Tag 4
bzw. Tag 1 in Graz

Ich werde morgens um 8 Uhr unsanft aus dem Schlaf gerissen, „willst du auch Frühstücken?“ „Ja!“
Um 10 Uhr bin ich startklar und fahre heute ohne Ärmlinge, Ersatzmantel los – draußen scheint die Sonne, keine großen Berge geplant und erst ab morgen soll es ja schlechter werden. So geht es los, Richtung Kurs, quer durch die Stadt. Kurs gefunden, alles toll, Zweispurig, kein Radweg

. Ich verlasse kurze zeit später aber die Straße und so stört mich das nicht wirklich. In Stattegg ist der Beginn der ersten Steigung. Als ich das Schild sehe wird mir schlecht!

Das was auf dem Bild steht fühle ich 1:1 in den Beinen und ich quäle mich die 1,4 km, ja nur 1,4 km nach oben welches zum ersten mal im Urlaub einen Puls ermöglicht, der über eine längere Zeit an der Schwele, und auch darüber ist. 220 hm später erreiche ich die Spitze und stürze mich in die Abfahrt, welche sich trotz der schmalen Straße gut fahren lässt. Nach 1 oder 1,5 km endet schlagartig die Straße und wird zu einem Schotterweg – war ja klar, hab ja den Reifen zu Hause gelassen. Ich muss Anfangs ganz schön rudern, da ich Schlaglöchern ausweichen musste. Als ich mich dann wieder gefangen habe musste ich diesen Weg festhalten. An dieser stelle war er aber schon wieder ganz nett und auch mit dem RR ohne Probleme zu befahren.

1,5 km später hatte ich wieder Asphalt unter den Reifen und stellte eines fest. Der Sonnenrand auf dem Rücken ist weg, leider auch das was ich zum Sonnenbrand bekommen brauche, die Sonne!

Es geht über die nächsten 425 hm (etwa 5,5% mit kurzer Unterbrechung) und der anschließenden Abfahrt zum Fuße der Teichalm, die höchste Erhebung des heutigen Tages. Die nächsten 9 km geht es mit 6% zu einem kleinen Plateau. Zwischendurch kommt bei km 5,7 ein Schild, „Ende der Ausbaustrecke“ und ich mutmaße schlimmes. Eigentlich bedeutet es aber nur keine Fahrbahnmarkierung und ein etwas schlechterer Belag. Oben werden Bilder gemacht

und es geht weiter, über die Sommeralm, Kühe rennen auf die Straße lang ;), zum höchsten Punkt des Tages (1433). Da ich ja meine Ärmlinge nicht mitgenommen habe ist es etwas kühl hier oben. Blöde Wolken, blöde nicht vorhandene Sonne!

In einer wunderschönen Abfahrt geht es wieder ins Tal. Nach 6 km kommt ein Schild „Staßenschäden“ und ich bereite mich innerlich schon auf das bremsen vor. „Straßenschäden“ scheint aber zu heißen, die Straße ist nur noch GUT. Da fahr ich doch glatt an dem Abzweig nach St. Kathrein vorbei und muss umdrehen, die etwa 140 hm muss ich doch mitnehmen :D. Es geht wieder auf die größere Straße zurück und hier scheint „Straßenschäden“ doch die selbe Bedeutung wie in Deutschland zu haben. Bei den Blick nach hinten wird mir es ganz anders. Der Himmel ist nicht grau, er ist schwarz. Auch hier scheint der Wetterbericht nur Vermutungen anzustellen, stimmen tut er jedoch nicht! Dafür kommt gerade ein doch sehr schönes Stück Straße, wo ich zwar lange fahren muss um eine Haltemöglichkeit zu finden, aber...

Bei Naas muss ich mich, wegen der Wetterlage, entscheiden, zurück nach Graz oder 4 km mit 7,5% hinauf nach Gschaid bei Weiz. Zu lange überlegt, ich bin schon im Anstieg. Zwischendurch überhole ich eine mobile Baustelle und kämpfe mich zum Gipfel hoch.

In der Abfahrt muss ich sehen, auch hier gab es diese mobile „Kiesschleuder“ und so muss ich doch etwas vorsichtiger Fahren. Die letzten 35 km erinnern mich etwas an das Muldental, es geht nur noch hoch und runter und auch der Weg nach Graz macht richtig Spaß.

Ich bin dann auch trocken angekommen, ok es waren vielleicht 100 tropfen

und bin dann abends mit mir bekannten Menschen zum buschenschank
