Am vergangenen Sonntag (10.02.) war es wieder soweit. 3:30 Uhr klingelt mein Wecker, das Außenthermometer zeigt minus 1 Grad und in einer Stunde soll es zum Fichtelberg gehen. Vor 5 Monaten war ich zum letzten Mal dort - es wurde also wieder Zeit :). Die Molkeriegel und das Powerbar-Gel hatte ich schon am Vorabend bereitgelegt, ebenso die Bananen und 3 Liter Getränke. 4:35 Uhr gehts los und auf den ersten Kilometern fällt es mir schwer, meinen Körper von der Sinnhaftigkeit dieses Unterfangens zu überzeugen. Ich werde auf der Tour noch öfter Überzeugungsarbeit leisten müssen...Der MP3-Player lenkt ab, die Straße ist leer und so geht es zügig über Großzössen - Lobstädt - Borna - Altenburg - Gössnitz - Ponitz. Hier mache ich meinen ersten Fotostop, um das wunderschöne Morgenrot einzufangen.
Ich rolle durch Crimmitschau - Dänkritz - Zwickau und dann weiter nach Kirchberg. Es geht auf circa 6 Kilometern mit konstanter Steigung voran und dann erwartet mich in Bärenwalde der erste Bergtest Richtung Lichtenau. 39/32 aufgelegt (Pizza lässt grüßen), die Sonne geniessen und kurbeln. Eine schöne Abfahrt ist der Lohn der Mühe, noch vielleicht 500m muss man auf der B169 zurücklegen, bevor es nach rechts weggeht in das erste größere Waldgebiet. Hier mache ich meinen zweiten Fotostop, baue mein Stativ auf und sogleich bremst der erste Autofahrer in Erwartung eines teuren Fotos. Die Talsperre Eibenstock lasse ich rechts liegen, ab Wolfsgrün begleitet mich die Zwickauer Mulde ein Stück, die ersten Rennradler tauchen auf, die Sonne scheint. Alles bestens. Nicht ganz.
Denn jetzt kommt das härteste Teilstück. Von Bockau über Jägerhaus bis zur Antonshöhe kommt es mir stellenweise vor, als ob ich eine senkrechte Wand hochfahre.

Rittersgrün - Tellerhäuser - Fichtelberg. Der Weg ist bekannt, schön zu fahren und leider bei bestem Wetter überfüllt mit Touris. Ich mache in einer Kurve kurz vor der langen 14%-Rampe einen Fotostop, stecke das Rad in den Schnee, schaue mir die entgeistert dreinblickenden Autofahrer an und esse einen Molkeriegel. Die ersten Langläufer tauchen auf, perverse Pistenbeschallung dröhnt aus den Lautsprechern

, Bockwürste für 2 Euro - ja, der Gipfel ist erreicht. Nach 6:11h reiner Fahrzeit bin ich am (Teil)ziel. Eine halbe Stunde gönne ich mir zur Erholung, dann geht es wieder heim mit vollen Flaschen und einem Lächeln auf den Lippen.
Ich fahre die gleiche Strecke zurück, der Wind weht kaum merklich aus NO, von einem Platten wurde ich bislang verschont, ich friere nicht und es ist noch hell. Soweit so gut. Das einzige Nahtoderlebnis auf der ganzen Fahrt habe ich kurz vor Saara. Ein A8 überholt mit über 100km/h und gefühlten 5cm Abstand. Wich...!!! In Altenburg wird's wieder Zeit die Lampen anzuknipsen, denn der Tag neigt sich bereits seinem Ende zu. Ich fühle mich noch gut, muss allerdings ab Borna ohne Getränke auskommen. Egal, die letzten 15 Kilometer schaff ich auch so noch und 18:30 Uhr ist das Projekt dann erfolgreich beendet.
Durchschnitt Hinfahrt: 22,3km/h
Durchschnitt Rückfahrt: 24,64km/h
Gesamtfahrzeit: 12:13h
Streckenlänge: 277,54km
Ich bin kein GPS-Junkie, weshalb die Höhenmeter hier nur geschätzt werden: mindestens 2...
Speedy