Sag mal, die Kette liegt ja schon auf dem kleinsten Ritzel...
Mal ein paar Datenspielchen:
Ausgangssituation

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Man sieht schön, daß Barus gute drei Monate mit teilweise extrem hoher akuter Belastung (ATL) an einer vernünftigen CTL gearbeitet hat. Am 28.03. betrug diese 130 TSS/d. Von diesem "Trainingspolster" läßt sich in der Vorbereitung auf die Rennen ganz ordentlich zehren - ab April sinkt die ATL deutlich, als Folge erreicht die TSB (als "Frischeindikator") nach langer Zeit mal wieder positive Werte. Auch die CTL sinkt um fast 20 Punkte - Barus tauscht also Fitness gegen Frische. Die Amerikaner sind der Meinung, daß eine leicht negative bis leicht positive TSB von -5 bis +15 vor A-Wettkämpfen ideal sei - Barus' sich mit seiner TSB von 23,5 also ruhig noch mal eine Trainingseinheit mehr hätte gönnen können, aber da fehlen uns einfach noch die Erfahrungswerte.
Gesamte Strecke:
03:00:14 h / 102,9 km / 2230 kJ
AP 207 W / NP 236 W
IF 0.908 / 247 TSS
Peak 5s 799 W
Peak 1min 363 W
Peak 5min 282 W
Peak 20min 253 W
Start
Der Start auf dem Parkplatz sieht 4000 Fahrer, die gleichzeitig versuchen, auf einer 10 Meter breiten Straße in die Pedale zu kommen. Das kann natürlich nicht klappen. Die ersten 500 Meter legt Barus mit 18 km/h im Schnitt zurück und muß dafür bescheidene 86 W leisten. Sobald sich Barus auf der breiteren L3006 befindet, sind dann gleich etwa 400 W für 20 Sekunden fällig, um das Tempo der Vorderleute aufzunehmen.
Bis zur Einfahrt auf die Schleife am Riedberg bleibt die Leistung mit 230 W für 24 min auf hohem, aber erträglichem Niveau, wobei es Barus gelingt, sich aus seinem Startblock weit nach vorne zu schieben.
Riedberg
Ob es eine gute Idee war, die Jedermänner um 09:30 über die Zielschleife des Profirennens am Riedberg zu schicken? Zuschauer waren (natürlich) noch keine da, die Straßen schmal und ohne im Notfall befahrbare Gehwege, dazu Kreisel und Fahrbahnteiler. Barus leistet über die 9 min am Riedberg 220 W im Schnitt, aber die Leistungsanforderungen sind jetzt deutlich unrhythmischer als noch zu Beginn. Zunächst die Steigung mit 3-8%, dann diverse Kurven, nach denen Barus immer wieder mit etwa 400-500 W für 10 Sekunden antreten muß.
Feldberg ab A5-Querung
53:16 min / 22 km
3,2% / 24,7 km/h
AP 245 W / NP 251 W
IF 0.964
Es war natürlich zu erwarten, daß man vorne mit ganz ordentlichem Tempo in den Feldberg fahren würde. Kein Wunder also, daß Barus schon nach wenigen Kilometern hinter Oberursel > 300 W auf dem Display stehen hatte und ihm seine Beine da auch gar nicht widersprechen wollten. Bei einer zu erwartenden Fahrzeit von > 50 min und einer maximalen Stundenleistung von 260 W war es nur vernünftig, die Spitzengruppe ziehen zu lassen und das eigene Tempo am Berg zu fahren. Tatsächlich liegt die normalisierte Durchschnittsleistung für die 53 min mit 251 W auch ganz nah an Barus' FTP. Da kennt sich jemand.
Ruppertshainer

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Es folgt die durch kurze Anstiege in Niederreifenberg und nach Glashütten unterbrochene Anfahrt zum Ruppertshainer. Barus leistet an beiden Anstiegen etwa 240 W für 5 bis 10 Minuten. Dann der deutlich steilere Ruppertshainer mit 9% Steigung im Schnitt über einen guten Kilometer. Barus fährt ihn recht gleichmäßig mit 264 W über 5 Minuten, um kurz vor der Kuppe noch einen kleinen Sprint mit 330 W über 30 Sekunden einzulegen, vermutlich, um die vor ihm liegende Gruppe zu erreichen. Auf der Graphik sieht man auch schön, wie Barus nach den 90-Grad-Kurven in der Abfahrt erneut antritt.
Schulberg
Eine schöne Idee, den Schulberg nicht mehr nach 25 flachen Kilometern wie noch 2008, sondern bei Km 73 ins Profil zu setzen. Eine hundsgemeine Idee mit maximal 19%. Barus fährt "seinen" Stiefel (240 W) im etwas flacheren Teil des Anstiegs nach dem Kopfsteinpflaster, dann die Rampe mit 16% über 200 m. Die Geschwindigkeit wird einstellig (

), 320 W über 60 Sekunden sind es noch, die Barus hier leistet. Wenn man bedenkt, daß seine maximale Minutenleistung 590 W beträgt, wird deutlich, wie schwer das Rennen bis hier war. Man glaubt sich nach dem Steilstück bereits oben, aber das Mistding will - bei etwas geringerer Steigung - nicht enden. Noch einmal 275 W sind über eine Minute nötig, um sich in die halsbrecherische Abfahrt zu stürzen.
Zum Ziel

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Wie sieht das eigentlich aus, wenn eine Gruppe nicht läuft? So wie auf dem Bildchen. 15 km vor dem Ziel fährt Barus für 5,5 km mit 117 W in einem windscheuen Grüppchen. Immer wieder ein paar Spitzen, wenn er mal kurz in den Wind fährt, aber Leistung und Geschwindigkeit (es geht leicht bergab) bleiben gering. Die letzten 37 Minuten des Rennens ist Barus nur noch mir 158 W (!) im Schnitt unterwegs, mobilisiert lediglich im "Schlußsprint noch einmal 452 W für 12 Sekunden.