Unvermeidlich eins auf die Birne...

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pneumo
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von pneumo » Mi 1. Nov 2006, 17:00

red nosed renntier hat geschrieben:Du fällst bei sagen wir 30km/h, rutschts schön, dann bleibt dein Helm mit der Außenkante hängen. Nun zählt der Hebel, von der Helmkante/Boden bis zum Nackwirbel können da sicher schon 5-10cm zusammenkommen. Nun stell dir vor, es verhakt sich die Helmkante am Boden, versucht nun über diesen Hebel, deinen gesamten Körper abzustoppen, auf kürzestem Bremsweg, nämlich am liebsten Bremsweg 0. Da ist höchste Querschnittslähmungsgefahr, weil immense Hebelkräfte ansetzen, die nur eins wollen: Bruch der Halswirbelsäule. Lässt sich errechnen, die sind größer als unsere Muskulatur handeln kann.

Der gleiche Hebel wirkt wenn man auf den Hinterkopf auf diese Bürzel fällt, nur nicht ganz so brutal, weil die Geschwindigkeit niedriger ist, bei normalen Umfallen. Trotz der geringen Kräfte wird aus genau diesem Grund vor Rollerskaten mit den Helmen gewarnt.


Gruß, Ingmar
...sag mal du physikus mit studienschwerpunkt fallübung über den lenker: gehts noch? nimmst du was bevor du hier beiträge schreibst?

mein helm hat keine kanten, der ist rund,rund,rund, da bleibt nix irgenwo hängen

nimm mir`s mal nicht übel aber diese theorie ist vergleichbar mit dem versuch den benzinverbrauch eines maikäfers in rückenfluglage zu ermitteln

die knitterfreie mütze schützt nun mal mehr als dass sie schaden macht-fertig!!!
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Frank
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von Frank » Mi 1. Nov 2006, 17:08

Statistik hin oder her, wenn man ein bisschen nach "Fahrradhelm" bei Google sucht, stößt man immer wieder auf diese 10 jahre alte australische Studie. Um die genau zu beurteilen, fehlt mir aber jetzt die Zeit. letztendlich beziehen sich alle, die zeigen wollen, dass helme nichts bringen oder sogar gefährlich sind, auf diese Studie.

Sehr ausgewogen ist ein Artikel bei Wikipedia zum Thema Fahrradhelm.

Ingmar, mein Problem mit deinen Argumenten ist einfach, dass ich sie nicht nachvollziehen kann (Beispiel: Helm kaputt nach Sturz - spricht für dich ja auch irgendwie gegen den Helm, Stichwort Shock absorption). Hier würde ich gerne von dir hören, was der Vorteil (in dieser speziellen Situation) wäre, keinen Helm zu tragen.

Du kannst, auch das wurde schon oft angesprochen, für deine Behauptungen genauso wenig Beweise bringen, wie du sie von uns pro Helm verlangst. (außer diese australien-geschichte). Weil man nämlich eine Versuchsreihe mit und ohne Helm unter den gleichen Bedingungen machen müsste. Das kann aber keine Statistik leisten. Hier werden Unfälle mit sehr unterschiedlichen Begleitumständen zusammengefasst. Sehr eindrucksvoll (wenn auch nicht sehr wissenschaftlich) sind ja immer diese platzenden Melonen, wenn die Tour ihren jährlichen Helmtest macht. Wenn die Melone einen Helm trägt, bleibt jedenfalls heil.

Unbestritten ist, dass Helme vor 10 jahren noch nicht optimal konstruiert waren. Unbestritten ist auch, dass der Helm richtig getragen werden muss, um zu schützen.

Ich denke, dass ich ein bisschen was von Physik verstehe (hatte ich im Studium), und auch von Statistik (brauche ich für meine Arbeit). Wirf mir also nicht vor, ich will deine Argumente ins Lächerliche ziehen, ich finde sie einfach noch nicht überzeugend.
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red nosed renntier
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Mi 1. Nov 2006, 17:32

Frank hat geschrieben:. Hier würde ich gerne von dir hören, was der Vorteil (in dieser speziellen Situation) wäre, keinen Helm zu tragen.
Kein sinnloser Geldverlust für den neuen Helm
(außer diese australien-geschichte).
Nein, es gibt nicht nur Australien, es gibt auch Neuseeland und Schweden. Überall kommt man auf die gleichen Erfahrungen. Es wurde halt eine Studie genannt, die mich bestätigt, bevor keine Studie in die andere richtung kommt. mach ich mir jetzt nicht den Aufwand alle Studien rauszusuchen (und da gibts doch reichlich, groups-goorgeln in d.r.f. hilft. Bzw. der Link zum ADFC stellt auch noch mindestens eine zweite Studie vor.

Hier werden Unfälle mit sehr unterschiedlichen Begleitumständen zusammengefasst.
Du hast die Statistik nicht verstanden, hab ich schonmal hier im Thread erklärt.
ich finde sie einfach noch nicht überzeugend.
Das bleibt dir unbenommen. Nur widerlegt wurden sie noch nicht.

Gruß, Ingmar - im übrigen will ich hier nicht missionieren, ich habe nur reagiert auf einen helmtrage-missionierenden Hinweis eines anderen Mitglieds an einen Newbie. Wurde aber wieder gelöscht, was ich sehr gut fand, und ich hoffe, wir können Helmtrage -und Helm-nicht-trage-empfehlungen weiterhin auf diesen Thread beschränken.

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von peso » Mi 1. Nov 2006, 17:37

Wurde aber wieder gelöscht, was ich sehr gut fand...
Das war ein Versehen. :)

...und ich hoffe, wir können Helmtrage -und Helm-nicht-trage-empfehlungen weiterhin auf diesen Thread beschränken.
Das hoffe ich auch.
Reißbrett 2016

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von ThoHei » Mi 1. Nov 2006, 19:26

Im Endeffekt sind wir uns doch jetzt aber alle einig, das keiner dem anderen richtig bweisen kann, ob Helme gefährden oder nicht.

Einer 10 Jahre alten Studie würde ich auch nicht mehr viel Vetrauen entgegenbringen, da die Helmentwicklung stetig weitergeht.

Aber eins ist fakt.

Ich habe noch nie jemanden gesehen, oder davon gehört das jemand Frontal mit dem Gesicht in eine Fensterscheibe geraucht ist.

Dies geht auch rein Körpertechnisch nicht. Der Körper hat Schutzreflexe und zieht nun mal den Kopf zur Brust. Ob du es willst oder nicht. Somit ist dei Chance mit dem Gesicht Frontal auf eine Autoscheibe zu knallen relativ gering.

Ich verstehe nur eins nicht.

Du sagst:

Wenn jemand stürzt und der Helm kaputt geht, wäre er ohne Helm nicht auf der Strasse mit Kopf aufgeschlagen, wenn er keinen Helm getragen hätte. (Korrigiere mich wenn ich deinen threads falsch verstanden habe).
Wie kannst du davon ausgehen? Hast du mit jemanden gesprochen der deis so erlebt hat?

Wo wir wieder bei dem Thema Studie wären, die doch für meine Begriffe an den Haaren herbeigezogen sind, da nunmal nicht die gleichen Vorraussetzungen erfüllt sind.

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von Frank » Mi 1. Nov 2006, 19:45

ThoHei hat geschrieben:Ich verstehe nur eins nicht.

Du sagst:

Wenn jemand stürzt und der Helm kaputt geht, wäre er ohne Helm nicht auf der Strasse mit Kopf aufgeschlagen, wenn er keinen Helm getragen hätte. (Korrigiere mich wenn ich deinen threads falsch verstanden habe).
Wie kannst du davon ausgehen? Hast du mit jemanden gesprochen der deis so erlebt hat?
genau das ist der Punkt, wir verstehen es nicht und er erklärt es uns nicht richtig. mit Helm berührt man den Asphalt, der helm geht kaputt, und ohne Helm hält man den Kopf eben 3 cm höher (zumindest würde es Ingmar so machen, weil er ja fallen gelernt hat).
und hier ist auch das Problem, wo ich nicht weiß, ob das alles ernst zu nehmen ist.
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Mi 1. Nov 2006, 19:57

@Frank
Völlig richtig widergegeben. Dafür brauchts auch keine Fallschule, wenn man sich wie es eigentlich normal sein sollte. in der Kindheit viel bewegt hat, und dementsprechend viel hingefallen ist. Beobachtet Kinder und ihr werdet sehen, dass die ihren Kopf hochhalten. Das geschieht bei jedem Menschen instinktiv. Leider weiß der Instinkt nicht, dass der Helm auch noch da ist, und schützt ihn nicht vor dem Boden.

Gruß, Ingmar

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von Frank » Mi 1. Nov 2006, 19:58

red nosed renntier hat geschrieben:
Frank hat geschrieben:. Hier würde ich gerne von dir hören, was der Vorteil (in dieser speziellen Situation) wäre, keinen Helm zu tragen.
Kein sinnloser Geldverlust für den neuen Helm
das ist ja nun auch Polemik pur, hier wären ein paar biomechanisch-physikalische Details hilfreicher gewesen

red nosed renntier hat geschrieben:Nein, es gibt nicht nur Australien, es gibt auch Neuseeland und Schweden. Überall kommt man auf die gleichen Erfahrungen. Es wurde halt eine Studie genannt, die mich bestätigt, bevor keine Studie in die andere richtung kommt. mach ich mir jetzt nicht den Aufwand alle Studien rauszusuchen (und da gibts doch reichlich, groups-goorgeln in d.r.f. hilft. Bzw. der Link zum ADFC stellt auch noch mindestens eine zweite Studie vor.
ja auch Kanada, hab ich gelesen, das wie bei den Homöopathen, die haben auch ihre scheinbar kaum zu widerlegenden Beweise, was mich hier wirklich wundert ist, dass der ADFC sich so unkritisch dieser Argumente annimmt

ich denke, dass ich mich von Berufs wege sehr gut mit Statistiken auskenne, insofern musst du mir nicht 100-mal sagen, dass ich die Statistik nicht verstehe.

dass du die Neulinge hier so in Schutz nimmst ist aller Ehren wert, ich würde es immer wieder so schreiben, australische Statistik hin oder her
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red nosed renntier
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Mi 1. Nov 2006, 20:05

ThoHei hat geschrieben:Hast du mit jemanden gesprochen der deis so erlebt hat?
Schau doch mal das hier beschriebene Beispiel für den Typen der aufsteht und danach feststellt dass sein Helm kaputt war. Nicht der Helm hat den Aufschlag abgemindert, nein, der Fahrer hat den Aufschlag verhindert, aber nicht das touchieren des Helmes.
Kannst du es ausschließen? Klingt das so unschlüssig? Wenn ich jetzt schon so oft stürzte ohne Kopf.Boden-Kontakt, ein anderes Forum-Mitglied ebenfalls schrieb, dass sie nie Kopf-Boden-Kontakt hatte. Ist das für dich so unvorstellbar, dass ich nur durch nicht-tragen des helmes kaputte Helme vermied, obwohl ich nicht gefährdet war?

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von ThoHei » Mi 1. Nov 2006, 20:15

Ok, dann lassen wir das jetzt mal so stehen.

Also willst du sagen das die mit helm fahren, dass sie das geld für den Helm zum Fenster raus werfen.

Aber Gesetz des Falles du stürzt einmal und schaffst es nicht deinen kopf hoch zu halten (warum auch immer), dann wäre es doch wahrscheinlich bessr du würdest einen Helm tragen.

Wie gesagt aus Fehlern lernt man. Mein Bruder lag nach ein Sturz mit dem Fahrrad mit SHT 1 Grades und Retrograder Amnesie 3 Tage im Krankenhaus.

Er ist nur von Arbeit nach Hause gefahren.

Seit dem fährt er mit Helm.

Aber so wie ich das verstehe, gehst du davon aus, das der Körper denkt:
Ach ich hab ja nen Helm auf, da kann ich es ja richtig krachen lassen.
Und wenn ich keine auf habe sagt er sich ständig:
Nur nicht fallen, und wenn doch dann schön den Kopf hochhalten.
Das zu beweisen ist sehr sehr schwer. Und das wird auch nie eine Studie schaffen.

Jeder Mensch ist anders, wenn du das in Perfektion kannst respekt, aber ich will es nicht darauf ankommen lassen.

Deshalb lieber mit Helm.

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