D-Tour 2008

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Sebastian
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D-Tour 2008

Beitrag von Sebastian » Di 26. Aug 2008, 10:01

Halli Hallo
haben ja lange nichts mehr voneinander gehört.
Also ich fahre morgen nach Kitzbühel zum Start der diesjährigen D-Tour.
Ich werde dort als Abschilderer tätig sein, sprich die Schilder einer abgeschlossenen Etappe zu den Beschilderern bringen, damit die die nächste Etappe ausschildern können. Am 7.9 bin ich zurück und dann werde ich mal ein paar Fotos und einen Bericht hier veröffentlichen. Während des Prologs und des EZF hab ich nichts zu tun da abgegittert und nicht ausgeschildert.
Bis denne

Sebastian
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Sebastian
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Re: D-Tour 2008

Beitrag von Sebastian » Mo 8. Sep 2008, 08:29

Halli Hallo
bin wieder zurück und ich kann schon so viel sagen, dass es sehr geil war. Ralf Kügler (Speckwegtourorganisator) und ich tüfteln an einem Bericht .
Dieser wird aber sehr lang und somit dauert es noch bis Ende dieser Woche bis er hier veröffentlicht wird.

Gruß Sebastian

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Sebastian
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Re: D-Tour 2008

Beitrag von Sebastian » Di 16. Sep 2008, 20:41

So wir haben es geschafft. Ich hoffe hier wird durch das Ausmaß des Textes nichts gesprengt. Den Großteil hat Ralph Kügler geschrieben und einen kleinen Teil meine Wenigkeit. Viel Spass beim Lesen.

Die Tourkolumne zur D-Tour 2008

Eine kleine Rückschau auf die Geschehnisse hinter den Kulissen der Deutschlandtour 2008

In den Rollen:

Manfred P. und Helmut (Streckenkontrolle kurz vor dem Feld)
Ralf und Konstantin (Ausschilderung I)
Sebastian und Rüdiger (Ausschilderung II)
Luise und Manfred J. (Abschilderung)

Mittwoch, den 27.08. (2 Tage bis zum Start)
Alles kann man planen nur das unvorhergesehene nicht. Ein Anruf von Manfred am 26.8. (noch 3Tage bis zum Start) brachte unsere gesamte Personalplanung in Bewegung. Ein Mitglied bekam kurzfristig seinen für die Deutschlandtour eingereichten Urlaub nicht. Innerhalb von einigen Stunden musste ein Ersatzmann gefunden werden. Glücklicherweise hatte ich im Vorfeld Leute gefunden die für eine solche Ersatzfunktion Interesse hatten, aber eine solche Entscheidung innerhalb von einer Stunde mit einem Starttermin, der in den nächsten 15 Stunden liegt, für ein Ereignis zu treffen, welches 10 Tage dauert erfordert doch schon ein gehöriges Maß an Flexibilität. Unser Ersatzmann war eine Ersatzfrau, vielen Dank Luise.
Am Mittwoch den 27.8. (minus 2 Tage bis zum Start) sollten wir in Leipzig unsere 2 Sprinter bei Sixt in der Maximilianallee um 8 Uhr in Empfang nehmen. Den einen bekamen wir bereits halb acht, den anderen um 9. Getrennt fuhren wir mit jeweils 3 Leuten an Bord Richtung Schleiz an der A9. Auf dem Parkplatz eines amerikanischen Schnellrestaurants trafen wir unsere beiden Thüringer Kollegen Helmut und Manfred P. Mit insgesamt 4 Sprintern ging es dann lange auf der A9 Richtung München und danach Richtung Kitzbühel in Österreich. 17 Uhr checkten wir im Hotel ein, eine kleine Dusche und im Anschluss haben wir noch unser Material auf die verschiedenen Fahrzeuge verteilt. Die Zahl der Pfeile war deutlich geringer, als in den letzten Jahren, aber sie müssten reichenJ.
Vor dem Hotel in einer Sitzgruppe gab es dann die Einweisung. Hier erläuterte uns Manfred P. die Besonderheiten der Etappen. Und dann gab es auch das erste kennen lernen unserer „neuen“ Mitarbeiter Luise und Sebastian mit den „alten“ Hasen. Nach und nach trudelten auch die Mitarbeiter der veranstaltenden Agentur Upsolut aus Hamburg ein. Ein Hallo, man hatte sich ein Jahr nicht gesehen und trotzdem war alles irgendwie vertraut. Mit einem lustigen Abendessen in Kitzbühel ließen wir den Tag ausklingen. Zum Radfahren sind wir nicht mehr gekommen, es war schon zu dunkel, aber die Zeit wird kommen…

28.8.08
Kitzbühel
Ein Tag bis zum Start.

Ab jetzt teilten sich die Ausschilderteams in Ralf und Konstantin und Sebastian und Rüdiger. Wir gingen getrennte Wege, das eine Team übernahm die Etappen 1, 3, 5 und 7, das andere den Prolog, 2, 4, 6 und 8(Zeitfahren).
8 Uhr hatten wir uns für das Frühstück verabredet- und wie das beim essen so ist- alle waren pünktlich. Danach fing die Arbeit an- der erste Teil der ersten Etappe musste geschildert werden. Die Gesamtdistanz 178km. Im Auto sitzend sahen wir uns an, Blicke und Handlungen waren irgendwie vertraut- und los ging’s. Konstantin und ich (Ralf) sind ja schon seit 2001 auf diese Weise ein Paar. Die ersten Orte durchforsteten wir sehr schnell, bis wir nach 57km und 2:30h wieder durch Kitzbühel fuhren. Dort machten wir noch mal halt, war es doch die Zeit des zweiten Frühstücks und außerdem mussten noch einige organisatorische Dinge erledigt werden.

Ralf und Konstantin:
  1. Aufwandsentschädigung entgegen nehmen.
  2. Kleidung und Ausweise holen.
- erstere bestand aus 2 Poloshirts (dieses Jahr grau) und einem Basecap in beige (sieht nobel aus und hat sonst fast keiner)
- zweiter ist unser sog. „wichtig“-Ausweis. Mit dem dürfen wir dann überall hin: VIP-Bereich, Tribüne, Pressezentrum, Tourlounge… Kann man immer mal gebrauchen.
3. Fahrzeug bekleben. Auf unseren Sixt-Sprinter müssen noch die D-tour- Aufkleber drauf. Die sind wichtig, da sie uns dazu berechtigen alle Bereiche im Start- und Zielbereich anzufahren und unser „Achtung Streckensicherung -Fahrzeug hält“ – Aufkleber, der den nachfolgenden Verkehr warnt, da wir an allen möglichen und unmöglichen Stellen halten, wo sonst keiner hält, weil wir ja unsere Pfeile anbringen müssen. An dieser Stelle möchte ich den Autofahrern in Österreich und auch in Deutschland ein großes Kompliment machen, wir sind in diesem Jahr fast nicht angehupt worden. Wir sind ja manchmal schon ein Verkehrshindernis und andere Autofahrer müssen wegen uns anhalten bzw. um uns herumfahren. Das sorgt manchmal für Unmut, aber in diesem Jahr haben wir dahingehend keinerlei negative Erlebnisse gehabt - Danke!

Weiter ging’s laut Etappenplan Richtung Fügen. Die Schilderarbeit ging recht gut voran, wir fuhren durch ländliches Gebiet und da es da nicht so viele Abzweige gibt reduziert sich natürlich auch die Zahl der zu setzenden Pfeile.
Plötzlich wurden wir angehalten! Ein kleiner Golf eines Mitarbeiters des österreichischen Straßenverkehrsamtes war die Ursache. Was ist denn das, fragte ich mich und stieg aus. Der Mitarbeiter fragte, was wir da täten, er hätte gesehen, dass wir Schilder an „seine“ Verkehrsschilder anbrächten. Ich bedeutete ihm, dass wir die Ausschilderung für die Deutschlandtour machen und er sagte, dass ihn das nicht interessiere. Ich war schon ein wenig erstaunt, dass er darüber nichts wusste, war doch die Durchführung der Etappe mit Straßensperrungen auch in seinem Bereich verbunden war. Wir sollten die Pfeile wieder entfernen! Ich wusste, jetzt ist Diplomatie angesagt, denn vor 2 Jahren hat uns auch in Österreich ein besonders eifriger und ebenfalls unwissender Mitarbeiter auf der Strecke die durch seinen Bezirk führte alle Pfeile abgehängt und wir konnten im letzten Moment erst den Urzustand wieder herstellen, Manfred P.– Du erinnerst Dich. Ich sagte ihm, dass die Pfeile nach der Etappe durch ein anderes Team wieder abgehängt werden. Er sagte, die Richtungspfeile könnten die Autofahrer irritieren und wir (das österreichische Straßenverkehrsamt) stehen dann in der Haftung (Hä?) die Pfeile sind doch keine gültigen Zeichen der StVO sagte ich ihm, kein Autofahrer hat sie zu beachten, es ging darum, dass unsererseits ein Kreisverkehr entgegen der normalen Fahrtrichtung zu durchfahren sei. Wir einigten uns darauf dass der Pfeil bis zu Beginn des Rennens zugehängt wird, damit sich kein Autofahrer daran stört. Die Mülltüte haben wir von ihm gleich mit bekommen. Also fuhren wir noch mal kurz zurück (glücklicherweise nur 300m) und hängten den Pfeil zu. Ich gab Manfred P. bescheid, er fährt eine bis zwei Stunden vor dem Feld und er hat dann die Sichtbarkeit wieder hergestellt und den Müllsack wieder entfernt. Somit ist alles gut gegangen.
Den Rest der Strecke schilderten wir dann ohne weitere Zwischenfälle.
Die Deutschlandtour ist ja nicht nur Arbeit und für solche Fälle habe ich mir mein Rad mitgenommen, abends noch ne kleine Runde müsste ja noch möglich sein. Und das war es an diesem Tag auch. Unser Hotel lag direkt am Anstieg von Fügen nach Hochfügen und da ich sonst nicht so viele Berge fahre, sollte dieser die Herausforderung des Abends werden. Unser Hotel lag einen knappen Kilometer von Beginn des Anstiegs entfernt, den schenkte ich mir- es wird schwer genug, dachte ich mir. Und so war es dann auch. Der erste Kilometer gestaltete sich noch ganz optimistisch, zehrte ich doch noch von meiner Frische. Die schmolz mit jedem weiteren Meter wie Butter in der Sonne. Schon nach 2 km zog ich am Lenker, die Hände waren schweißgebadet, Lenkerband und Griffhöcker durchnässt und rutschig. Das zeitlich lange fahren im stehen forderte seinen Tribut mit Schmerzen an Stellen am Rücken, die ich bisher nicht kannte. Die Geschwindigkeit von ehemals 17 km/h sank erst auf 12, dann auf 11 und schließlich säumte lange eine 7 das Display. Stehen, sitzen, alles ging schwer. Es war immer gerade die Position auf dem Rad die richtige, die ich gerade nicht einnahm. Auch schnellstes hin- und herwechseln zwischen beiden konnten mich nicht von dieser Meinung abbringen. Manfred, der die Strecke kannte, sagte mir vorher, dass der Berg im letzten Teil etwas flacher wird, das war der Quell meiner Motivation. Dann tat ich etwas, was ich mit einem Rennrad noch nie! am Berg gemacht habe: ich stieg ab. Ich brauchte eine Pause. Ich spürte Muskelgruppen, die ich sonst beim Rad fahren nicht brauchte oder zumindest nicht so sehr. Entlastend muss ich allerdings sagen, ich war mit einer absoluten Flachlandübersetzung unterwegs: vorn 53/39 und hinten 12/23. Bei 15% und mehr…naja. Hier in Leipzig schaute ich meist etwas abfällig auf meinen 23er, so nach dem Motto: den brauchst Du nie (nicht mal in Golzern habe ich ihn gebraucht) und ich liebäugelte schon mit einem Stufenkranz. In andächtiger Demut entschuldigte ich mich bei ihm für die vorausgegangene Arroganz und schaltete relativ schnell den 23er. Dass dort mein Umwerfer schleift, wusste ich gar nicht. Ich trank etwas und dann ging es weiter. Eine Pause habe ich dann doch gebraucht und nach 1:03h hatte ich das Ziel erreicht. Bei 12,7 gefahrenen Kilometern ist das ein 12er Schnitt. Runter ging es dann etwas schneller, das kann sich dann jeder denken.
Im Hotel zurück hatte ich mir das Abendessen nun redlich verdient. Konstantin saß schon im Restaurant und telefonierte. Ich setzte mich dazu und der Teller Nudeln mit Carbonara hatte eine kurze Überlebenszeit, dazu noch ein Radler und gegen 22 Uhr gingen dann die Lichter aus.

Sebastian und Luise hatten nicht ganz soviel zu tun. Den Prolog zu schildern ist ja nun wirklich kein großes Ding, 3,8km, das macht man sozusagen zwischen Frühstück und Gänsebraten, aber für beide waren es die ersten Meter ihrer „Schilderkarriere“. Im Anschluss hatten die beiden Freizeit, die darin bestand das Kitzbüheler Horn zu befahren, sich nach dem Abendessen die Teampräsentation anzusehen und an der Eröffnungsfeier der diesjährigen D-Tour teilzunehmen.



29.8.08
Offizieller Start der D-Tour mit einem Prolog über 3,8 km in Kitzbühel.

7:03 Uhr. Aufwachen in Fügen. Ich werde von alleine wach. Heute steht die Ausschilderung des Zillertal –Mountain -Challenge über 124 km an. Die findet zwar erst morgen statt, aber der Start ist bereits um 8 und wir brauchen für die Strecke schon 5-6- Stunden. Da die Jedermänner über einen Teil der Profistrecke fahren ist es für uns ist es zwar nicht so viel „Schilderarbeit“, aber ansehen müssen wir uns trotzdem alles, zumal wir die Schilderung der Profistrecke noch einmal kontrollieren können.
Der Tag begann für uns in Fügen um 8 Uhr mit dem Frühstück. Gegen 9 schwangen wir uns dann ins Auto, vor uns lagen knapp 130 km Schilderarbeit und auch die Jedermänner sollen in den Genuss einer gut ausgeschilderten Strecke kommen. Dort müssen wir sogar etwas mehr Schilder stellen, da die Starterzahl sehr groß ist und auch das Leistungsspektrum größer ist als bei den Profis, schließlich sollen auch kleine Grüppchen am Ende des Pelotons noch ins Ziel finden.
Warm ist es in Österreich, so um die 25 Grad und wir können in kurzen Hosen unsere Arbeit verrichten, wir wissen das zu schätzen, da wir hier auch schon bei ca. 0 Grad Schilder aufgehängt haben. 3 Bergauffahrten haben die Sportler zu bewältigen- Respekt wer das durchhält- ich bin gestern Abend ohne die hohe Kilometerbelastung den Anstieg nach Hochfügen gefahren und mir hat’s gereicht. Geschafft hab ichs trotzdem, aber mehr auf ankommen, Zeit hat dann schon lange keine Rolle mehr gespielt. Kurz nach 15 Uhr hatten wir unsere Job geschafft. Das ging relativ schnell, aber auch nur deswegen, weil wir bei den langen Bergauf- und Bergabfahrten nicht so viele Schilder setzen müssen. Trotzdem setzen wir in gewissen Abständen so genannte „Überlebenspfeile“. Das sind Richtungspfeile, die keine direkte Richtungsweisung enthalten, sondern den Fahren zeigen sollen, dass sie noch auf dem richtigen Weg sind und auch ein wenig psychologische Unterstützung bieten. Trotzdem müssen wir an manchen Kreuzungen aufpassen, z.B. dann wenn sich die Jedermannstrecke mit der Profistrecke trifft, bzw. diese wieder verlässt. Dort sehen wir uns die Kreuzung sehr genau an und versetzen uns in die Situation der Rennfahrer: Aus welchem Winkel können sie die Schilder sehr frühzeitig sehen? Wie können wir die Schilder so stellen, dass die Richtungsanweisung nicht mit einer anderen Straße in der Nähe verwechselt wird? Gerade bei Abfahrten, die die Fahrer bewältigen, berücksichtigen wir, dass sie auf Grund ihrer hohen Geschwindigkeit früher und auch mehrmals und oft auch beidseitig der Straße über die Richtungsänderung informiert werden müssen, damit möglichst alles ohne Stürze über die Bühne geht. Deswegen kann das Ausschildern einer Kreuzung schon mal 5-10 min dauern. Morgen am Tag des Jedermannrennens fahren wir hinter den letzten Jedermännern her und schildern die Strecke gleich wieder ab und müssen dann in Zell einen Pfeil in die andere Richtung umhängen, weil ein paar Stunden später die Profis auf der gleichen Strecke an dieser Kreuzung anders abbiegen. Das aber dann morgen.
Auch dieser Tag hat einen Feierabend. Den nutzte ich um mit dem Rad auf der morgigen Strecke noch ein paar Meter zu machen. Ich fuhr von Fügen Richtung Zell im Zillertal und wieder zurück. Zum Schluss den Anstieg von Fügen zum Hotel. Kurz vor dem Hotel fiel mir ein, dass ich noch eine Rechnung mit dem Anstieg offen hatte. Ich war gestern 2-mal abgestiegen. Heute war ich warm gefahren (ca.35km) und jetzt galts- hochprügeln ohne Pause und siehe da es geht doch. Das heißt- wieder nicht ganz- ich bin soweit hochgefahren, dass ich es bis zum Dunkelwerden wieder hinab schaffe. Bis 19:30 Uhr bin ich hochgefahren und danach umgelenkt -hat auch gereicht.

Sebastian und Rüdiger vom Zweiten Ausschilderteam fuhren die 130km nach München und begannen die zweite Etappe zu schildern. Im Olympiapark sollte der neutrale Start erfolgen. Diesen Startpunkt zu finden, stellte sich als schwierig heraus, da keiner Etappenstart im Olympiapark wusste. Werbeplakate, welche auf einen Lauf-Marathon am selbigen Tag der Etappe hinwiesen, ließen Sebastian ins Grübeln geraten, wie dieser parallel stattfinden sollte. Er rief Manfred P. an um den fraglichen Startpunkt zu ermitteln. Manfred meinte, sie sollen ab dem Verlassen des Olympiaparkes beginnen. Gesagt getan und in Augsburg war auch der erste Tag für die beiden vorbei und sie ließen diesen in einem Cafe ausklingen.

30.8.08 1. Etappe der D-Tour Kitzbühel-Fügen

Fügen

Ralf und Konstantin
Der Tag beginnt um 8 Uhr. Aufstehen und frühstücken. Als wir 9.30 Uhr das Hotel verlassen sind die Jedermänner schon 1,5 Stunden unterwegs. Die Temperatur hat trotz der 800m Höhe auf der wir uns befinden die 20 Grad-Marke schon überschritten und da es bis Mittag noch etwas Zeit ist, wussten wir, dass das Rennen eine Hitzeschlacht werden würde. Was dann auch so kam. 124 km und 3200 hm bei fast wolkenlosem Himmel, Respekt. Wir fuhren auf die Jedermannstrecke auf und entfernten die Pfeile, Rennfahrer die auf den ersten Kilometern 1 ½ h in Rückstand geraten waren haben wir keine gesehen. In Erwartung, dass wir die ersten Fahrer mit großem Rückstand einholen würden, kam es ganz anders: Die Spitze des Feldes kam uns entgegen. Wir dachten wir fahren weit hinter dem Schlussfahrzeug wieder im öffentlichen Verkehr. Die Spitze fuhr im ganz normalen Straßenverkehr mit Renntempo Richtung Ziel. Später erfuhren wir, dass alles doch mit richtigen Dingen zugegangen ist. Die Österreicher waren nicht bereit wegen der geringen Teilnehmerzahl (ca. 300) die Straßen so lange zu sperren. Das Risiko für die Fahrer war hier nicht unerheblich. Wir fuhren bis Zell am Ziller bei km 94,2 für die Fahrer. An dieser Kreuzung mussten wir nach dem Schlussfahrzeug die Richtungspfeile für das Profirennen noch umhängen. Aus einem Linksabzweig für die Jedermänner wurde ein Rechtsabzweig für die Profis. Das Ganze passierte gegen 12:45 Uhr. Im Anschluss schilderten wir noch hinter dem Schlussfahrzeug des Jedermannrennens bis Fügen ab und fuhren dann noch bis Hochfügen zum Ziel des Jedermann- und des Profirennens. Am Berg selber hingen dann keine Richtungspfeile mehr. Im Zielbereich trafen wir dann Manfred und Helmut (unserer „Chefetage“) und in der Tour-Lounge haben wir dann ein verspätetes Mittagessen eingenommen. Anhand der Sprechgeschwindigkeit des Sportreporters merkten wir, dass die Zielankunft der Fahrer nicht mehr lange auf sich warten ließ und wir begaben uns, mit unseren Superausweisen ausgestattet in die Nähe der Ziellinie. Dort sahen wir einen grandiosen Sieg Linus Gerdemanns vom Team Columbia. Das Rennen war zu Ende und die Masse der Zuschauer und der Leute der Organisation und auch die Teamfahrzeuge wollten so ziemlich zur gleichen Zeit Hochfügen über die gleiche einzige Straße verlassen- und das ging besser als erwartet. Unten in Fügen angekommen, setzten wir uns auf die Autobahn nach Deutschland. Das Ziel für uns hieß Bad Aibling gleich neben Rosenheim. Als wir auf dem Hotelparkplatz ankamen waren da schon Manfred und Helmut, sowie die Luise und der andere Manfred vom Abschilderteam. Dort bekamen wir die Schilder des Profirennens wieder. Wir recyceln nämlich. Kurz danach verabredete ich mich mit Luise zum Rad fahren, auch sie hat ihr Rennrad mitgenommen, und wir fuhren noch eine kleine Runde. Dann saßen wir alle noch auf ein Bier im Freisitz und ließen den Tag ausklingen.

Sebastian und Rüdiger nahmen ihre Arbeit nach dem Frühstück in Augsburg in Angriff und schilderten den Rest der zweiten Etappe von Augsburg nach Hesselberg, welcher eigentlich noch 120 km betrug. Da man aber am Vorabend schon fleißig war, waren es nur noch etwas mehr als 100 km. Da die Strecke weniger Kreuzungen und Abzweige hatte, fanden die beiden sich schon 14.30 Uhr in Ihrem Hotel in Ansbach, unweit des Zielortes, ein. Sebastian nutzte die Zeit für eine kleinere Trainingsrunde um sich noch ein bisschen auf den Race- Day am nächsten Tag vorzubereiten.



31.8.08

Ralf und Konstantin

Bad Aibling

8 Uhr, der Wecker hat nicht geklingelt, wir sind von allein wach geworden. Manfred und Co. waren schon weg. Den Tag heute konnten wir uns selbst einteilen, zu tun war genug. Wir hatten von Bad Aibling knapp 280 km Anfahrt nach Herrieden, dem Startort der 3. Etappe zu bewältigen. Das war dann gegen 12.30 Uhr erledigt. Wir nahmen in Herrieden noch ein kleines Mittagessen zu uns und gegen 13.15 Uhr begannen wir mit der Arbeit. Die 3. Etappe hat eine Länge von 214 km. Unsere Übernachtung in Ingelfingen lag bei km 80. Damit wir am Folgetag noch genügend Sicherheitsabstand haben, schilderten wir bis zum Dunkelwerden. Das war bei km 156 in Epfenbach. In Reichartshausen nahmen wir noch ein Abendessen zu uns und ab ging es zurück nach Ingelfingen.
Am Hotel angekommen machte uns keiner auf. Klingeln, klopfen: Fehlanzeige. Na gut es ist Sonntagnachmittag, aber Hotels sollten doch schon geöffnet haben. Als uns wirklich keiner aufmachte zückte ich das Telefon und rief die angegebene Nummer an. Ich stellte mich vor, von welcher Firma wir reserviert hätten, ach so, klang es am anderen Ende, sehen Sie den Blumenkasten links neben sich? Ja, antwortete ich. Danebenliegen 2 Schlüssel, nehmen Sie sich den mit der Nr.24, wir sehen uns dann morgen früh. So kann’s auch gehen. Da waren wir nun alleine im Hotel, das war uns egal, zum müde sein braucht man kein Personal. Manfred P. hat Sebastian für seine Arbeit gelobt und er wurde 3. beim Jedermannrennen.
22.58 Uhr müde. schlafen

Sebastian und Rüdiger

Ansbach

Nach einem etwas späteren Frühstück fuhren Sebastian und Rüdiger an den Hesselberg. Ihre einzige Aufgabe an diesem Tag bestand darin einen Richtungspfeil nach der Durchfahrt der Profis an einer Kreuzung nun nach rechts in Richtung Ziel zu drehen. Dies erledigte Rüdiger und Sebastian konnte sich intensiv auf sein Rennen konzentrieren. Auf Grund dieser intensiven Vorbereitung beendete er das 22km lange Rennen auf dem 3. Platz. Danach fuhren die beiden zum Ziel und Sebastian ließ sich 1 km vor diesem aussetzen um den Rennverlauf aus nächster Nähe zu erleben. Frösi drückte Sebastian bei der Durchfahrt eine Trinkflasche in die Hand und da er zur Dopingkontrolle musste, konnten beide noch einen kleinen Plausch halten. Mit Luise und Manfred schilderte Sebastian noch die Schlussrunde ab, um das schlechte Gewissen des Nichtarbeitstages zu bekämpfen. Nach dem Umladen der Schilder fuhren die beiden nach Wiesloch zum Start der 4. Etappe und bezogen ihr Quartier.

1.9.08

Ralf und Konstantin

Ingelfingen

5.00 Uhr, Lichtblitze durchzuckten meine Augenlider, eine kaputte Neonröhre konnte es nicht sein. Es waren Gewitterblitze, eine Stunde später fing es dann auch an zu regnen. Na Klasse, lange Hosen, Regenjacke prognostizierte ich, aber als wir 7.30 am Frühstückstisch saßen war das Gröbste schon vorbei. Bei leichtem und später dann verschwindendem Nieselregen begannen wir unsere Arbeit, welche die ersten 80 km darin bestand unsre Arbeit des vorherigen Tages zu kontrollieren. 2 Pfeile haben wir noch nachgeschildert, bevor wir von Epfenbach die letzten 60 km der 3.Etappe in Angriff nahmen. So weit so gut. In Heidelberg gab’s noch mal eine Besonderheit: dort musste ein Stück der Strecke in einer Einbahnstraße gegen die Fahrtrichtung ausgeschildert werden. Wir dürfen nicht gegen die Einbahnstraße fahren. Das bedeutet ans Ende der Einbahnstraße fahren, mit der Richtung fahren und die Pfeile rückwärts anbringen. Dauert halt n bisschen länger. Gegen 13.30 Uhr erreichten wir Wiesloch. Dort waren schon die Vorbereitungsarbeiten für die Zielankunft im Gange.
Wir checkten im Best Western Hotel ein, duschten und hauten uns erstmal auf die Matte. Ich hatte die Idee mit dem Rad auf der Strecke den Fahrern ein Stück entgegen zu fahren: 1. um mich auch mal wieder zu bewegen und 2. um mal etwas Streckenflair mit zu bekommen.
Als die Fahrer im Ziel waren haben wir noch auf die Abschilderer Luise und Manfred J. gewartet und noch die Richtungspfeile der Etappe zurück in unser Auto geladen. Die Abschilderer schildern morgen die 4. Etappe ab, während wir schon nach Mainz, dem Start der 5.Etappe fahren und diese schon in der ersten Hälfte ausschildern. Gegen 20 Uhr trafen wir uns zu sechst, Manfred P., Helmut, Manfred J. und Luise, Konstantin und ich zum Abendbrot. Wir werteten die vorangegangene Etappe aus und besprachen noch die Besonderheiten der folgenden. Irgendwann wurde es dann auch spät… 23.17 Uhr schlafen

Wiesloch

Sebastian und Rüdiger hatten an diesem Tag mit 117 km weit mehr als die Hälfte der 175 km langen 4. Etappe vor sich. Somit waren sie auch den ganzen Tag bis 17.30 Uhr damit beschäftigt, diese zu beschildern. Nach einem Abendbrot in der Gastwirtschaft „Zur goldenen Möwe“ (für Nichtwissende: MC Donalds) suchten sie ihr Hotel, welches äußerst ruhig an der Autobahn lag ,auf.



2.9.08

Ralf und Konstantin

Wiesloch

8 Uhr Frühstück. Das Tagesziel lautete heute die erste Hälfte der 5. Etappe Mainz-Winterberg zu schildern. Die Anfahrt nach Mainz waren etwas mehr als 100km und gegen 10.45 Uhr begannen wir dann auch mit der Arbeit. Die Neutralisation haben wir weggelassen, da Mainz auch Zielort ist und unsere Pfeile nicht zu Irritationen für andere Organisationsfahrzeuge werden. Der scharfe Start erfolgte genau auf der Theodor-Heuss-Brücke am Ortseingang Wiesbaden, der Landesgrenze Rheinland-Pfalz/Hessen. Unser Hotel lag schon bei km 90 der Etappe etwas Abseits der Strecke. Da die Gesamtdistanz der Etappe 218km betrug, hätten wir am nächsten Tag noch 118km zu schildern. Zu viel, wenn man die Fahrer im Nacken hat. Wir entschlossen uns etwas weiter zu schildern. Nach einer Kaffeepause 14 Uhr waren die Akkus wieder voll. Die Arbeit ging gut voran. Wir hatten noch 60km bis zum Ziel nach Winterberg und es war früher Abend… Ich sah Konstantin an- und als ob er wüsste was ich meine, sagte er: “Also ich bin noch fit“. Das bedeutete- wir machen durch. Ein Lächeln betrat mein Gesicht, je mehr wir heute machen umso weniger brauchen wir morgen machen. Wir hatten das schon öfter gemacht, können wir doch am Folgetag unsere eigene Arbeit kontrollieren- und ich hatte da noch einen Gedanken…
Gegen 21.30 Uhr waren wir im Hotel in Herborn. An der Rezeption wurden wir auf die Sauna aufmerksam gemacht. Und da es draußen etwas kalt war…2 Durchgänge haben gereicht. Gute Nacht 23.04Uhr.


Sebastian und Rüdiger

Alzey

Heute standen nur noch die restlichen 55 km der Etappe „Wiesloch-Mainz“ an. Durch das zeitige Frühstück um 6.30 Uhr war ihr Arbeitstag um 10.15 beendet und man konnte sich dem Treiben eines Zielortes widmen. In der Tourlounge lehnten sie sich zurück und bestaunten die emsigen Arbeiter des Zielbereiches.
Erwähnenswert ist außerdem das Verkehrschaos am Rande der 4. Etappe in Mainz. Kaum ein Busfahrer war informiert, dass ab 13.00 Uhr die Zielgerade von keinem Fahrzeug mehr passiert werden durfte. Die dadurch entstandenen Wendemanöver zogen sich bis zu 10 Minuten hin. Des Weiteren scheinen die Mainzer Gymnasiasten nicht die Schlauesten zu sein. Bis zu einer Stunde lang harrten sie an den betreffenden Haltestellen aus, trotz der Hinweise der Anzeigetafeln, dass eben diese Haltestelle nicht mehr angefahren wird. Nachdem Sebastian sie darauf hinwies(es waren knapp 100), stieß er auf Unverständnis und man glaubte die Busse kommen doch noch. Die Straßen waren bereits ersichtlich vollkommen gesperrt. Zu allem Überfluss wurde er noch nach dem Weg gefragt. Er entgegnete Leipziger zu sein, aber man wird ja mal eine Haltestelle laufen können und dann von dort aus den Heimweg finden, für einige wahrscheinlich doch zu schwer. Sebastian wartete wieder einmal geduldig bei der Dopingkontrolle auf Frösi, da dieser durch seinen 3. Platz mal wieder ran musste.
Nach dem Luise und Manfred J. eintrafen und die Schilder getauscht wurden, trank man in der Tourlounge noch ein Bierchen und verabschiedete sich auch wieder, denn Sebastian und Rüdiger mussten noch nach Limburg ins nächste Hotel.

3.9.08

Ralf und Konstantin

Aufwachen in Herborn. Gegen 8 gingen wir frühstücken. Wir ließen den Tag ruhig angehen, hatten wir doch am vorherigen die Etappe schon fertig geschildert. Mir ist das recht, wenn wir am ersten Tag einer Etappe möglichst viel, wenn nicht sogar alles schaffen, haben wir doch am folgenden Tag noch einmal Zeit alles zu kontrollieren und ggf. hier und da noch einen Pfeil nachzuschildern. Insgeheim war ich auch deshalb froh könnte ich doch ein Stück auf der Etappe selbst mit dem Rad fahren. So sah es aber nicht aus. Die Straßen in Herborn waren noch im trocknen und da wollte ich nun nicht losfahren. Wir fuhren gegen 9 Uhr auf Strecke und sahen uns unsere Arbeit vom Vortag noch mal an. An 3 Stellen haben wir noch mal nachgeschildert. Und tatsächlich: die Sonne kam raus, und mein früh verworfener Plan nahm plötzlich wieder Gestalt an. Ich dachte mir so 100 km könntest Du bis ins Ziel fahren. Bei km 95 vor dem Ziel habe ich mich dann aussetzen lassen um den Rest der Strecke mit dem Rad zu fahren. Der Wetterbericht hatte recht: Gegen Mittag aufkommender Regen: Genauso war es dann auch, die letzten 50 km bin ich dann auch im nassen gefahren. In Winterberg angekommen traf ich mich dann mit Konstantin, der sich wie ein Betreuer um mich kümmerte. Nach einer kurzen Dusche aus einer 1 ½ l Mineralwasserflasche war ich wieder frisch und warm angezogen (die Temperaturen lagen so um die 10 Grad) und dann gingen wir in die Tourlounge. Dort setzten wir uns ins warme und sahen den Rest der Etappe vom Fernseher aus. D.h. nicht ganz: Als die Fahrer den Zielberg an der Bobbahn in Winterberg erreichten traten wir auf die Tribüne heraus und sahen einen fulminanten Bergsprintsieg von Gerald Ciolek.
Im Anschluss gingen wir langsam den Berg hinab, einzelne verspätete Fahrer trafen noch im Ziel ein, u. a. Robert F. aus M., dem die Strapazen der Etappe anzusehen waren und fuhren ins Tourhotel nach Willingen. Manfred J. und Luise waren mit ihrem Abschilderauto schon da und hatten uns die Pfeile schon sortiert hingelegt, so dass wir sie nur noch einladen brauchten. Das war in ca. 3 min. erledigt. Wir checkten im Hotel ein und nach einer kurzen Dusche trafen wir uns zu einem sehr geselligen Abendessen. 23:26 schlafen.

Sebastian und Rüdiger

Aufwachen in Limburg.

Die 6. Etappe sollte in Bad Fredeburg bei Schmallenberg losgehen. Von Limburg ein Weg von etwa 200km und somit ging es für das zweite Team nach dem 6.30 Uhr-Frühstück los. Das Ausschildern bis zur Hälfte der Etappe in Lüneburg und dem nächsten Hotel erwies sich als recht zügige Angelegenheit, man fährt mal wieder über Land - und somit waren die beiden schon 15.00 Uhr im Hotel. Sebastian entspannte vor dem Fernseher, nutzte die Zeit um ausgiebig mit Frau und Kind zu sprechen und Rüdiger fuhr nach Bochum zu seiner Familie und trudelte gegen 21.00 Uhr wieder ein. Um fit für den nächsten Tag zu sein wurde auch nicht lange gefackelt und unter die Bettdecke geschlüpft, denn auch in diesem Hotel gab es bereits 6.30 Uhr Frühstück.

4.9.08

Ralf und Konstantin

Aufwachen in ? Wo war das doch? Wenn man so die ganze Woche unterwegs ist, weiß man das gar nicht mehr so genau und da muss man dann schon mal in den Plan sehen. Aber die Blöße gebe ich mir nicht und nach einigem Nachdenken fällt mir ein, dass es in Willingen war. Das Etappenende am Vortag lag ja in Winterberg - das klingt schon wieder ganz weit weg, obwohl es erst gestern war. Aber mit einigem Nachdenken rückt es schon wieder in die Erinnerung. Das Frühstück gab’s um 8:30 Uhr und gegen 10 sind wir dann zu Startort der 7.Etappe gefahren. Der lag in Neuss. Gegen 13:30 Uhr waren wir dann auch da, wir hatten unterwegs noch eine kleine Pause gemacht. Geschildert haben wir ab dem scharfen Start der Etappe, denn Neuss war ja heute auch Zielort und wir sahen auch die Pfeile der Kollegen des anderen Schilderteams. Damit es nicht zu Irritationen bei der Einfahrt der Fahrzeuge in Neuss kommt, haben wir die Strecke des neutralen Starts weggelassen. Ja das Ruhrgebiet, Kreuzung an Kreuzung, Abzweig an Abzweig. Wir wussten, dass wir etwas länger brauchen würden. Doch nach einer Stunde Schilderarbeit hatten wir 24 km geschafft. Für ein dicht besiedeltes Gebiet ein guter Wert. Doch bei einer Gesamtlänge von 214 km der Etappe wussten wir im hellen werden wir nicht fertig. Was ja nicht so schlimm ist, haben wir ja am morgigen Tag auch noch Zeit. Doch wir sind froh, wenn wir so viel wie möglich am ersten Tag schaffen. Bis km 150 sind wir gekommen. Das war in Ahlen - es war schon dunkel, es war genug und Lust hatten wir auch keine mehr. Es ist auch besser die Kreuzungen im hellen zu schildern, hat man doch einen besseren Überblick. Morgen sind es dann noch 64 km, wenn alles gut geht, müssten wir das in 2 ½ Stunden schaffen. Im Hotel in Dortmund waren wir dann gegen 22:15 Uhr. Duschen, noch Tourtagebuch schreiben (das mache ich immer abends und wenn ich noch so müde bin, sonst vergesse ich es) 23:02 Uhr schlafen

Sebastian und Rüdiger

Aufwachen in Lüdenscheid.
Letzter ernsthafter Arbeitstag für Sebastian und Rüdiger. 80 km lagen noch vor den beiden, weil auch am gestrigen Tag 20 km mehr geschildert worden war. Ende der 6. Etappe war in Neuss. An diesem Abend schliefen die beiden auch das erste Mal wieder mit den Abschilderern und den beiden Streckenfachwärten Helmuth und Manfred P. in einem Hotel. Luise und Manfred J. waren auch recht zügig und so konnte man den Tag noch sinnvoll gestalten. Luise und Sebastian liefen ins 500m entfernte Hotel der Gerolsteiner um Robert Förster und dessen Zimmerkollegen Ronny Scholz zu besuchen. Die beiden waren erfreut mal andere Leute als ihre Masseure, Betreuer und Teamkollegen zu sehen. Freudig nahmen Luise und Sebastian die von allen Fahrern unterschriebenen Radmützen entgegen und verabschiedeten sich nach einer knappen Stunde, denn die Fahrer wollten ausgeruht in die nächste Etappe gehen. Luise und Sebastian waren noch mit ein paar Sannis und dem Besenwagenfahrer verabredet um im nahe gelegenen Düsseldorf etwas trinken zu gehen…



5.9.08

Ralf und Konstantin

Aufwachen in Schwerte.
Der Tag wird für uns heute nicht so lang, haben wir doch nur noch 60 km zu schildern. Das ist uns auch recht, wir haben etwas Sicherheit in der Zeit und können einen Teil der Strecke noch einmal kontrollieren. Gegen 9:30 Uhr fahren wir los und kurz nach Unna kommen wir an er B1 auf die Strecke. Ahlen haben wir in 90 min. erreicht und ab da liegen die letzten 60 km der D-Tour 2008 vor uns. Die Arbeit geht schnell voran, wir fahren weitestgehend über Land und die Ortschaften sind kleiner als im Ruhrgebiet. Es gibt also weniger Abzweige und in reichlich 2 Stunden haben wir das Ziel in Georgsmarienhütte erreicht. Wir klatschten uns ab, fertig. Ab jetzt war Freizeit angesagt. Das andere Team um Sebastian und Rüdiger schilderten an diesem Tag das Einzelzeitfahren der Profis und Jedermänner in Bremen. In der Tourlounge machten wir es uns gemütlich, aßen etwas und warteten auf die Zielankunft. Die Tourlounge ist ein Bereich der im Ziel auf gebaut wird um Leute zu beköstigen, die die D-Tour finanziell und materiell unterstützen bzw. regional an der Organisation der Veranstaltung mit beteiligt waren, eine Art Dankeschön also.
Für uns ging es nach der Zielankunft nach Bremen, wo wir die nächsten 2 Nächte verbringen sollten. In Osnabrück waren wir noch mal kurz tanken und dann ging es auf die 140 km lange Fahrt. Es war abends als wir ankamen, ich traf mich noch mit Sebastian. Wir haben uns noch die Strecke des Einzelzeitfahrens angesehen. Unterwegs kamen wir am Hotel der Mannschaft von Cofidis vorbei. Der Mechaniker stand noch draußen und bereitete die Maschinen für den nächsten Tag vor. Wir hielten dort kurz um nach ein paar Flaschen zu fragen. Fragen kostet nichts und die Flaschen die wir bekamen dann auch nicht. Morgen gibt es noch vor dem Zeitfahren der Profis ein Jedermannzeitfahren an welchem wir beide und Luise teilnehmen wollten. Sebastian hatte uns schon einige Tage vorher gemeldet und so sollte diesem Vorhaben auch nichts im Wege stehen. Es war nun schon spät geworden und so blieb uns nichts weiter als uns Bett zu hauen. „Uns“ ist zuviel gesagt, Konstantin und ich hatten das erste Mal auf der Tour jeder ein Einzelzimmer.

Sebastian und Rüdiger

Aufwachen in Neuss.
Für Luise und Manfred sollte die 7. Etappe der letzte harte Arbeitstag werden. Während dessen fuhren Sebastian und Rüdiger 300km nach Bremen um die 8. Etappe, das EZF, auszuschildern. 34 km sind für das mittlerweile eingespielte Team kein Problem und so war das ganze auch in einer guten Stunde beendet. Somit konnte man sich ab 15.00 Uhr auf die Ankunft des restlichen Streckenteams freuen und man nahm sich dann auch schließlich sehr erfreut in die Arme, vor Allem weil man nun auch wusste, dass wir zu einer guten Deutschlandtour 2008 einen wertvollen Beitrag geleistet haben. Nun konnte man sich auf das abschließende Einzelzeitfahren freuen und die letzten Tage etwas Revue passieren lassen. Luise und Sebastian hatten nun aber die Sorge, dass ihr Plan im Gerolsteinerbegleitwagen mitfahren zu können platzte, da der Organisator Frösi leider aussteigen musste. Somit war das Unterfangen nicht gesichert, aber wie sich am nächsten Tag herausstellte wendete sich das Blatt noch zum Guten.

6.9.08

Aufwachen in Bremen. Das Inn-Side Hotel war schon wirklich was feines, vier oder fünf Sterne. Wir ließen den Tag mäßig ruhig angehen – duschen und Frühstück. Wir hatten zwar frei, aber auch private Dinge wollen organisiert sein und brauchen Disziplin. Heute fand im Vorfeld des Einzelzeitfahrens der Profis das Jedermanneinzelzeitfahren statt. Gegen 12 Uhr starteten jeweils im Abstand von 10 s Luise vom Abschilderteam, dann Sebastian und ich. Die 34km sollten doch schon in unter einer Stunde zu bewältigen sein. Auf dem sehr windanfälligen Kurs gelang uns das auch und wir kamen in umgekehrter Startreihenfolge dann auch ins Ziel. Wir waren etwas durchgeschwitzt. Und da wir den restlichen Tag nicht in den Radklamotten verbringen wollten entschlossen wir uns ins Hotel zurückzufahren, zu duschen und in Zivil wieder im Start/Zielbereich zu erscheinen. In einer Stunde war auch das erledigt. Wer zum duschen und fertig machen am längsten gebraucht hat muss nicht extra erwähnt werden, aber Sebastian und ich haben geduldig gewartet. Das heißt, ganz so geduldig war es dann doch nicht, da wir die Information bekommen haben, dass noch Fahrer für die Begleitautos der Profis gebraucht werden. Wir hatten unsere Bereitschaft kundgetan und sollten dann auch schon pünktlich am Start erscheinen. Als Fahrer wurden wir dann doch nicht gebraucht aber Luise und Sebastian hatten die Gelegenheit im Begleitauto vom Gerolsteinerfahrer Ronny Scholz zu sitzen. Für jeden Radsportfan ist es ein großes Erlebnis ein Rennen so nah mitzuerleben und die Stars in Aktion zu sehen. Der Wettkampftag endete mit einer Triumphfahrt des Columbiafahrers Linus Gerdemann, der an diesem Tag zwar „nur“ vierter wurde aber das gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte und so als Gesamtsieger der D –Tour 2008 hervorging. Nun könnte man meinen die D-Tour sei vorbei -aber nicht für uns! Am Abend hatten die Organisatoren von upsolut noch zu einer Abschlussfeier ins Musicaltheater in Bremen geladen. Zu acht saßen wir am Tisch: Manfred Petersohn und Helmut (unsere übergeordneten Leiter;) vom Kontrollfahrzeug, Sebastian und Rüdiger vom 2. Beschilderungsteam, Manfred Jörke und Luise, die Abschilderer und Konstantin und ich (Ralf) vom 1. Beschilderungsteam. Natürlich werteten wir alles noch mal aus und erzählten die eine und andere Geschichte. Dann wurden wir von Kai Rapp, dem Tourdirektor in den Vorstellungssaal des Musicaltheaters gebeten. Er dankte noch mal allen Mitarbeitern für ihren Einsatz und es gab für den einen und anderen schon eine Würdigung für die zehnmalige Teilnahme an der Tour. Unser Manfred P. war auch dabei. Die ARD hatte einen Zusammenschnitt mit Impressionen der Tour zusammengestellt und den sahen wir uns dann noch an. Der im Anschluss folgende gesellige Teil dehnte sich dann aus…

27.8.08-6.9.08

Luise und Manfred J.

- die Abschilderer. Ein Team, aus der Not geboren, durch die Umstände zusammen gekommen und durch die Arbeit zusammen geschweißt und trotzdem ein Erfolg und ein Erlebnis.
Auf den ersten Blick prallten hier Gegensätze aufeinander wie sie größer nicht sein können. Alt trifft jung, groß trifft klein, schwer trifft leicht, Mann trifft Frau und vor allem früh trifft spät. Aber hier kann man sehen: Die Liebe zum Radsport hält alles aus und lässt solche Unterschiede zur Nebensache verkommen. Fast.
Als Luise einen Tag vor unserer Abreise so spontan ihre Zusage gab mitzukommen, was uns alle sehr gefreut hat, wusste ich (Ralf), dass diese Beziehung gut gehen würde. Luise kannte ich kurz und der Manfred ist ein guter, er wird mit der Luise zurechtkommen. Und wenn man eine gewisse Unschärfe zulässt, war es dann ja auch so. Die beiden haben sich das erste Mal gesehen, als Manfred sie zusammen mit Sebastian zu Hause abgeholt hat.
Die Aufgabe während der Tour beider war, die von den beiden Ausschilderteams gesetzten Pfeile wieder einzusammeln. Das ist einerseits notwendig, da wir die Pfeile mehrmals benutzen und es ist auch eine Vorschrift seitens der Kommunen und Städte gibt, die Straßen und deren Anlagen wieder „besenrein“ zu verlassen. Aufgabe der beiden ist es, sich an der Startaufstellung einzufinden und am Ende des Trosses aufzustellen. Die Starts zu den Etappen erfolgen in der Regel zwischen 11 und 12 Uhr. Und spätestens hier gingen die Meinungen über den Beginn des gemeinsamen Tagesablaufs auseinander- weit auseinander. Natürlich kann Luise zeitig aufstehen, wenns sein muss. Aber wenn der Tag am späten Vormittag losgeht? Dann kann man doch…NEIN, kann man nicht! Manfred ist jemand, der auf Nr. sicher geht, er will nichts dem Zufall überlassen und er denkt auch an Kleinigkeiten, die seiner Arbeit in die Quere kommen könnten. Dieses Vorausschauende ist eine gute Eigenschaft, reduziert sie Unwägbarkeiten eines Radrennens doch auf ein Minimum. Das geht beim Abstellen des Autos über Nacht los (wie komme ich bei evtl. verstopften Straßen trotzdem pünktlich zum Start) und endet in der Besorgung der Getränke für unterwegs. Dieses auf Nummer sicher gehen beinhaltete auch einen zeitlichen Vorsprung. Der gemeinsame Arbeitsbeginn musste am jeweiligen Vorabend stets aufs Neue ausgehandelt werden. Der Autor war nie Zeuge eines solchen Gesprächs, aber auf Grund der Überlieferungen hinkt der Vergleich mit einem Basar nicht. Im Mittel ergab sich dann ein Beginn um 8:30 Uhr, was Luise immer noch zu zeitig erschien, aber das Trauma 7 Uhr beendete.
Manfred ist ein geselliger Gesprächspartner, war er doch selbst einmal aktiver Radsportler (u. a. Teilnahme an der Friedensfahrt) und kennt viele Details und Geschichten aus der Vergangenheit und dem Hier und Jetzt des Radsports. Dieses Wissen muss weitergegeben werden und Luise lauschte andächtig seinen Erzählungen. Diese überbrückten auch das ein oder andere „Abschildertief“, denn die Arbeit der beiden ist körperlich sehr anstrengend. Raus aus dem Auto, zum Pfeil, zurück, dann vielleicht noch über die Straße…rinn ins Auto weiter, wieder anhalten und das ganze im öffentlichen Straßenverkehr, denn die beiden werden irgendwann vom Feld abgehangen und die Polizei sperrt auch nicht so lange die Straßen. Doch die Anstrengungen wurden belohnt. Am Tag des Einzelzeitfahrens wollten Luise und Sebastian im Begleitfahrzeug von Gerolsteinerfahrer Ronny Scholz mitfahren. Diese Aktion geht nicht ohne Beziehungen. Tauschgeschäfte funktionieren immer. Der Mechaniker von Gerolsteiner wollte das Schild für die Ankündigung der Verpflegung für seinen Laden (gekreuzte Messer und Gabel mit Gerolsteinerlogo). Die beiden wollten mitfahren und das Schild wird auf Grund des Ausstiegs von Gerolsteiner als Sponsor sowieso nicht mehr gebraucht…und so ging auch dieser Wunsch in Erfüllung und ließ vergangene Strapazen vergessen.

7.9.08

…und noch nicht zu Ende.

Bremen.
Was jetzt kommt sind Arbeiten, die auch noch gemacht werden müssen: Die Autos und Materialien müssen zurück nach Hamburg. Manfred P. und Helmut sind mit jeweils einem Sprinter und unserem Material schon früh nach Hamburg gefahren, um alles abzugeben und dann mit dem Zug zurück nach Thüringen zu fahren. Die haben wir früh gar nicht mehr gesehen. Die Planung besagte, dass Manfred J. noch einen Mitarbeiter vom Pressezentrum, der auch in Leipzig wohnt, mitnimmt und Luise und Sebastian bei mir mitfahren. Luise fragte mich zögerlich am Vortag, wann wir denn losfahren würden. Ich sah die Angst in ihren Augen, dass eine einstellige Uhrzeit als Antwort bekommen würde. Uns treibt nichts, sagte ich, wir schlafen aus. Ich spürte, wie mich ein Wind der Dankbarkeit umwehte (zu einer Umarmung ist es nicht gekommen), am Abend war ja noch die Abschlussfeier und die wurde bekanntermaßen lang.
Gegen 12 fuhren wir dann in Bremen los und mit allerlei Pausen waren wir am Abend dann in L.

8.9.08

…und immer noch nicht zu Ende.

Leipzig. Da wir mit einem Leihauto unterwegs waren musste der natürlich noch zurückgebracht werden. Ausgepackt haben wir ihn schon. Ich traf mich mit Konstantin an meiner Garage, wir haben den Wagen noch etwas gereinigt und er hat ihn dann bei Sixt wieder abgegeben.

Aber jetzt ist’s zu Ende.
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