Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

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Barus
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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von Barus » Mo 9. Jul 2007, 20:52

Wie dick sind denn Deine Oberschenkel?

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Floeri
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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von Floeri » Mo 9. Jul 2007, 20:52

Frank hat geschrieben:
Floeri hat geschrieben:
peso hat geschrieben:Schöner Bericht. :hut:

Aber sag mal, nur ein Schnitt von 38,9 bis zum Beginn der paar Hügel...da wird hier ja jede RTF flotter gefahren... :pfeif:
Mein Team hat sich - aus meiner Sicht - auch zu laut amüsiert, als ich da vorne rumgerollt bin ..... :hut:
rumgerollt mit 39 km/h - was soll denn das am Samstag werden?
Frank, ich bin wirklich nicht schlimm :o
Die haben mich genau am Anfang vom Berg in die Führung gelassen. ich glaube, die freuen sich heute noch über mich, weil ich natürlich versucht habe Lizensfahrer über den Hügel zu führen. Habe dabei mehr als kläglich versagt. Aber allein vorne zu sein ist für mich einfach großartig gewesen.
normalerweise fahre ich ganz ganz normal durch die Gegend und bergauf freuie ich mich auf Dich und Mikel, wobei mir Winni sehr fehlt :liebe: , da ich dann noch ein wenig langsamer die Berge fahren könnte :D


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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von Floeri » Mo 9. Jul 2007, 20:53

Frank hat geschrieben:
Barus hat geschrieben:Allerdings solltest Du vielleicht Deine Übersetzung noch etwas optimieren?
ich fahre gerade 38/23 - sollte ich das noch ändern?
Barus, ist das meine Übersetzung= ? :meise:


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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von mikel » Di 10. Jul 2007, 09:25

Das war ein sehr schöner Bericht, fast fährt man virtuell noch mal mit.
Dieser Drängler hätte mich sehr genervt, bist aber schön ruhig geblieben.

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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von Floeri » Di 10. Jul 2007, 09:41

mikel hat geschrieben:Das war ein sehr schöner Bericht, fast fährt man virtuell noch mal mit.
Dieser Drängler hätte mich sehr genervt, bist aber schön ruhig geblieben.
Naja, ich wurde von meinem Team überzeugt, dass es nichts bringt, nach dem Rennen zu diskutieren. Das war einer, der halt wenig in der Gruppe trainiert hat. Ich habe ihn beim ersten Rempler gefragt, ob er gerne meinen Ellenbogen ins Gesicht haben möchte, und das bei hoher Geschwindigkeit. Das wäre genauso wie einfach in die Seite reinfahren, nur mitr dem Vorteil, dass er auf dem Rad bleibt und nicht so rausschießt aus der bahn. Er hat schnell verstanden, das egoistische Fahrweise in einer Gruppe sehr schmerzhaft sein kann, wollte aber mit mir darüber diskutieren.
Schlimmer fand ich allerdings den Vereinsfahrer vom VFL Wolfsburg. Zwar habe ich Erfahrungen im Peleton_Mitfahren, allerdings NICHT die Erfahrung, wie man sich innerhalb des Feldes ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne bringt. Das ist da drin so dermaßen eng, dass die Handballen der nadchbarn sich oft genug berühren. Die Ellenbogen werden da schnell ausgefahren, nur um sich 5cm mehr Platz zu verschaffen. HIERDRIN bin ich noch nicht geübt und hatte nach dem Rempler ehrlich geschrieben ein wenig Angst um meine Gesundheit. Dadurch wurde ich gleichzeitig eine Gefahr fürs Feld: Ich bin nicht mehr ausgerollt, wenn vorne nicht getreten wurde, sondern betätigte gleich die Bremse. Außerdem war ich nicht mehr eine Handbreit hinter meinem Vordermann, sondern 50 cm. Das gab dann Platz um mich herum und immer mehr Mitfahrer gingen rein in die freigewordene Fläche. ich war froh, dass ich nach außen kam und ganz nach vorne fahren konnte. Vorne war es ruhig. hinten grausam und gefährlich.
In Braunschweig waren aber auch viele starke Einzelkämpfer drin, die nicht geradeaus fahren konnten. Ich habe einen "Barus" gesehen, der den Amplebener Berg schön mit Kette Rechts hochgefahren ist, wahnnsinnig der Typ. in der Gruppe fuhr er kreuz und quer.... das macht Barus allerdings nicht :hut:


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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von lobo » Di 10. Jul 2007, 11:40

Hey Floeri,

sehr schöner Bericht, man hat Deine Leid förmlich noch mal durchgemacht. Respekt. Wenn ich mir aber überlege, dass Du Dich 3 mal fast hingelegt hättest, weil ein paar Jungs die Sache zu sportlich anpacken, dann frag ich mich echt, warum die RTF´s so beliebt sind. :meise:

Man will ja schließlich nicht die nächsten Wochen im Gips durch die Gegend radeln :gruebel:


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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von Floeri » Di 10. Jul 2007, 11:55

lobo hat geschrieben:Hey Floeri,

sehr schöner Bericht, man hat Deine Leid förmlich noch mal durchgemacht. Respekt. Wenn ich mir aber überlege, dass Du Dich 3 mal fast hingelegt hättest, weil ein paar Jungs die Sache zu sportlich anpacken, dann frag ich mich echt, warum die RTF´s so beliebt sind. :meise:

Man will ja schließlich nicht die nächsten Wochen im Gips durch die Gegend radeln :gruebel:
Hey lobo,
"Rund um den Elm" ist ein Jedermannrenn, keine RadTourenFahrt. Da hier auch Lizensfahrer dabei sind, wird schon ein wenig schneller gefahren. Normalerweise ist das auch nicht so gefährlich, aber Braunschweig ist immer was besonderes, da die Teams, die dort starten und aus der Gegend kommen, sich NICHT IMMER mögen. Da wird schon extrem darauf geachtet, wer neben einem rollt. Aber ein VFL Wolfsburg ist halt ein NEWBIE-Verein ohne irgendeine Tradition und mehr kann man von den Bikern anscheinend auch nicht erwarten :gruebel:

Gips gibt es da nicht, nur Sprühpflaster :D


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lobo
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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von lobo » Di 10. Jul 2007, 13:16

Floeri hat geschrieben:"Rund um den Elm" ist ein Jedermannrenn, keine RadTourenFahrt.
Ok, da hätte ich wohl mal genauer lesen sollen :pfeif:

Aber grundsätzlich sollte es ja um den sportlichen Gedanken und nicht um den Typen mit dem härtesten Ellenbogen gehen.


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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von Floeri » Mo 21. Jul 2008, 09:13

Hier mein Bericht zum Radrennen ?Rund um den Elm? 2008, welches diesmal unspektakulär abgelaufen ist

Frühmorgens um 0500 klingelt der Wecker. Ich quäle mich aus dem Bett, dusche eiskalt und sehe REGEN im Innenhof. Klasse, habe nur kurzkurz und Armlinge mit. 2 Brötchen bekomme ich mit Nutellea gerade so runter, Kaffe schmeckt auch nicht. Irgendwie fühle ich mich nicht gut :krank: . Ich nehme vorsichtshalber noch mal eine Allergietablette und Nasenspray, denn seit 2 Wochen ist der Heuschnupfen schon heftiger geworden.
Auf der A2 von Hannover nach Brraunschweig überhole ich einige Autos mit RR drin und drauf, die auch aus Bremen und Hamburg kommen. Die waren noch früher wach :o !

Mein stärkster Teamfahrer ist schon um 0630 in BS und hat mir die Startunterlagen mitgebracht, als ich um 0700 auf den Startplatz rolle. Die Sonne schaut gerade mal heraus, aber alles ist nass. Ich erinnere mich an letztes Jahr und das harte Rennen innerhalb des Peletons / Gruppe :o . Alles wird vorbereitet und 0740 sitze ich auf Blue Endorfin und fahre mich mit dem Team, 2 Fahrer, die 5 Jahre älter sind als ich und der Vater vom Mitfahrer, Jahrgang 38 :anbetung: . Einer der stärksten in seinem Jahrgang in Deutschland. Wir fahren uns auf der Startgeraden warm, so gut es geht. Der Laberkopf am Mikro erzählt die ganze Zeit wie toll BS doch für Radfahrer sei. Meinte immer wieder, der Start gehe um 0800 los. Auf einmal bekommt er ein Zeichen, dass es nur noch 5 Sek. sind bis zum Gongschlag. Er spricht seinen Satz nicht zu Ende, sondern zählt 4 3 2 1 start und alle fahren los, vergessen teilweise die Computer anzumachen, was dann bei 45km/h gemacht wird auf nasser Fahrbahn. Irre Stunts waren die Folge, da am Anfang einige Verkehrsinseln auf der Strasse waren :augenreib: . Dadurch hat mein Team gleich am Anfang den Kontakt zum Peleton verloren.

Also fuhren wir erst einmal hinter dem Pedalritter-Teamfahrer Carsten Nagel her. Er ist einer der stärksten Fahrer im Peleton, so dass wir dachten, der schafft den Anschluss. Ich bemerkte schnell, dass meine Lunge heute auf Rabbatz eingestellt war. Sie fing an zu pfeifen. Erst dachte ich, dass ich das durch Abhusten wegbekomme, aber dadurch wurde es nur noch schlimmer. Die Beine brannten, die Luft wurde knapp und wir düsten mit bis zu 50km/h durchs Feld. Dann merkte ich, dass ich keine Kraft mehr im Bein hatte und ließ abreißen. Ich versteckte mich hinter Fahrern, bei denen man aber erkennen konnte, dass die sich übernommen haben und das Tempo nie halten können. Dann kam Jahrgang38: Großes Kettenblatt ? bei der Geschwindigkeit ok ? und 11er Ritzel :anbetung: :anbetung: :anbetung: . Das war bei km 7. Dies hielt er bis zum Amplebener Berg durch. Und der Rattenschwanz von 20 Fahrern auch. Mit seinem Sohn und ihm ging es in den Berg rein. 38er bleibt schön auf dem großen Blatt, während ich 34/18 (4. Ritzel) wähle und keuche :roll: . Auf dem Weg nach oben bekam ich 10 Ausrufe von den Zuschauern mit: Dein Atem hört sich schlimm an. Mach das Kettenrasseln mal aus. Öl mal Dein Kompressor, blablabla. Genervt fuhr ich immer knapp 30m hinter meinem Teamkamerad, den ich letztes Jahr hier deutlich abhängen konnte. Oben angekommen bekam er 2 Mitfahrer, die schnell Geschwindigkeit aufnahmen. Ich war ganz allein und wollte die drei einholen, aber bergab war da nicht viel zu machen, da sie schön belgischen Kreisel probten. Auf einigen Stichen kam ich immer wieder nah heran, aber auf Geraden hatte ich dann keine Chance. Vom Gefühl her gab ich alles.
Auf einmal kam meine Rettung:

Ein Zug von 6 Männern, die belgisch kreiselten, allerdings auch bergauf. Das war schon neu für mich, denn die wurden langsamer dabei und so ging es auch mit 20km/h im permanenten Wechsel voran. Aber hier konnte ich mich erholen. Nun kam das Wetter ins Spiel. Es begann wieder zu regnen. Erst ein paar Tropfen, dann mehr und dann ? wir fuhren gerade aus dem Wald raus ? sahen wir eine weisse Wand auf dem Feld. Weltuntergang 30 km vor dem Ziel. Die Strasse war im Pulk gar nicht mehr zu erkennen. Jeder wollte nach vorne, damit er die Gischt und den Sand und die toten Schnecken nicht vom Vordermann ins Gesicht bekommt. Nur vorne konntest Du auch nichts sehen, da die Strasse das aufprallende Wasser einfach 50cm in die Höher wieder zurückkatapultierte und so ein Wassernebel vor einem sich ausbreitete. Erst wollten wir noch einen Trupp einholen, der 1 km vor uns fuhr, aber nun waren wir bedacht, nicht zu stürzen. Also rollten wir mit angenehmen Tempo Richtung Ziel. Der Regen hörte dann 10 km vor dem Ziel auf. Auf den letzten 3 km wurde das Feld nervöser und immer wieder gut für mich: Ein Supernervöser begann 3 km vor dem Ziel mit dem Zielsprint und ich schön in dritter Position und betend dass er erst in einem km platt sei. Wir mussten um ein paar Kurven und Gleisen rum bzw. drüber, so dass immer wieder kurze Erholungen da waren. Im Prinzenpark war es sehr rutschig. 8 Fahrer waren vor mir, aber ich wusste vom Warmfahren her, wo ich noch mal außen ran konnte, bevor es nach der 90 Grad-Linkskurve auf die 2560m lange Zielgerade ging. Ich suchte mir das Hinterrad einer Frau, die schön gleichmäßig hinter den anderen mit anzog im Windschatten. Alle fuhren auf der linken Seite, eine Verkehrsinsel war 100m vor dem Ziel, die ich dann rechts nahm. Meine Endgeschwindigkeit reichte, um knapper Zweiter zu werden in meiner Gruppe.

Ich schaute auf meinen Computer und erschrak: Ich hatte einen Puls wie bei den Leipziger Feierabendausfahrten, war aber recht platt. Ich werde jetzt mal einen Arzt konsultieren, denn ich benötige vielleicht bald auch das Pumpspray, dass alle Profi-Radfahrer benötigen, da sie Asthmatiker sind.

Wo ich gelandet bin weiß ich nicht. Die Ergebnisse sind erst ab Mitte der Woche online. Aber das war kein gutes Rennen, also ist es uninteressant für mich.


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Re: Rennradklassiker "Rund um den Elm" zu Braunschweig

Beitrag von Barus » Mo 21. Jul 2008, 09:41

Floeri hat geschrieben:Ich schaute auf meinen Computer und erschrak: Ich hatte einen Puls wie bei den Leipziger Feierabendausfahrten, war aber recht platt.
Es war offenbar kalt. ;)

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