"Fakt ist: es geht geringes Gewicht an Rahmen, Vorbau, Lenker, Sattelstütze und Kurbel ganz klar auf Kosten der Festigkeit (man nimmt einen geringeren Sicherheitsfaktor[*], und dadurch wird auch der Ermüdungsbruch schon bei geringerer Laufleistung wahrscheinlicher), an einem Rad nur für Rennen sicher unerheblich, aber für Trainingszwecke doch völlig ungeeignet.
Ich rechne jetzt schon bei meinem schweren AluRahmen mit max. 50Mm Laufleistung bevor die Dauerbelastungsbruchwahrscheinlichkeit krass ansteigt, bei Leichtgewichten hätte ich schon nach 30-35Mm Schiss.
Wenn man schon genug Kohle hat, lohnt es sich doch eher noch zusätzlich zum leichten Rad für Rennen ein schweres Trainingsrad zuzulegen. Am besten aus Stahl, weil der hält wenn beim Zusammenlöten nichts falsch gemacht wurde, wirklich ewig. Für Alu gibts keine Dauerfestigkeit, irgendwann bricht es immer.
Ich sag nur: Energie- und Umweltbilanz. AluLeg. brauchen enorm Energie bei der Herstellung.
Wenn man dann mal überlegt, dass manche Leute im Leben durchaus an die 700Mm rankommen(manche Verrückte schaffen gar 1Gm), hieße: 15-20 Alurahmen oder einer aus Stahl (am besten Rahmenbauer und Edelstahl)
Und schlussendlich: am umweltschonendsten sind immer noch gebrauchte Rahmen die schon gebaut wurden. Geht leider bei Alu schlecht, Laufleistung sieht man Rahmen nicht an, da muss man auf die Angaben des Verkäufers schon vertrauen können.
Klar kann man sagen: auf die 15-25kg Alulegierung kommts nicht an, mit der Einstellung könnte ich mir Glasmülltrennung auch völlig sparen. Jeder Mensch hat ein Gewicht im CO2-Haushalt.
Also einfach mal daran denken, dass Alu je leichter es ist, früher ausgetauscht werden muss oder früher bruchgefährdet wird, und ob einem die paar gramm gespartes Gewicht die zusätzliche Menge CO2 Wert sind, die beim häufigeren Tausch von Leichtbauteilen anfallen.
Ausserdem wenn ein Hemd (sorry) wie Barus anfängt 50g-weise Gewicht zu sparen, kann ich das nachvollziehen, wenn das jmd. mit 3-4kg Speck am Körper macht, ist es für mich albern.
[*]Sicherheitsfaktor: reale Materialstärke/ Errechnete Materialstärke (die man braucht für die maximal angenomme Kraft) "
Und nun der Zusatz
Bezüglich der Gruppenunterschiede denk ich man kann mit Glück doch gut damit fahren, x00 EUR mehr für die nächsthöhere Gruppe auszugeben (einzig bei der Kurbel, siehe oben dauerbruchwahrscheinlichkeit erhöht, wirds sich wohl nicht rechnen). Denn: die höherwertigen Gruppen zumindest bei Sh*m*n* haben noch einen Tick bessere Dichtung und Lagerung der Komponenten.
Heißt: statt 60Mm halten sie dann vllt. 80Mm (aus der Luft gegriffen), ob sich das auf Dauer lohnt muss jeder selbst entscheiden.
Im Endeffekt denk ich mir: ich kauf jetzt mittlere Qualität, die schaltet halt etwas kürzere Zeit genauso präzise wie die bessere Qualität. Dann muss ich mir früher Ersatz kaufen, und bekomm eventuell dann in der mittleren Quali/Preis-Klasse höherwertigeres als die frühere höhere Qualiklasse. (Alle Klarheiten soweit beseitigt>:-)
In dem Sinne werden wohl viele ehemalig Spitzen-Schaltwerke noch vor dem Tod wieder eingemottet werden. Wer so hoch kauft hat auch oft das Geld. Dann ist es wohl nur der Style-Effekt.
Die Schlussfolgerung aus den ganzen Überlegungen lautet für mich: Gebrauchträder für Alltag und Training kaufen (dann ist es auch umwelttechnisch egal ob Alu oder Stahl), und dabei wenn man Räder im Keller hat und damit Zeit zum Suchen, möglichst ungefahrene Spitzengruppen suchen. Im Alltag und Training nach möglichst leichten Rahmen, Kurbel, Vorbau und Lenker zu suchen ist eher kontraproduktiv, sowohl für den Geldbeutel (wobei das dann wohl eher weniger stört) als für die Umwelt, jedoch:
Wenn man wirklich Rennen fahren will, dann ist das geringe Gewicht wichtig, auch wichtiger, als die bessere Schaltungsgruppe.
Welcher Amateurrennfahrer wird wohl jemals die 30-40 Mm in Rennen fahren, die es wohl mindestens brauchen wird, selbst Sora-STI's und Schaltwerke zu zerlegen. (meine RSX-STIs und das Schaltwerk haben die geschätzten 25Mm schon hinter sich und schalten noch, und würden das nach ner Spülung mit WD40 sicher nochmal erheblich besser machen)
Auch ein Rahmen mit extrem kleinen Sicherheitsfaktoren wird wohl dennoch mindestens 20-30 Mm fahrbar sein. Mehr braucht man dann ja auch nicht für ein Renn-Rennrad

dat wärs. 