Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

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Gebirgsrenner
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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von Gebirgsrenner » Di 8. Mai 2007, 14:37

winni hat geschrieben:Die sollen endlich ein wasserdichtes Antidopingsystem einführen ...
Leider gibt es das nicht. Und so wie es aussieht, wird es dazu auch nie kommen, denn die Betrüger sind immer einen Schritt schneller.

Ich fahre...

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Winni
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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von Winni » Di 8. Mai 2007, 16:45

Gebirgsrenner hat geschrieben:
winni hat geschrieben:Die sollen endlich ein wasserdichtes Antidopingsystem einführen ...
Leider gibt es das nicht. Und so wie es aussieht, wird es dazu auch nie kommen, denn die Betrüger sind immer einen Schritt schneller.
Na sagen wir halbwegs wasserdicht. Ein paar Oberschlaue wird es immer geben.
Aber flächendeckendes und systematisches Doping muss man doch in den Griff bekommen können.

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peso
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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von peso » Di 8. Mai 2007, 17:00

winni hat geschrieben:Aber flächendeckendes und systematisches Doping muss man doch in den Griff bekommen können.
Es ist doch bezeichnend, daß die aktuelle Situation nicht durch positive Dopingproben enstanden ist, sondern allein als "Kollateralnutzen" polizeilicher Ermittlungen.

Der Sport ist weder fähig noch willens, einen fairen, sauberen Wettkampf zu garantieren. US Postal/Discovery wußten genau, daß ein Fahrer mit ohnehin außergewöhnlichen Leistungsparametern wie Armstrong durch Epo/Blutdoping etc. nahezu unschlagbar wurde. Das machte die (ja nicht geringe) Investition in den Radsport überhaupt erst kalkulierbar. Es ist leider mehr als nur zu vermuten, daß auch Veranstalter, UCI und WADA jahrelang positive Proben / zumindest auffällige Blutwerte unter den Labortisch fallen ließen, um eigene Interessen (die Tour, Einführung und Vermarktung der ProTour...) zu schützen.

Leistungssport ist ohne Doping nicht denkbar. Man kann sicher davon ausgehen, daß die absolute Spitze in allen Ausdauer-, Schnelligkeits- und Kraftdisziplinen gedopt ist, weil die Gefahr, erwischt zu werden vergleichweise gering, der durch Betrug herbeigeführte Vorteil gegenüber der Konkurrenz dagegen allein mit "Training und Talent" unmöglich wettzumachen ist.

Es ist ein Jammer.
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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von ThoHei » Di 8. Mai 2007, 17:02

Vermutlich in den man die Anforderungen an den Sportler etwas zurückschraubt.

Warum dopen den die meisten?

Doch nur um zu Gewinnen und damit dann mehr Geld zu verdienen.

Aber das ist dann ein Teufelskreis. Je besser das Team um so mehr Erwartung wird in den Sportler gesteckt.

Aber irgendwann ist der Körper auch mal an seinen Grenzen.

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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von Winni » Di 8. Mai 2007, 17:06

peso hat geschrieben:Es ist ein Jammer.

In der Tat.

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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von peso » Di 8. Mai 2007, 17:06

ThoHei hat geschrieben:Vermutlich in den man die Anforderungen an den Sportler etwas zurückschraubt.
...

Aber irgendwann ist der Körper auch mal an seinen Grenzen.
Schon. Aber mit dieser Logik dürfte es beim 100-m-Lauf kein Doping geben. Das laufen Spitzenathleten mit angehaltenem Atem. Was tun? Aus Sorge um die Sportler auf 60 m verkürzen?

Gedopt wird, weil es innerhalb des willkürlichen Regelsystems Sport einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten verschafft. Geld und Anerkennung mögen dann Ergebnis dieses Betrugs sein, aber auch, als der Radsport noch in seinen amateurhaften Kinderschuhen steckte, als man kaum Geld damit verdienen konnte, wurde geschluckt, was die Apotheke hergab.
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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von triplex128 » Di 8. Mai 2007, 20:49

wurde geschluckt, was die Apotheke hergab



um es zu überleben!!!!!
machmanedsoschnell.....

im Aufbau 2020

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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von peso » Mi 9. Mai 2007, 09:34

triplex128 hat geschrieben:um es zu überleben!!!!!
Ach was. Der Mist von damals war ja eher etwas für den Kopf. Es wäre heute ja auch kein Problem, wenn die Herren nur mit 17 statt 23 km/h den Berg hinauffliegen würden, die Durchschnittsgeschwindigkeit der Tour endlich wieder mal < 40 km/h fallen könnte.

Wenn natürlich ein paar Spinner EPO nehmen, steht der Rest des Feldes unter Zugzwang, es ihnen gleich zu tun. Die Anforderungen, die durch die Strecke (Länge, Berge) gestellt werden, dürften kein Problem sein (siehe unsere Touren...), es ist die Geschwindigkeit, die Leute auch an 4%-Hügeln kotzen läßt.
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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von peso » Mi 9. Mai 2007, 09:51

Zum Frauenradsport.

Die Argumentation, das finanzschwache Damenpeloton sei doch eine große, kuschelige Familie, der Anreiz zur verbotenen Leistungssteigerung viel zu gering, konnte man vor Jahren auch von Triathleten hören. Als dann Nina Kraft überführt wurde...

Schon bei den Herren sind vor allem bei kleineren Rundfahrten/Rennen die Etats so gering, daß kaum Dopingkontrollen bezahlt werden können. Etwa in Niedersachsen, wo noch immer keine Bluttests durchgeführt werden. Im Frauenradsport sind die verfügbaren Mittel noch einmal wesentlich geringer (1/4 bis 1/10) - wie soll man da sinnvoll testen? Dazu kommt ja auch, daß sich das Kontrollregime von UCI und WADA als einigermaßen wirkungslos erwiesen hat. Warum sollte das bei den Frauen anders sein? Selbst Freizeitsportler können sich Testo, diverse Anabolika etc. leisten - eine Spitzenversorgung … la Fuentes mag teuer sein, die Grundausstattung mit Hormonen, EPO ist auch für Profisportlerinnen bezahlbar.

Die Geschichte zum Bild im Anhang gibt es hier Und ja, es geht um Frauenradsport.
11333.16976.f.jpg
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Re: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?

Beitrag von Frank » Mi 9. Mai 2007, 10:18

triplex128 hat geschrieben:wurde geschluckt, was die Apotheke hergab



um es zu überleben!!!!!
wenn die Geschichte über Bjarne bei der Tour 1996 halbwegs stimmt, dann hat er TROTZ der ganzen Sachen überlebt, nicht WEIL der was genommen hat/geschluckt/gespritzt hat
die Praktiken des Einspritzens von sauberem Fremdurin in die eigene Blase, die d'Hont beschreibt, dienen ja wohl aber nicht dazu, eine dreiwöchige Rundfahrt zu überleben, oder?

@peso
ja uns Hobbysportler würde es nicht stören, wenn die Profis etwas langsamer fahren würden, aber irgendeiner fängt an und dann nehmen es alle

was Basso angeht, so stellt sich schon die Frage, wozu bezahlt er hunderttausende Euro an Fuentes, wenn er doch nur bei der Tour das Blutdoping ausprobieren wollte? Er gibt nur das zu, was ohnehin bekannt und bewiesen ist. So versucht er einen auf "geläuterten Sünder" zu machen. Ein Geständnis und alles wird gut. Wenn er damit durchkommt, behält er seinen Giro-Sieg, und die Italiener werden sich schon für eine milde Strafe einsetzen. Na mal schauen, wie sich das entwickelt.
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