auch wenn das hier ein Rennradforum ist bin ich mal so frech hier meinen Bericht von meinem ersten Marathon (Leipzig nach Halle) reinzuposten, schließlich sind wir ja offen für neues und vielleicht bekommt ja auch jemand Lust sich über die 42,195km zu quälen...
Der Tag begann (für meine Verhältnisse) mit 6:15 ziemlich früh, aber ich habe die Nacht sowieso nicht sehr gut schlafen können. um 9:00 gings dann los mitm Auto in die Innenstadt zur Arena, was doch länger als erwartet gedauert hat, da ja ziemlich viel gesperrt war. Dort angekommen erstmal Läuferkluft angelegt und der erste Schock: Puls 140
Mittlerweile war natürlich die angepeilte zeit von 4:20h - 4h weit außer Reichweite (Lehre No.4: Auch wenns schwer fällt, aber setz dich nicht unter Druck, und habe Respekt vor dieser Strecke. Marathon ist eben doch viel mehr als 2x Halbmarathon). Irgendwie habe ich es dann doch bis Kilometer 38 geschafft, auch wenn ich eigentlich keine Kraft mehr hatte und der Besenwagen zusehends seine Schatten voraus warf. Dort bin ich dann einen echt tollen Typen und seine Frau geraten, die mich noch das letzte Stück begleitet und mir Mut gemacht haben. Wenn man erstmal soweit gekommen ist, denkt man auch nicht mehr ans Aufgeben. Wie erwartet zog es sich am Ende nochmal richtig lang hin, aber nach 5:33h überquerte ich dann laufender Weise (auch wenn nichts mehr geht - ein bisschen Würde muss schon sein) die Ziellinie. Das war wirklich das schönste was mir so bisher in meinem kurzen leben passiert ist, da floss auch mal ne Träne, nicht nur bei mir. Der Rest danach ist auch nicht weiter interessant.
Nun sitz ich hier und meine Beine tun richtig richtig weh, was die nächsten zwei Tage wohl auch nich besser (eher schlimmer) werden wird.
Zusammenfassend muss ich schon sagen, mann kann soviel lesen und Leute fragen wie man will - die typischen Anfängerfehler bleiben einem sicher nie erspart, egal ob man radfährt, läuft oder Mensch-Ärger-dich-Nicht spiet, das gehört eben dazu. Auch wenn es insgesamt weitaus schlimmer war, als ich es mir vorgestellt habe und meine Zielzeit weit verfehlt habe, bin ich nun doch richtig stolz, es geschafft zu haben. Vor einem Jahr war ich noch das, was man gemeinhin als "Kellerkind" bezeichnen würde und jetzt das. In dem vergangenen Jahr habe ich soviel gelernt, vor allem, was man mit ein bisschen Mut und Durchhaltevermögen alles Erreichen kann. Ich kann euch sowas nur ans Herz legen, auch wenn einige von euch das schon lange wissen: Tut es selbst, und ihr werdet wachsen.
Der Arme Staffelläufer ist übrigends über die vollen 42km gelaufen, was dieser Kerl heute geleistet hat ist echt Hammer und verdient bald mehr als bloßen Respekt.
schöne Grüße, Robert.