamer!“. Die drei schauten sich kurz an und winkten dann ab. Mein Rennen war vorbei! Ich war zu erschöpft, als dass ich noch irgendetwas rufen konnte wie „Macht sie alle! Fahrt noch schneller!“. Meine Muskeln brannten wie das heißeste Feuer. Ich schaute mich um, ob da noch ein Zug kam, um mich aufzunehmen, aber ich war allein. Also schraubte ich mich „locker“ den Berg empor und konnte in Brelingen noch bei den Pedalrittern aus Göttingen mit aufspringen. Leider waren die auf der Zieleinfahrt und da bin ich dann leise und still zum Auto abgebogen. Blckdevil war schon da und ganz aufgeregt, da sie dachte, dass ich gestürzt sei. Ich gab zu, dass es kein Sturz sondern ein Absturz war und sie grinste über beide Backen: „ NA, großer Radfahrer? Falsch trainiert? Zu große Klappe am Anfang gehabt?“ . Gut es war nicht ernst gemeint von ihr, denn wir grinsten schon wieder zusammen, aber ich genieße solche Sprüche doch lieber, wenn ich die selbst ausspreche. Große Augen bekam blackdevil aber, als sie die Auswrtung vom GArmin sah und ungläubig meinte, wie ich es denn geschafft hätte die gesamte Zeit 180 Durchschnittspuls auszuhalten. DA war meine Stimmung dann doch wieder besser, denn das sind Zahlen, die ja mit dem Austrudeln dahergekommen sind. Also waren die drei einfach zu schnell und haben sich nicht nach mir gerichtet
Mein Team kam dann nach 1:21:51 ins Ziel und wir belegten einen hervorragenden 32. Platz.
Nächstes Jahr giolt es diesen Platz zu verbessern und es wird wohl mal ein anderes Training erforderlich sein, als nur so tagein tagaus im Leipziger Umland rumszuluschen.
Ach ja: Die 4. Runde :
Abends hat angaria dann zur Party geladen. DA war Floeri natürlich wieder einer der besten und tanzte mit heißester Sohle und Blackdevil das Parkett schwarz. Unterstüzt wurde er von Huby nebst Freundin und wir wurden von den Ruderern erst genen 06.00 Uhr verabschiedet, nach dem jedem von uns gefühlt ein Kasten Bier gespendet wurde.
Blackdevil war dann auch noch von diesen männlichen Ruder-Oberkörpern so angetan, dass sie mir gleich den Vereinseintritt nahegelegt hat. ....ob das mein Rad fahren beschleunigt!??? Ich bin mir da nicht sooo sicher
Sonntag wurden bis 18.00 die Wunden versorgt und hatten ein tolles Wochenende.

