TOUR de ENERGIE, Göttingen 2009
DER WETTBEWERB in 2009: Wurstpelle vs. Bergmops oder wie schaffen es zwei, alle am Berg zum Stehen zu bringen?
Vorbereitung:
Die Vorbereitungen liefen für dieses immens wichtige Rennen in meiner alten Studienstadt auf Hochtouren! Das WE zuvor noch eine RTF über 160km absolviert und dann dieses Training mit Charlie und Sippe: KurzKurz angefahren und dabei erwischte mich der Perenterolentscheid. Das Zeug nehme ich heute noch, dann muss es besser werden. Ab Dienstag habe ich dann das Rad noch nicht mal mehr angesehen.
Sonnabend, 25.04.:
Die beiden Protagonisten treffen in Göttingen ein. Wir gelobten uns in der Woche per pn und auch im Forum ewige Freundschaft, nur...wird es die aushalten? Unsere Nerven waren zum Zerreißen gespannt, als wir uns um 15.00 Uhr am Fuße des Hohen Hagen treffen. Ich habe als möglichen Streitschlichter meinen Gastgeber mitgebracht, der allein durch seine Erscheinung Respekt einflößen kann. Wir fallen uns aber freudig , ob der Trainingseinheit , in die Arme, bauen die Räder auf und drehen die Runde ab Ende Bramwald über den Hohen Hagen und dann über Dransfeld zurück zum Auto. Mein Fred wurde an jedem Hügel, v.a. am Hohen Hagen abgehängt und so dachten wir, dass wir es drauf haben. Naja, das es nicht so ist, zeigte dann das Team UNIVEGA. Fred erfuhr, als die Jungs ihn am HH überholten, dass es auch Leipziger in dieser Mannschaft gab und irgendwie ballerten die als Trainingseinheit den HH mit großem Kettenblatt hoch. War wohl nicht die falsche Entscheidung, wenn man sich das Ergebnis ansieht....
Dann die Entscheidung am Auto: Winni wurde zur kasachischen Wurstsemmel und bezog Stellung zu unserem Wettkampf: „ICH NEHME AN UND STARTE MORGEN“ . Mir wurd flau in den Knien und warm ums Herz. Das Rennen morgen hatte wieder einen Sinn, HippHippHurray!!!
Nun musste ich umdisponieren, wollte ich doch noch die Stadt Abend unsicher machen, was ja jetzt net mehr ging. Zunächst haben wir die Startunterlagen abgeholt und dabei noch teli und foxxy getroffen. Meine halbe Mannschaft der RSG Göttingen war natürlich auch auf den Zietenterrassen und noch 3 Leipziger, die mit uns noch nicht angebändelt haben.
Wir hatten dann alles zusammen und ich meinte dann, dass ich noch Zeit hätte, da wir erst später in die Stzadt gehen wollten. Also flugs zu Winnis Nächtigungstelle und überprüft, dass genügend Getränke (BIER) bereitstanden, damit er schön seinen Rotz verflüssigen konnte. Sie waren da und ich war beruhigt, dass ich ungefährdet auf den morgigen Wettkampf ein zwei drei Hefe trinken könne. Ein Anruf zerstörte unsere Veltinsrunde auf der Terrasse, als gefragt wurde, ob ich überhaupt noch Bock auf meine Freunde hätte. Ich entschuldigte mich beim WinniClan und fuhr schnell zu meiner Labestelle. Dort wurde ich „freudig“ erwartet und nach dem Duschen waren wir dann doch schon um 21.30 in der Göttinger Innenstadt, um im Kratoffelhaus das Abendessen einzunehmen. Blackdevil kam auch umm 22.00 mit dem Zug aus Hannover eingetrudelt, so dass mein Bikechick und Supporter No.One auch zugegen war. Es wurden nur 2 Hefe und ein Pils konsumiert, der Rest war alkoholfrei. Um 23.30 begann eine unruhige Nacht....
The Race:
Um 09.30 wollte ich auf den Zietenterrassen sein, es wurde 10.10, aber das ist normal für mich. Warmfahren war was für Eisbären, denn die Sonne hat ordentlichen Druck und es versprach ein grandioser Tag zu werden. Ich schlenderte so mit Blue-White Endorfin an den vielen vielen Rrfahrern vorbei, grüßte hier grüßte da bekannte Gesichter aus meiner alten Göttinger Zeit und dann klingelte das Telefon: „Bergmops, wo bist Du? Ich warte schon die ganze Zeit in Block D auf Dich!“ Winni, da schaffst Du es, einen Startplatz in B zu bekommen und was machst Du? Gehst in diesen D Block. Wärst Du vorne mit gefahren, dann schau Dir mal das Ergebnis von Annemie an und Du weißt, da wäre mehr drin gewesen. Vorne fahren sie halt auf Strassenbreite und nicht Rad hinter Rad....
Egal! Ich stellte mich neben meinen Winni, wir wurden fotografiert und freuten uns über die Auschläger unserer Pulsuhr, wenn mal wieder ein Adrenalinstoss unsere Knie zum Wackeln brachten. Gazelle machte sich von rechts hinten bemerkbar, ich trug ihr Bike neben das meinige, denn ich habe ihr versprochen, Eure Captainin so lange schützend durchs Feld zu führen, wie ich es schaffen konnte.
10.45 Uhr:
Block A ging weg .... 90 Sekunden später dann Block B......80 Sekunden später dann Block C.... Ich stieg vom Rad und habe per Hand schnell aufs große Ritzel gedreht. Unser Block wurde vorgeleitet. Hatte einen aus der RSG Gö an meiner Seite, Winni vor mir und dann gazelle lnks hinter mir. Wir standen alle ganz vorne, was gut war. Es ging los. 2 Motorräder der Göttinger Polizei galt es nicht zu überholen. Wir fuhren gleich dahinter in der 2-3. Reihe. Nerven gespannt wie Drahtseile. Dann wurde mir kalt, mir war kurz schlecht und ich nahm einen Schluck. Blöfft der Winni etwa nicht und er hat sich wirklich verbessert am Berg? Ich wusste, dass ich mehr Power auf der Graden bekommen habe, aber Bergab war eine Nummer für sich. Da kann ich nicht mithalten. ....zurück zum Rennen...
Ich begann ob der „Kälte“ die Bremsen anzuziehgen und trat 90 Umdrehungen. Der Puls gingt von 90 auf 160 und dann war das Gefälle zu Ende und wir wurden schon beim Einrollen auf die Startgerade fotografiert. Dann kamen wir auf die Startmatte und the Race begins:
Winni war egal, Captainin aus den Augen und kurz aus dem Sinn, da ich mit Tom aus meinem Verein an 4. Stelle an der Spitze des D-Block-Zuges die Verfolgung auf den C-Block aufnahm. Ich rief noch, dass es zu weit vorne ist, denn Führungsarbeit ab dem 3. km wollte ich nicht für 500 hinter mir fahrende leisten. Aber wir hatten einen Irren vor uns, der mal so einfach lockig flockig die 45kmh bis zum Ende vom C-Block durchzog. Dann wurde es unübersichtlich, aber nicht gefährlich, denn wenn man sich in der Mitte der Strasse aufhielt und das Tempo mitgehen konnte, wurde alles langsame am rechten Strassenrand gefahrlos überrollt. Falcon aus Block C ließ es gewohnt cool und ruhig angehen und wir nahmen ihn in unserem Fahrwasser auf. Ein Zug mit 50-55km/h ging plötzlich links neben mir vorbei und ich erstarrte: Wurstpelle Winni lutschte da mitten drin mit. Gazelle blieb bei mir, da ich meinte, dass es nur noch 3km bis zum ersten Hügel sind und das es sich nicht lohne hier die Körner zu lassen. Winni fuhr sich schnell einen Vorsprung von knapp 300m raus. Aber ich konnte ihn sehen und das beruhigte mich, denn es waren ja erst 9km gerollt.
Hügel nach Jühnde oder die Wurst wurde gepellt:
Es ging rechts rein in den Hügel. Der Wind? Fehlanzeige, keiner da, doch war da aber als Rückenwind. Nun kommt das Problem, das ich letztes Jahr nicht hatte: Ein beeindruckendes Bild zeigte sich, als man den Berg hochschaute, da die Radfahrer wie an der Schnur gepellt hintereinander die hm einnahmen. Letztes Jahr wurde die gesamte Straßenbreite eingenommen und es war sehr viel schneller und einfacher, den ersten Berg, wenn auch ein anderer, zu nehmen. Egal, gazelle, Tom und ich traten in die Pedale und suchten uns ein passendes Hinterrad, welches uns nach Jühnde ziehen sollte. Viel zu schnell kam Winni auf uns zugeschossen (so nach 500m ). Ich hatte noch das große Ritzel drauf und Wurstpelle und zwei seiner Leidensgenossen machten die halbe Fahrbahn dicht. Also nahmen wir das Tempo raus und ich schaltete hörbar laut für Winni die Gänge runter: ICH LIEB(T)E DIESEN AUGENBLICK -à Ich schaute Winni tief in die Auen und grinste über beide Backen. Er meinte nur:“ kaum muss ich ans Limit gehen, ist der Rotz im Weg!“ Es waren seine letzten Worte, die ich bis ins Ziel von ihm hörte. Ab jetzt konzentrierte ich mich auf gazelle.
Wir merkten, dass wir eine Geschwindigkeit fahren konnten, allerdings war sie leicht wie ein Floh und auch nicht viel größer, so dass ich sie manchmal suchen musste, wenn sie 5-6 Fahrer zwischen sich hatte. Wir kamen gut den Berg hoch, verloren aber zur gruppe vor uns leider ein paar Meter, die wir erst in Jühnde wieder schließen konnten. Dabei fuhr gazelle einen ganz starken part und nahm mich sofort in den Windschutz, wenn ich vorne nicht mehr treten konnte. Das haben andere natürlich mitbekommen, dass wir versuchten vorne die Gruppe zu bekommen und lutschten eifrig. Selbst mein Knurren: „Frauen führen keine Männer!“ inspirierte niemanden nach vorne zu gehen. Wir hatten aber Glück, dass die Gruppe vorne nicht doll zog und hatten auf der Abfahrt nach Jühnde und schnellen rechts-links-Kurven das Feld wieder eingeholt. Bis Meensen blieben wir in der Gruppe, die allerdings unruhig fuhr, da die Speedmaker immer wieder jeden Überholenden unbedingt schlucken wollten. Ich war schon gut bedient, aber ich wusste, das nach der Mur von Meensen die geile Abfahrt kommt. Ich rief gazelle noch ein „Schalte ins kleine Ritzel“ zu und dann ging es rechts rauf. Menschenmassen wie in belgien/Holland schrieen uns nach oben. Ich konnte noch nicht einmal ein schmerzverzehrtes Gesicht zaubeern, so ballerten wir den Berg empor.... Ok, es war 12-13km/h, aber ich fand es schnell. .... Oben angekommen, wurde Gel und Wasser in den rachen gepumpt. Axel, ein RSG-Fahrer aus Block C haben wir hier aufgesammelt. Ein begnadeter Abfahrer, den ich schnell mit gazelle bekannt machte und dann ging es runter. Den Gegenhang haben wir einfach nur durchgedrückt und hatten –keine Ahnung- gefühlte 70km/h drauf. Wiershausen hat schon mehr weh getan mit seinem kleinen Gegenhang, da sind Axel und gazelle auch ein wenig weggezogen. Bergab schaltete ich dann wieder das Hirn aus und die lange Gerade bis zur Rechtskurve wurde laut schreiend vor Adrenalinverspritzung geschluckt. Meine Bremsen kreischten bei jeder Nutzung.
Wir kamen in Hann. Münden an: Nun kommt die Rückenwindpassage und eine Gruppe war knapp 200 m vor uns. Ich schnappte erst Axel und dann rief ich zu gazelle „Hepp Hepp“ wie auf der Rennbahn. Ich wusste, dass es einen Gegenanstieg in 5km gab und bis dahin musste die Gruppe gestellt werden. Ich weiss nicht, wie lange Gazelle hinter mir und Axel war, aber als ich hinten aufschloss, war sie nicht mehr da. Allerdings war ich nun auch „hundemüde“ und wollte bis zum Bramwald nur noch lutschen. Die Sportfotografen kamen dann mit dem Motorrad des Weges und wir beiden Männer machten Späße mit dem Fotografen. Dabei entging mir leider der Stich an der Weser und ich bin zu spät in der Gruppe nach vorne gefahren. HOFFENTLICH sind die Fotos was geworden, ansonsten war das ein schmerzhaftes Intermezzo.
Ich dachte, dass sie rausnehmen am Stich, aber denken ist nicht wissen. Ich habe aufs kleine Blatt geschaltet und die Typen sind mit dem großen drüber. Ich habe es nicht mehr geschafft, die Gruppe zu halten und so musste ich von km 34-40 mit 3 Radlern fahren, die dasselbige leider nicht erfunden haben. Da rollt der eine schön gleichmäßig, der nächste macht ein Zielsprint, als er die Führung übernahm und der dritte bremste alles ab und bei schnauzte dann der Sprinter, als ich gleich nach dem Führen wieder rausgehe. Ungläubig staunte ich über so viel Fachwissen, fragte nach Kenntnissen eines gewissen belg. Kreisels und ob wir Kräfte einsparen oder uns gleich alle kaputt fahren wollen. Meine netten Worte wurden von nicht allen geteilt und so bekamen wir keine Chance, die Gruppe vor uns wieder einzuholen. 2 km vor dem Bramwald habe ich dann auch eine Tempoarbeit verweigert und machte mich bergklar: Brille auf den Helm, Trikot aufreißen und noch mal ein Gel einwerfen. Axel vorne weg, gazelle hinten weg und ich allein.
Bramwald:
Na Klasse, wird ein super Aufstieg. Ich lernte ganz schnell den Triathleten Dennis kennen, der mir nicht von der Seite wich (bis Hoher Hagen).
Plötzlich kam Gazelle daher: „Hallo Floeri“ hallte es in meinen Ohrmuscheln und lächelnd fuhr sie im Stehen an mir vorbei. Ich glaube, sie freute sich auf diesen Anstieg. Sie überholte Mann für Mann, keiner folgte ihr und ich habe bis heute nix mehr von ihr gesehen bzw. gehört. Sie war mit Abstand der schnellste Fahrer, der auf dem offenen Feld im Gegenwind da hochrauschte.
Ich fing an die Restkm bis zur Labestelle runter zu zählen. Ich glaube, dass Dennis genervt war danach, denn er fragte mich im Ziel bei einem Sprudelwasser, wie viele km noch!?
Ich holte Axel wieder ein und wir bekamen nach kräftezehrendem Anstieg an der Labestelle doch glatt eiskaltes Wasser.
Frisch ausgetrunken nahmen Tri D. und ich einen Fahrer nach dem anderen in unsere neu gegründete Gruppe auf und pflügten so über Ellershausen, Löwenthal ins Niemetal. Dort bekam Dennis einen Cocktail, der ihm am Hohen Hagen Flügel gab. Anscheinend habe ich hier schon viele Kräfte verbraucht, um Gruppen zu erreichen, oder die Abfahrten haben so viel Spass gemacht, dass der Puls und die Umdrehungen auch nicht geruht haben. Jedenfalls ist es immer wieder entmutigend, wenn man feststellt, dass einen km/h schneller reichen würde, um im Feld zu bleiben, aber die Muskulatur Dir sagt: „Machst Du das, Floeri, dann mach ich zu, klaaro!?“. Ich bekam noch ein Problem:
Mir schmeckte meine Flüssigkeit nicht mehr und ich habe schon zu lange zu wenig getrunken. Ich nahm die erforderlichen KH fast nur noch mit Gels auf, und nahm dann einen kleinen Schluck, um das Zeugs runter zu bekommen. Ich hatte diesmal Geschmack drin und nicht das neutrale Maltro. Das werde ich auch wieder ändern.
Hohe Hagen:
Am Hohen Hagen erwarteten uns viele Menschen, allerdings nicht so viele wie die letzten Jahre. Den ersten Stich bin ich zu schnell reingegangen, überholte zwar 7 Kletterer, aber die haben mich 200m weiter alle wieder eingefangen. Den Rettungsanker habe ich mir 2mal gegönnt. Diesmal kam ich mit einer GRIMASSE oben am Gerggipfel an. Für mich war der WEISS, so kaputt waren meine Oberschenkel. Ich krampfte am Rücken, da ich einen total verspannten Nacken aus der Nacht mitgenommen habe. Mit akrobatischen Übungen lockerte ich mich und kam auf die Labestelle zu. Ich nahm einen eiskalten Becher Wasser in Empfang, stürzte den runter und befand mich auf der Abfahrt Richtung Jühnde.
Nun kam die Foxxykurve und es wurden leider gerade zwei Radfahrer aus den Büschen gezogen. Beide sahen nicht gut aus und ich hoffe mal, dass es nicht zu böse geendet hat für die beiden.
Nach der Kurve ließ ich es laufen, musste ich doch, da nur noch versprengt Fahrer umherballerten, eine funktionierende Gruppe finden/organisieren. Ich überholte einen RRfahrer des Polizeiteams aus Block A und hechelte ihn an, dass er bitte mir folgen möge! Machte er auch und es gab keinen Verstoß wegen Amtsanmaßung!
Renntnertruppe:
Weitere 100m vor uns und 1km weiter hatte ich die nächsten 2 eingefahren. Nun waren wir 4 und von hinten kamen 5 Fahrer. Ich bat darum, auf die 5 zu warten. Ein Fehler, da die anderen zu stimmten und dieser 5er-Trupp 45 Jahre aufwärts alt war und „Wir sind Cheffe“-Truppe spielte. Einer kam aus dem Velo-Team Göttingen mir dem Zusatz „Rechtsanwälte“. Ok, dachte ich mir, das ist ja mal was neues, dass ein Radverein noch die Untersparte für Advokaten hat. Dieser Mensch „organisierte“ nun auf der langen Abfahrt einen belgischen Kreisel: Von den 9 Fahrern wussten3 was das ist. Nach lauten Erklärungen, die den 3 (ich gehörte dazu) lustige Gesichtsentgleisungen hervorriefen, gings ans Eingemachte. Ich hatte leider das Pech, dass diese Sprintsau von der Weser (kurz vor dem Bramwald) wieder dabei war und von damals nix dazu gelernt hatte. Sei drum, sein Vordermann geht raus, er sprintet wieder zum virtuellen Ziel und ich fahre dasselbe Tempo weiter. Er schaffte es, 300m vorne raus zu fahren, dann zu platzen, indem er einfach aufhörte zu treten, aber nicht einen Zentimeter nach innen zu fahren: Wenn ich dahinter gewesen wäre, dann hätte ich als Tandem bei ihm den Hintermann gespielt. Naja, hinter mir johlten alle und ich ging raus, um dem nächsten seinen Spass im Wind nicht zu nehmen. Der Type blieb gleich mal 5 Minuten vorne und brachte das tempo so hoch, dass keiner mehr vorbei kam. Advocat gab wieder Anweisungen, hatte Oberlenkerhaltung, wog 120kg, und drehte sich permanent um, ob wir Schäfchen denn alle folgen können. Einer von den brach mal weg, da meinte er, ob wir warten könnten. 3 habens gemacht und die kamen dann wutschnaubend wieder angerast, warum wir das tempo nicht rausnähmen.... So musste es kommen, dass Axel wieder aufschloss mit eine Truppe, die locker 10km/h schneller fuhr, weil sie funktionierte. Mein Puls hatte teilweise GA1 – Ausmaße angenommen und schrie nun nach Attacke.
Zieleinfahrt:
Die neuen Männer powerten schnell an uns vorbei. Da ich letzter in meiner Gruppe war, konnte ich wunderbar aufschließen. Das war alles nach dem Kreisel vor Rosdorf rechts weg über die Autobahnbrücke. Es waren noch 6km bis zum Ziel. Ich wünschte Axel viel Glück, denn er wollte für mich nicht mehr anfahren. Ich nahm mir einen 180cm Würfel, geschätzte 100kg, als Vorderrad und blieb Linksaußen an ihm dran. Vorne spulten 3 Männer ein krasses Tempo , wobei einer eigentlich permanent vorne fuhr.
Es ging in den „Start“kreisel und so in Richtung Innenstadtring. Vorne haben die drei runtergebremst in der Kurve und dann wie die Verrückten beschleunigt. Kluge Sache, v.a., weil mein Würfel sehr gut stapfen konnte. Ich verlor 50cm und dann ballerte mir einer von rechts ind diese Lücke. Mein Kopf stieß mit seinem Hinterteil zusammen und da nahm ich dann raus, denn um Platz 1000 muss ich mir einen Sturz 300m vor dem Ziel nicht mehr geben.
Mit 2:37:19 bin ich 897. bei den Männer Gesamt geworden. Damit kann ich zufrieden sein und das heißt schon mal Block C nächstes Jahr!
PS: Nach dem Rennen kam dann noch heraus, dass einige Forumsteilnehmer Geld gewettet haben auf Winnies und meine Duelle 2009. ich schlage mal ganz kühn vor, dass wir diese Gelder demnächst in der Innenstadt verteilen, oder aber, dass Ihr damit die Jahreabschlussparty unterstützt. Wäre doch was, oder
Ach ja, die kasachische Wurstpelle und ich sind immer noch Freunde und werden ab nächster Woche dies mit einem neuen Trikot bekräftigen!!!!!!!
Vorbereitung:
Die Vorbereitungen liefen für dieses immens wichtige Rennen in meiner alten Studienstadt auf Hochtouren! Das WE zuvor noch eine RTF über 160km absolviert und dann dieses Training mit Charlie und Sippe: KurzKurz angefahren und dabei erwischte mich der Perenterolentscheid. Das Zeug nehme ich heute noch, dann muss es besser werden. Ab Dienstag habe ich dann das Rad noch nicht mal mehr angesehen.
Sonnabend, 25.04.:
Die beiden Protagonisten treffen in Göttingen ein. Wir gelobten uns in der Woche per pn und auch im Forum ewige Freundschaft, nur...wird es die aushalten? Unsere Nerven waren zum Zerreißen gespannt, als wir uns um 15.00 Uhr am Fuße des Hohen Hagen treffen. Ich habe als möglichen Streitschlichter meinen Gastgeber mitgebracht, der allein durch seine Erscheinung Respekt einflößen kann. Wir fallen uns aber freudig , ob der Trainingseinheit , in die Arme, bauen die Räder auf und drehen die Runde ab Ende Bramwald über den Hohen Hagen und dann über Dransfeld zurück zum Auto. Mein Fred wurde an jedem Hügel, v.a. am Hohen Hagen abgehängt und so dachten wir, dass wir es drauf haben. Naja, das es nicht so ist, zeigte dann das Team UNIVEGA. Fred erfuhr, als die Jungs ihn am HH überholten, dass es auch Leipziger in dieser Mannschaft gab und irgendwie ballerten die als Trainingseinheit den HH mit großem Kettenblatt hoch. War wohl nicht die falsche Entscheidung, wenn man sich das Ergebnis ansieht....
Dann die Entscheidung am Auto: Winni wurde zur kasachischen Wurstsemmel und bezog Stellung zu unserem Wettkampf: „ICH NEHME AN UND STARTE MORGEN“ . Mir wurd flau in den Knien und warm ums Herz. Das Rennen morgen hatte wieder einen Sinn, HippHippHurray!!!
Nun musste ich umdisponieren, wollte ich doch noch die Stadt Abend unsicher machen, was ja jetzt net mehr ging. Zunächst haben wir die Startunterlagen abgeholt und dabei noch teli und foxxy getroffen. Meine halbe Mannschaft der RSG Göttingen war natürlich auch auf den Zietenterrassen und noch 3 Leipziger, die mit uns noch nicht angebändelt haben.
Wir hatten dann alles zusammen und ich meinte dann, dass ich noch Zeit hätte, da wir erst später in die Stzadt gehen wollten. Also flugs zu Winnis Nächtigungstelle und überprüft, dass genügend Getränke (BIER) bereitstanden, damit er schön seinen Rotz verflüssigen konnte. Sie waren da und ich war beruhigt, dass ich ungefährdet auf den morgigen Wettkampf ein zwei drei Hefe trinken könne. Ein Anruf zerstörte unsere Veltinsrunde auf der Terrasse, als gefragt wurde, ob ich überhaupt noch Bock auf meine Freunde hätte. Ich entschuldigte mich beim WinniClan und fuhr schnell zu meiner Labestelle. Dort wurde ich „freudig“ erwartet und nach dem Duschen waren wir dann doch schon um 21.30 in der Göttinger Innenstadt, um im Kratoffelhaus das Abendessen einzunehmen. Blackdevil kam auch umm 22.00 mit dem Zug aus Hannover eingetrudelt, so dass mein Bikechick und Supporter No.One auch zugegen war. Es wurden nur 2 Hefe und ein Pils konsumiert, der Rest war alkoholfrei. Um 23.30 begann eine unruhige Nacht....
The Race:
Um 09.30 wollte ich auf den Zietenterrassen sein, es wurde 10.10, aber das ist normal für mich. Warmfahren war was für Eisbären, denn die Sonne hat ordentlichen Druck und es versprach ein grandioser Tag zu werden. Ich schlenderte so mit Blue-White Endorfin an den vielen vielen Rrfahrern vorbei, grüßte hier grüßte da bekannte Gesichter aus meiner alten Göttinger Zeit und dann klingelte das Telefon: „Bergmops, wo bist Du? Ich warte schon die ganze Zeit in Block D auf Dich!“ Winni, da schaffst Du es, einen Startplatz in B zu bekommen und was machst Du? Gehst in diesen D Block. Wärst Du vorne mit gefahren, dann schau Dir mal das Ergebnis von Annemie an und Du weißt, da wäre mehr drin gewesen. Vorne fahren sie halt auf Strassenbreite und nicht Rad hinter Rad....
Egal! Ich stellte mich neben meinen Winni, wir wurden fotografiert und freuten uns über die Auschläger unserer Pulsuhr, wenn mal wieder ein Adrenalinstoss unsere Knie zum Wackeln brachten. Gazelle machte sich von rechts hinten bemerkbar, ich trug ihr Bike neben das meinige, denn ich habe ihr versprochen, Eure Captainin so lange schützend durchs Feld zu führen, wie ich es schaffen konnte.
10.45 Uhr:
Block A ging weg .... 90 Sekunden später dann Block B......80 Sekunden später dann Block C.... Ich stieg vom Rad und habe per Hand schnell aufs große Ritzel gedreht. Unser Block wurde vorgeleitet. Hatte einen aus der RSG Gö an meiner Seite, Winni vor mir und dann gazelle lnks hinter mir. Wir standen alle ganz vorne, was gut war. Es ging los. 2 Motorräder der Göttinger Polizei galt es nicht zu überholen. Wir fuhren gleich dahinter in der 2-3. Reihe. Nerven gespannt wie Drahtseile. Dann wurde mir kalt, mir war kurz schlecht und ich nahm einen Schluck. Blöfft der Winni etwa nicht und er hat sich wirklich verbessert am Berg? Ich wusste, dass ich mehr Power auf der Graden bekommen habe, aber Bergab war eine Nummer für sich. Da kann ich nicht mithalten. ....zurück zum Rennen...
Ich begann ob der „Kälte“ die Bremsen anzuziehgen und trat 90 Umdrehungen. Der Puls gingt von 90 auf 160 und dann war das Gefälle zu Ende und wir wurden schon beim Einrollen auf die Startgerade fotografiert. Dann kamen wir auf die Startmatte und the Race begins:
Winni war egal, Captainin aus den Augen und kurz aus dem Sinn, da ich mit Tom aus meinem Verein an 4. Stelle an der Spitze des D-Block-Zuges die Verfolgung auf den C-Block aufnahm. Ich rief noch, dass es zu weit vorne ist, denn Führungsarbeit ab dem 3. km wollte ich nicht für 500 hinter mir fahrende leisten. Aber wir hatten einen Irren vor uns, der mal so einfach lockig flockig die 45kmh bis zum Ende vom C-Block durchzog. Dann wurde es unübersichtlich, aber nicht gefährlich, denn wenn man sich in der Mitte der Strasse aufhielt und das Tempo mitgehen konnte, wurde alles langsame am rechten Strassenrand gefahrlos überrollt. Falcon aus Block C ließ es gewohnt cool und ruhig angehen und wir nahmen ihn in unserem Fahrwasser auf. Ein Zug mit 50-55km/h ging plötzlich links neben mir vorbei und ich erstarrte: Wurstpelle Winni lutschte da mitten drin mit. Gazelle blieb bei mir, da ich meinte, dass es nur noch 3km bis zum ersten Hügel sind und das es sich nicht lohne hier die Körner zu lassen. Winni fuhr sich schnell einen Vorsprung von knapp 300m raus. Aber ich konnte ihn sehen und das beruhigte mich, denn es waren ja erst 9km gerollt.
Hügel nach Jühnde oder die Wurst wurde gepellt:
Es ging rechts rein in den Hügel. Der Wind? Fehlanzeige, keiner da, doch war da aber als Rückenwind. Nun kommt das Problem, das ich letztes Jahr nicht hatte: Ein beeindruckendes Bild zeigte sich, als man den Berg hochschaute, da die Radfahrer wie an der Schnur gepellt hintereinander die hm einnahmen. Letztes Jahr wurde die gesamte Straßenbreite eingenommen und es war sehr viel schneller und einfacher, den ersten Berg, wenn auch ein anderer, zu nehmen. Egal, gazelle, Tom und ich traten in die Pedale und suchten uns ein passendes Hinterrad, welches uns nach Jühnde ziehen sollte. Viel zu schnell kam Winni auf uns zugeschossen (so nach 500m ). Ich hatte noch das große Ritzel drauf und Wurstpelle und zwei seiner Leidensgenossen machten die halbe Fahrbahn dicht. Also nahmen wir das Tempo raus und ich schaltete hörbar laut für Winni die Gänge runter: ICH LIEB(T)E DIESEN AUGENBLICK -à Ich schaute Winni tief in die Auen und grinste über beide Backen. Er meinte nur:“ kaum muss ich ans Limit gehen, ist der Rotz im Weg!“ Es waren seine letzten Worte, die ich bis ins Ziel von ihm hörte. Ab jetzt konzentrierte ich mich auf gazelle.
Wir merkten, dass wir eine Geschwindigkeit fahren konnten, allerdings war sie leicht wie ein Floh und auch nicht viel größer, so dass ich sie manchmal suchen musste, wenn sie 5-6 Fahrer zwischen sich hatte. Wir kamen gut den Berg hoch, verloren aber zur gruppe vor uns leider ein paar Meter, die wir erst in Jühnde wieder schließen konnten. Dabei fuhr gazelle einen ganz starken part und nahm mich sofort in den Windschutz, wenn ich vorne nicht mehr treten konnte. Das haben andere natürlich mitbekommen, dass wir versuchten vorne die Gruppe zu bekommen und lutschten eifrig. Selbst mein Knurren: „Frauen führen keine Männer!“ inspirierte niemanden nach vorne zu gehen. Wir hatten aber Glück, dass die Gruppe vorne nicht doll zog und hatten auf der Abfahrt nach Jühnde und schnellen rechts-links-Kurven das Feld wieder eingeholt. Bis Meensen blieben wir in der Gruppe, die allerdings unruhig fuhr, da die Speedmaker immer wieder jeden Überholenden unbedingt schlucken wollten. Ich war schon gut bedient, aber ich wusste, das nach der Mur von Meensen die geile Abfahrt kommt. Ich rief gazelle noch ein „Schalte ins kleine Ritzel“ zu und dann ging es rechts rauf. Menschenmassen wie in belgien/Holland schrieen uns nach oben. Ich konnte noch nicht einmal ein schmerzverzehrtes Gesicht zaubeern, so ballerten wir den Berg empor.... Ok, es war 12-13km/h, aber ich fand es schnell. .... Oben angekommen, wurde Gel und Wasser in den rachen gepumpt. Axel, ein RSG-Fahrer aus Block C haben wir hier aufgesammelt. Ein begnadeter Abfahrer, den ich schnell mit gazelle bekannt machte und dann ging es runter. Den Gegenhang haben wir einfach nur durchgedrückt und hatten –keine Ahnung- gefühlte 70km/h drauf. Wiershausen hat schon mehr weh getan mit seinem kleinen Gegenhang, da sind Axel und gazelle auch ein wenig weggezogen. Bergab schaltete ich dann wieder das Hirn aus und die lange Gerade bis zur Rechtskurve wurde laut schreiend vor Adrenalinverspritzung geschluckt. Meine Bremsen kreischten bei jeder Nutzung.
Wir kamen in Hann. Münden an: Nun kommt die Rückenwindpassage und eine Gruppe war knapp 200 m vor uns. Ich schnappte erst Axel und dann rief ich zu gazelle „Hepp Hepp“ wie auf der Rennbahn. Ich wusste, dass es einen Gegenanstieg in 5km gab und bis dahin musste die Gruppe gestellt werden. Ich weiss nicht, wie lange Gazelle hinter mir und Axel war, aber als ich hinten aufschloss, war sie nicht mehr da. Allerdings war ich nun auch „hundemüde“ und wollte bis zum Bramwald nur noch lutschen. Die Sportfotografen kamen dann mit dem Motorrad des Weges und wir beiden Männer machten Späße mit dem Fotografen. Dabei entging mir leider der Stich an der Weser und ich bin zu spät in der Gruppe nach vorne gefahren. HOFFENTLICH sind die Fotos was geworden, ansonsten war das ein schmerzhaftes Intermezzo.
Ich dachte, dass sie rausnehmen am Stich, aber denken ist nicht wissen. Ich habe aufs kleine Blatt geschaltet und die Typen sind mit dem großen drüber. Ich habe es nicht mehr geschafft, die Gruppe zu halten und so musste ich von km 34-40 mit 3 Radlern fahren, die dasselbige leider nicht erfunden haben. Da rollt der eine schön gleichmäßig, der nächste macht ein Zielsprint, als er die Führung übernahm und der dritte bremste alles ab und bei schnauzte dann der Sprinter, als ich gleich nach dem Führen wieder rausgehe. Ungläubig staunte ich über so viel Fachwissen, fragte nach Kenntnissen eines gewissen belg. Kreisels und ob wir Kräfte einsparen oder uns gleich alle kaputt fahren wollen. Meine netten Worte wurden von nicht allen geteilt und so bekamen wir keine Chance, die Gruppe vor uns wieder einzuholen. 2 km vor dem Bramwald habe ich dann auch eine Tempoarbeit verweigert und machte mich bergklar: Brille auf den Helm, Trikot aufreißen und noch mal ein Gel einwerfen. Axel vorne weg, gazelle hinten weg und ich allein.
Bramwald:
Na Klasse, wird ein super Aufstieg. Ich lernte ganz schnell den Triathleten Dennis kennen, der mir nicht von der Seite wich (bis Hoher Hagen).
Plötzlich kam Gazelle daher: „Hallo Floeri“ hallte es in meinen Ohrmuscheln und lächelnd fuhr sie im Stehen an mir vorbei. Ich glaube, sie freute sich auf diesen Anstieg. Sie überholte Mann für Mann, keiner folgte ihr und ich habe bis heute nix mehr von ihr gesehen bzw. gehört. Sie war mit Abstand der schnellste Fahrer, der auf dem offenen Feld im Gegenwind da hochrauschte.
Ich fing an die Restkm bis zur Labestelle runter zu zählen. Ich glaube, dass Dennis genervt war danach, denn er fragte mich im Ziel bei einem Sprudelwasser, wie viele km noch!?
Ich holte Axel wieder ein und wir bekamen nach kräftezehrendem Anstieg an der Labestelle doch glatt eiskaltes Wasser.
Frisch ausgetrunken nahmen Tri D. und ich einen Fahrer nach dem anderen in unsere neu gegründete Gruppe auf und pflügten so über Ellershausen, Löwenthal ins Niemetal. Dort bekam Dennis einen Cocktail, der ihm am Hohen Hagen Flügel gab. Anscheinend habe ich hier schon viele Kräfte verbraucht, um Gruppen zu erreichen, oder die Abfahrten haben so viel Spass gemacht, dass der Puls und die Umdrehungen auch nicht geruht haben. Jedenfalls ist es immer wieder entmutigend, wenn man feststellt, dass einen km/h schneller reichen würde, um im Feld zu bleiben, aber die Muskulatur Dir sagt: „Machst Du das, Floeri, dann mach ich zu, klaaro!?“. Ich bekam noch ein Problem:
Mir schmeckte meine Flüssigkeit nicht mehr und ich habe schon zu lange zu wenig getrunken. Ich nahm die erforderlichen KH fast nur noch mit Gels auf, und nahm dann einen kleinen Schluck, um das Zeugs runter zu bekommen. Ich hatte diesmal Geschmack drin und nicht das neutrale Maltro. Das werde ich auch wieder ändern.
Hohe Hagen:
Am Hohen Hagen erwarteten uns viele Menschen, allerdings nicht so viele wie die letzten Jahre. Den ersten Stich bin ich zu schnell reingegangen, überholte zwar 7 Kletterer, aber die haben mich 200m weiter alle wieder eingefangen. Den Rettungsanker habe ich mir 2mal gegönnt. Diesmal kam ich mit einer GRIMASSE oben am Gerggipfel an. Für mich war der WEISS, so kaputt waren meine Oberschenkel. Ich krampfte am Rücken, da ich einen total verspannten Nacken aus der Nacht mitgenommen habe. Mit akrobatischen Übungen lockerte ich mich und kam auf die Labestelle zu. Ich nahm einen eiskalten Becher Wasser in Empfang, stürzte den runter und befand mich auf der Abfahrt Richtung Jühnde.
Nun kam die Foxxykurve und es wurden leider gerade zwei Radfahrer aus den Büschen gezogen. Beide sahen nicht gut aus und ich hoffe mal, dass es nicht zu böse geendet hat für die beiden.
Nach der Kurve ließ ich es laufen, musste ich doch, da nur noch versprengt Fahrer umherballerten, eine funktionierende Gruppe finden/organisieren. Ich überholte einen RRfahrer des Polizeiteams aus Block A und hechelte ihn an, dass er bitte mir folgen möge! Machte er auch und es gab keinen Verstoß wegen Amtsanmaßung!
Renntnertruppe:
Weitere 100m vor uns und 1km weiter hatte ich die nächsten 2 eingefahren. Nun waren wir 4 und von hinten kamen 5 Fahrer. Ich bat darum, auf die 5 zu warten. Ein Fehler, da die anderen zu stimmten und dieser 5er-Trupp 45 Jahre aufwärts alt war und „Wir sind Cheffe“-Truppe spielte. Einer kam aus dem Velo-Team Göttingen mir dem Zusatz „Rechtsanwälte“. Ok, dachte ich mir, das ist ja mal was neues, dass ein Radverein noch die Untersparte für Advokaten hat. Dieser Mensch „organisierte“ nun auf der langen Abfahrt einen belgischen Kreisel: Von den 9 Fahrern wussten3 was das ist. Nach lauten Erklärungen, die den 3 (ich gehörte dazu) lustige Gesichtsentgleisungen hervorriefen, gings ans Eingemachte. Ich hatte leider das Pech, dass diese Sprintsau von der Weser (kurz vor dem Bramwald) wieder dabei war und von damals nix dazu gelernt hatte. Sei drum, sein Vordermann geht raus, er sprintet wieder zum virtuellen Ziel und ich fahre dasselbe Tempo weiter. Er schaffte es, 300m vorne raus zu fahren, dann zu platzen, indem er einfach aufhörte zu treten, aber nicht einen Zentimeter nach innen zu fahren: Wenn ich dahinter gewesen wäre, dann hätte ich als Tandem bei ihm den Hintermann gespielt. Naja, hinter mir johlten alle und ich ging raus, um dem nächsten seinen Spass im Wind nicht zu nehmen. Der Type blieb gleich mal 5 Minuten vorne und brachte das tempo so hoch, dass keiner mehr vorbei kam. Advocat gab wieder Anweisungen, hatte Oberlenkerhaltung, wog 120kg, und drehte sich permanent um, ob wir Schäfchen denn alle folgen können. Einer von den brach mal weg, da meinte er, ob wir warten könnten. 3 habens gemacht und die kamen dann wutschnaubend wieder angerast, warum wir das tempo nicht rausnähmen.... So musste es kommen, dass Axel wieder aufschloss mit eine Truppe, die locker 10km/h schneller fuhr, weil sie funktionierte. Mein Puls hatte teilweise GA1 – Ausmaße angenommen und schrie nun nach Attacke.
Zieleinfahrt:
Die neuen Männer powerten schnell an uns vorbei. Da ich letzter in meiner Gruppe war, konnte ich wunderbar aufschließen. Das war alles nach dem Kreisel vor Rosdorf rechts weg über die Autobahnbrücke. Es waren noch 6km bis zum Ziel. Ich wünschte Axel viel Glück, denn er wollte für mich nicht mehr anfahren. Ich nahm mir einen 180cm Würfel, geschätzte 100kg, als Vorderrad und blieb Linksaußen an ihm dran. Vorne spulten 3 Männer ein krasses Tempo , wobei einer eigentlich permanent vorne fuhr.
Es ging in den „Start“kreisel und so in Richtung Innenstadtring. Vorne haben die drei runtergebremst in der Kurve und dann wie die Verrückten beschleunigt. Kluge Sache, v.a., weil mein Würfel sehr gut stapfen konnte. Ich verlor 50cm und dann ballerte mir einer von rechts ind diese Lücke. Mein Kopf stieß mit seinem Hinterteil zusammen und da nahm ich dann raus, denn um Platz 1000 muss ich mir einen Sturz 300m vor dem Ziel nicht mehr geben.
Mit 2:37:19 bin ich 897. bei den Männer Gesamt geworden. Damit kann ich zufrieden sein und das heißt schon mal Block C nächstes Jahr!
PS: Nach dem Rennen kam dann noch heraus, dass einige Forumsteilnehmer Geld gewettet haben auf Winnies und meine Duelle 2009. ich schlage mal ganz kühn vor, dass wir diese Gelder demnächst in der Innenstadt verteilen, oder aber, dass Ihr damit die Jahreabschlussparty unterstützt. Wäre doch was, oder
Ach ja, die kasachische Wurstpelle und ich sind immer noch Freunde und werden ab nächster Woche dies mit einem neuen Trikot bekräftigen!!!!!!!
Re: TOUR de ENERGIE, Göttingen 2009
Bermops zielt 
So, wie ich es mir vorgenommen habe
. Und nächstes Jahr knack ich mal die 2:30
. Langsam ernährt sich der alte Mann 
So, wie ich es mir vorgenommen habe
Re: TOUR de ENERGIE, Göttingen 2009
Schöner Bericht
Ist LVZ reif.
Ist LVZ reif.
Re: TOUR de ENERGIE, Göttingen 2009
Impressionen von der Foxxy-Kurve 
Das Geschrei von Charlie hört man gut heraus, wenn er es denn war.
So, wie die da in die Kurve gehen, können die alle nur Ihr Hirn ausgeschaltet ahebn. Da hat es ja (un)zählige auf die Fresse gelegt
Das Geschrei von Charlie hört man gut heraus, wenn er es denn war.
So, wie die da in die Kurve gehen, können die alle nur Ihr Hirn ausgeschaltet ahebn. Da hat es ja (un)zählige auf die Fresse gelegt
Zuletzt geändert von Floeri am Mo 27. Apr 2009, 15:45, insgesamt 2-mal geändert.
- Gebirgsrenner
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Re: TOUR de ENERGIE, Göttingen 2009
ich fürchte, die lvz würde das auf 10 zeilen zusammenstreichenRudi hat geschrieben:Schöner Bericht![]()
Ist LVZ reif.
Aber ein wirklich schöner bericht.
Ich fahre...
- Frank
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Re: TOUR de ENERGIE, Göttingen 2009
die denken, der Sanitäter will sie anfeuernFloeri hat geschrieben:Impressionen von der Foxxy-Kurve
Das Geschrei von Charlie hört man gut heraus, wenn er es denn war.
So, wie die da in die Kurve gehen, können die alle nur Ihr Hirn ausgeschaltet ahebn. Da hat es ja (un)zählige auf die Fresse gelegt
außerdem haben die meisten wohl Angst, durch Abbremsen einige Plätze zu verlieren
Re: TOUR de ENERGIE, Göttingen 2009
Schöner Bericht, war angenehm zu lesen
Und auch von mir Glückwunsch an alle Teilnehmer
Und auch von mir Glückwunsch an alle Teilnehmer
Re: TOUR de ENERGIE, Göttingen 2009
hat da keiner vorher gewarnt, oder stand nen schild, das es da gefährlich ist. is ja übel, wie viele es da gelegt hat. der eine kam zwar immer schön mit seiner pfeife durchs bild gerannt, besser wär sicher gewesen er hätte 50m weiter oben gestanden und dort gleich vorher gewarnt um so viele stürze zu verhindern.Floeri hat geschrieben:Impressionen von der Foxxy-Kurve
Das Geschrei von Charlie hört man gut heraus, wenn er es denn war.
So, wie die da in die Kurve gehen, können die alle nur Ihr Hirn ausgeschaltet ahebn. Da hat es ja (un)zählige auf die Fresse gelegt
aber meist klassische fahrfehler aus selbstüberschätzung und/oder panik kriegen
Wenn`s schwer geht, geht´s bergauf




