Natuerlich bestanden einige Zweifel an der Machbarkeit des Projekts, nicht was die physischen Voraussetzungen betrifft, sondern eher der Komplexitaet ueber Streckenfuehrung und Zeitpunkt wegen.
Es ist Sommer, es sind Ferien, es ist Wochenende, es ist tolles Wetter, der Harz ist attrakiv fuer jedermann, es gibt viele bekloppte Motoradfahrerdeppen....
Und wer einmal mit dem Rennrad in Sachsen-Anhalt unterwegs war, kennt bestimmt auch diese nervigen Strassenzustaende, spontaner Wechsel von Asphalt und precolumbianischen Kopfsteinpflasterpassagen.
Mein Loesungsansatz, einfach MACHEN. Sonntag morgen 6:00 ging es los, die Sonne schien auf den Ruecken und es versprach ein toller Tag zu werden. GA1/KB und Richtungvektor West waren die primaeren Parameter.
Via Schkeuditz - Halle - Mansfeld - Ballenstedt - Blankenburg rollte ich zum noerdlichen Teil des Brockaufstiegs. Gerne waere ich weiter nach Wernigerode gefahren, aber ich war nicht in der Lage eine sinnvolle Verbindung dahin zu finden. Beim naechsten Mal muss ich mir das genauer anschauen.
Bin dann die B27 Richtung Braunlage abgebogen und ich war sehr ueberrascht ob des geringen Verkehrsaufkommens auf diesem Streckenabschnitt. Und trotzdem, in einem etwas unuebersichtlichen Bereich wurde ich Zeuge bei der Rettung frisch verunfallter Biker, die Deppen lernen es nie!!! Via 3-Annen-Hohne ging es sehr genussvoll weiter nach Schierke, wo mich der Schreck einholte. "Deckenerneuerung Brockenstrasse. Fuer Fussgaenger und Radfahrer gesperrt!", oooch noeee!!! Innerlich hatte ich das Brockenerlebnis schon abgehakt, bin dann neugierig zur RangerStation gefahren und siehe da, die Schranke war offen. Auf edelstem Asphalt bin ich in Erwartung der finalen Baustelle die Brockenstrasse hochgeradelt. Auf halber Hoehe war dann Schluss mit Lustig, ein weiteres Verbotsschild markierte das Ende der Ausbaustrecke und den Beginn des alten Holperweges. Wenig spaeter war dann alles wie gewohnt, Wanderer, MTBer und Rennradler teilten den Aufstieg zum Gipfel. Gestaehlt von der Transalp brauchte ich nur wenige Minuten bis zum Gipfelplateau, 2 Fotos und eine Banane spaeter rollte ich schon wieder hinab nach Schierke, den oberen Teil langsamer hinab als hinauf, die Ausbaustrecke dann mit Tempo 50, weil fuer mich alleine
In Schierke legte ich eine kurze Kaffee-Pause ein und fuellte die Wasserflaschen auf. Dann ging es hinab nach Sueden - Richtung Kyffhaeuser. Eine Nachlaessigkeit fuehrte dazu, dass ich in Elend die richtige Abfahrt nach Sorge verpasste, bin dann eben via Koenigshuette, Tanne nach Benneckenstein und von dort weiter nach Ilfeld - Neustadt - Rottleberode - Berga - Kelbra.
Die Erfahrung lehrte mich bereits, was mich am Fusse des Kyffhaeussers erwartete. Aber diesmal war es viel schlimmer! Vielleicht war es der fortgeschrittene Nachmittag oder die intensive Sonne, die bei so manchem motoradfahrendem Zeitgenossen den Verstand ausschaltete, ich weiss es nicht...
Ab Allstedt kehrte dann wieder Ruhe in die Landschaft ein und es war ein Genuss den Maehdreschern bei ihrer Arbeit auf den goldgelben Feldern zuzuschauen.
Die verbleibenden Kilometer bis Leipzig vergingen bei einem straffen 32er Schnitt recht schnell, wobei der Besuch bei McDonalds in Merseburg nicht unerwaehnt sein soll, bei lecker Schokokuchen, Kaffee und Cola bereitete ich mich mental auf das Ende des Ausflugs vor. Punkt 21:00 drehte sich der Haustuerschluessel.
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=hzfkkfanmcyaohnm
