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von fischi » Mo 28. Jul 2008, 22:24
Nun auch mal noch bissl Quark von mir, oder besser meine Eindrücke vom Rennen aus der sächsischen Landeshauptstadt ins Gebirge und wieder zurück.
Wie Charlie schon berichtet hat, ging sehr sehr früh los, aber dann ohne größere Probleme, wobei noch festgestellt wurde, das ein Navi besitzen nicht alles ist, sonder man muss das Angezeigt auch deuten können. Oder Charlie? ;-)
Den Rest überspring ich jetzt mal und steht somit auch schon am Start. Wie gesagt etwas weiter links, was aber meiner kurzzeitigen Orientierungslosigkeit zu Schulden kam, weil da so viele Leute standen und ich einfach mal den Charlie aus den Augen verloren hatte. Es ging recht rasant los und ich hab mich recht gut durchgemogelt, so dass ich nie groß Tempo machen und immer schön bei der großen Gruppe vorn „lutschen“ konnte. Immer noch irgendwie meinen Sturz vom letzten Jahr im Hinterkopf und den Händen ständig an den Bremsen ging es in Richtung Pirna und der Puls ging ums ein oder andere Mal hoch, wenn wieder einer nen Haken schlug wegen nem Gullideckel, oder die Linie in den Kurven mal nicht gehalten wurde und es teilweise recht eng wurde.
Aus dem Elbtal ging es nun rechts hoch, leicht ansteigend nach Berggießhübel und von dort dann über den Berg in Richtung Bahratal. Dort suchte ich dann mein Tempo, da es schon zusehends wärmer wurde und ich nicht gleich in den roten Bereich wollte. Da kam dann auch Charlie vorbei, aber ihn lies ich ziehen, um meinen Tritt zu fahren. Nun kannte ich auch die Strecken von früheren Befahrungen und lies immer noch bissl Platz nach oben, da ja Breitenau nicht mehr so weit war und ich mich da schon einige Male gequält hatte. Die Gruppe vor mir kam auch nicht weiter weg und so fuhr ich allein ich Richtung des ersten steilen Anstieges. Dort hatte sich die Gruppe dann schon ordentlich auseinandergezogen und ich konnte einige Fahrer überholen, so dass ich oben mit im vorderen Teil war. Etwas unentschlossen was das Tempo angeht ging weiter bis ich in Börnchen nach der scharfen Linkskurve einen kleinen Zwischensprint einlegte und mit 50 m Vorsprung die Abfahrt geniessen konnte, ohne das jemand im Weg rumfährt.
Hinauf nach Bärenstein, wunderte ich mich dann etwas, dass so viele Radler da rumstanden, bis es dann auch mal „klick“ gemacht hat, dass ja dort der Start der kurzen Strecke ist….naja, wenn man sich nicht damit beschäftigt…
Im Tal hoch nach Geising herrschte wieder Uneinigkeit übers Tempo und als dieses dann bei 26 km/h angelangt war, bin ich vorn raus, ein paar Leute kamen mit und so wurde doch noch gut gewechselt, da ein Kreisel nicht zustande zu bringen war. Der Berg nach Altenberg ging super zu fahren, weil sich die sonne etwas verzogen hatte und somit hab ich die „Bergwertung“ der Gruppe gewonnen und eben noch gesehen, wie vor uns die Schranke aufging und ne Gruppe Radler sich ins Tal stürzte, wo, wie ich später feststellte Charlie mit dabei war.
In Hirchsprung nach rasanter Abfahrt ging es scharf links in Richtung Bobahn, wo das Tempo schon arg gedrosselt wurde, da sich wohl rumgesprochen hatte, das es steil hoch geht. Für mich ein Grund noch etwas nach vorn zu fahren um später nicht mehr so viele Fahrer vor mir zu haben. An der Einfahrt zu Bonbahn war dann auch Charlie ca. 20 m vor mir und schon ging es steil hinauf. Beim ersten Steilstück hatte ich das Gefühl, dass mein Rad aufrecht steht, aber irgendwie hab ich mich dann noch mit 34/27 hochgewuchtet und mir nicht die Schmach gegeben abzusteigen, wie einige andere. Allerdings war es dort hoch wieder sehr heiß und ich schon wieder arg am brodeln und von der Feuchtigkeit her kam ich mir vor wie frisch gesucht. Nur das ich wahrscheinlich nicht so roch ;-)
Irgendwann oben angekommen, musste ich dann auch recht geschockt feststellen, dass es keine Flaschen, sondern nur Becher gab, aber nach kurzem hin und her überlegen dachte ich mir in nem Rennen hält man doch nicht an, was ich aber mal hätte machen sollen. Denn es ging zwar theoretisch nur noch bergab, aber es waren ja auch noch ca. 45 km zu fahren.
Vorerst war ich in der Abfahrt allein, dann kamen noch 3 vorbeigerast, da ich aber sah, dass Charlies Gruppe nicht richtig läuft, hab ichs ruhig angehen lassen und bin irgendwann rangerollte. Habe dann kurz mit ihm drei Worte gewechselt und bin wie gewohnt in der Abfahrt etwas weiter nach hinten und rollte dort vorerst gut mit. Irgendwann allerdings hatte ich nicht die recht Lust bergab reinzutreten wie blöd und die Gruppe war weg und ich fuhr quasi allein bis ins Ziel und hatte nur hier und da mal einen oder mehrere Begleiter.
Allerdings hat mich der Streckenteil total angekotzt, weil ich ständig am treten war und das Gefühl hatte ich komme nicht vorwärts, mir irgendwann meine Arme schmerzten und ich halt auch total ausgetrocknet war. So war ich ganz froh irgendwann im Ziel gelandet zu sein, nachdem ich mich noch mal in Pestewitz den Berg hochgequält hatte und dann mit Gegenwind nach Dresden rein auch wieder das Gefühl hatte nicht vorwärts zu kommen.
Das Ziel erriecht hat mit Charlie auch gleich in Empfang genommen und glücklicherweise mein Rad gehalten, so das ich ohne Anhängsel zu den Getränken vor kam und erstmal die Speicher zumindest minimal wieder auffüllte.
Wenn`s schwer geht, geht´s bergauf
