Tag 3:
Dem Floeri tun die Beine weh, Schum war alles gestern zu langsam und so musste es kommen, dass Schum zu den Haien wechselt. Also waren die Göttinger nur noch zu siebt und sie hätten den Mann so gebrauchen können. Dazu aber mehr während des Berichts von Floeri, der wie folgt ablief:
Beat, unser Guide, sah sich prüfend den Himmel an und entschied dann den Soller nicht in Angriff zu nehmen, da zu kalt und vor allem regendurchflutet. Mürrisch nahm ich den Platz auf meinem Merida ein und versuchte die Beine locker zu treten. Die Göttinger Sieben nahmen wie immer ganz vorn in der 19 Mann umfassenden Truppe von Beat ihre Stellung ein und so ging es heute für knapp 80km immer den Rundkurs über Palma Nova wieder zurück zur Costa de la Calma. Nach der ersten Runde hatten wir ein bisserl mehr als den angestrebten Durchschnitt von 24 km/h drauf: 25,5. Das war für einen aus unserer Mannschaft dann doch schon zu viel und er verabschiedete sich ins Hotel. Beat wurde es dann wohl zu langweilig und er „zeigte“ uns die Wohnviertel bei Calma und Magaluf. Dies bedeutete dann natürlich Stiche von 10% und mehr und leidvolle Gesichter bei den Pedaleuren. In Magaluf angekommen erhellte sich „leider“ das Wetter Richtung Nordwest und wir durften die Alternativrückfahrt über Calvia und somit wieder über den Coll de Cocons antreten.
Beat hat die Fahrt nicht freigegeben, aber es wurde sobald einer die 50cm zum Vordermann freigegeben hatte gnadenlos in diese Lücke rein gestoßen. Also habe ich die Beine zusammengekniffen die Augen weit aufgerissen und meine Blutkapillaren geöffnet. Verwunderlicherweise ging der Berg doch diesmal ganz angenehm und ich konnte immer die TOP 3 halten.
Zu Beginn des Berges fiel ein Banestotrikotanzieher auf, der knappe 200cm in die Höhe gewachsen ist. Er sprang wie ein sich Rehfühlendes Walross nach vorne um auf halben Wege sich wieder wie ein walrossfühlendes Reh zu verenden. Banesto kommt aus Bochum und seine Tochter flog mit ihren 50kg nur so neben mir den Berg empor. Ich lästerte gaaaanz leicht über den Versuch des Papas ohne zu ahnen, dass das der Ahne der jungen Frau ist.
Wir gehen dann in die letzte Runde und Beat zeigt uns die leckeren giftigen kleinen Anstiege die einem die Pulswerte Richtung Jenseits schicken. Beat mahnt der besonnen Abfahrt, da sehr steil und linke Hand Autos in unregelmäßigen Abständen stehen. Wir nehmen schön die 2erReihe ein und daaaaaan kam Bochum, männlicher Seite, mit 60+ an der gesamten Reihe vorbeigeschossen. Ich war NATÜRLICH an der linken Seite und NATÜRLICH gerade beim Flaschenausleeren in meine Speiseröhre. Das halbe Zeug was da rein ging schüttete ich laut schreiend aus, denn der daraus resultierende Schatten von racing Bochum hatte mich total erschrocken. Er erklärte das nachher mit Spass am Abfahren!!!!!
Nun hatten wir vorne Bochum und den Berliner von vorgestern. Beat erklärte Bochum gefühltermaßen 8mal dass er das Tempo anschlage und kein Gast. Gleichzeitig fuhr hinter Beat der Berliner wie immer beschäftigt mit seinem Wattgesteuerten Hinterrad und dem galanten Ausweichen der Schlaglöcher und Kieselsteine. Daneben der bemitleidenswerten Göttinger Andi, der versuchte ihm zu erklären, wie man in der Gruppe fahren sollte, damit der Dominoeffekt nicht einsetze. Das sei ihm egal, kam nur vom Berliner der dann in der 2.Reihe die Höchststrafe in einer Gruppe bekam: Er durfte allein fahren. Nun fingen natürlich die Frotzeleien von hinten an. Bochum und Berlin wurden gleichzeitig bedacht.
Und dann das HIGHLIGHT: Bochum schrie PLATTEN! Und die Tochter, die für uns ja nicht erkennbar zu dem Riesen gehörte, musste sich permanent die Sprüche der GESAMTEN Gruppe anhören. Beat hörte man nur fluchen, weil ihm kalt war und drei Mann sich um den Reifen platzierte und zwei davon typisch kluge Sprüche abließen. Erinnerte mich
Irgendwie an meinen ersten Platzer vor 4 Jahren in der Rennradliste. Nur ich war nicht der Bastler.
Genervt fuhren wir dann weiter, um das Hotel einzunehmen.
Das Highlight begann dann Abends beim Abendessen. Tochter petzt Papa und der nahm dann unseren Tisch in Beschlag um seiner Tochter zu zeigen, wie die Bochumer Wand mit den grazilen Göttinger Acht umzugehen hat. Mit beiden Fäusten stemmte er die gebügelte Tischdecke krumm und schrie uns an, was wir gegen ihn gesagt hätten. Wir würden ihn Arschloch genannt haben und andere Vokabeln, die wir noch gar nicht kannten. Wir erklärten in gewohnt ruhiger und urlaubsauströmenden Wonne wie man Zweierreihe fährt ohne gleich alle niederzufahren und auch mal die Spur zu halten. Er entgegnete, dass 20 Jahre RRErfahrung für ihn sprechen würden. Mir platzte dann mal wieder der Kragen, dass seine Vorbeifahrt mir das Trinken versaut hat.
Wir saßen noch 90 Minuten beim Essen, denn es war eine Wonne, ihn an seinem Tisch zu beobachten wie sich der Kamm immer höher richtete und die Schlagadern von seinem Hals Besitz einnahmen.
WIR HABEN UNSEREN LIEBLINGSMITFAHRER GEFUNDEN!!!!!
So und nun Ronny mit seiner Story:
Als es kurz vor Zehn am Treffpunkt losging, hatte ich die fixe Idee, mit den Haien zu fahren, kurzer Hand und ohne nachzudenken in die Tat umgesetzt. Ich dachte, da heute nicht so viele Höhenmeter anstanden, da ja dem Regen ausgewichen werden sollte, kann es ja nicht so schlimm werden. Was ich aber nicht bedacht habe, auf einer Insel sind unberechenbare Windrichtungen zu beachten. Wir suchten uns also eine Ausweichstrecke aus. Diese ging auch ganz gut los. Leider hatte ich mich etwas zu warm angezogen, sodass ich an den ersten roten Ampeln von Palma, versuchte meine Ärmlinge auszuziehen, aber irgendwie müssen meine Arme gewachsen sein, ich schaffte es nicht. Na ja, dann halt nicht. In Palma waren uns dann zu viele Ampeln zu Rot, als Alternative zogen wir es vor auf dem Radweg zu fahren. Was auch kein gleichmäßiges Fahren versprach. Also in Manier von Kriterien, rein in die Pedale und rauf auf die Bremse. Das hat uns den Schnitt des Tages ganz schön versaut. Als am Ende von El Arenal endlich die Radwegen zu Ende waren, und wir wieder auf richtigen Straßen fahren konnten ging es gleich mal zum Spaß etwa 10 km mit etwa 2% bergan, und das bei Seitenwind von schräg vorn. Als wir dann links abbogen, dachte ich, wenigstens kommt jetzt der Wind von vorn. Aber Pustekuchen. Dort war ganz ekeliger Wind. Die Straße Kilometerweit von hohen Mauern begrenzt, machte den Wind ganz tückisch. Dann ging es lange Zeit mit Rückenwind dahin, wie entspannend. Ach ja, eh ich es vergesse, wir sind zu acht gestartet, die Gruppe funktionierte super. Zwei der Gruppe verabschiedeten sich rechts in den Anstieg zum Randa, ein sehr welliger etwa 6 km langer Anstieg. Ich blieb aber bei der Hauptgruppe. Jetzt ging es durch Algaida, und somit wieder auf den Rückweg. Zwischendurch machten wir kurz Pause und tranken einen Kaffee. Als es dann wieder in das Tramuntana ging, zogen wir uns erst mal die Regenjacken an, da der Himmel nicht so viel versprechend aussah. Meine rechte flanke stützte sich beim versuch sich die Nase zu wischen an mir ab, und die regennasse Fahrbahn brachte ihn dann zu Fall. Ihm ist zu Glück nichts passiert, und so konnte es dann auch gleich weitergehen. Zu guter Letzt ging es noch mal über Hauspässchen. Etwa 200 hm und im Schnitt 6 %. Hier konnte wieder jeder frei fahren. Ich war fast am Ende, aber glücklich oben nicht der letzte zu sein. Jetzt ging es nur noch bergab, bis auf ein paar zu vernachlässigende Wellen. Mein Göttinger Freunde erwarteten mich schon auf dem Balkon, und fragten mich, wo ich denn jetzt erst herkommen würde, na ja 50 km mehr dauen halt. Abends saß ich als erster am Tisch. Da kam so ein langes schweres Elend und fragte warum wir uns über Ihn lustig machen würden. Er schmiss mit Vokabeln um sich, die ich hier nicht nennen will. Da ich ja nicht wusste um was es sich drehte, ließ ich ihn erst mal abtreten. Aber sein Auftritt folgte auf dem Fuße. Es handelte sich um den Bochumer „Banesto“ Fahrer.
Um die Tour mit einem Satz zu beschreiben: Ich schwitze, ich litt, ich frohr, ich litt, ich schwitze wieder und wir hatten einen neuen Freund“.Schums Tag in ahlen:
Floeris tag in Zahlen: