Große Gruppetto-Ausfahrt vom 20. Juli zum Süßen See

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Kantenwind
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Große Gruppetto-Ausfahrt vom 20. Juli zum Süßen See

Beitrag von Kantenwind » Di 22. Jul 2008, 11:27

Wieder wach?

So könnte man meinen, wenn man sich das Vorhaben vom 20.7.08, die Große-Grupetto-Ausfahrt ansieht. Avisiert waren ca.180 km, wobei sich während der Tour die Betonung mehr auf das ca. verlegte, geworden sind es dann 195, was dann eh keine Rolle mehr spielte und für manche sogar etwas über 200, doch dazu später mehr...
8:30 Uhr sollte es losgehen und die ersten (inkl. der Verfasser) kamen bereits 8:00 Uhr, Patrick erzählte da so etwas von Frühstück und Kaffee...nach und nach trudelten "die Gladiatoren der Landstraße" ein und man frozelte über das Wetter und andere Nebensächlichkeiten. So zur Nebensache geriet es nicht, ein fast wolkenloser Himmel ließ uns die Schauer vom Vorabend weit in die hinteren Hemisphären des Gedächtnisses rutschen. Mit dieser Art Optimismus startete der Pulk aus 12 Fahrern (auf dem Bild sind zwar nur 11 zu sehen-der Fotograf ist auch mitgefahren, Bild 657) gen Cosspudener See. Die sonntägliche Ruhe genossen alle und munter erzählend ging es auf die ersten Kilometer. In Knautnaundorf sollte sich das Versorgungsfahrzeug mit dem Pulk treffen, aber das zog sich bis kurz nach Rippach hin, weil die Vorstellungen über den Treffpunkt etwas auseinander gingen. Daß die Fahrt zur Herausforderung werden sollte ahnte da schon mancher, da uns ein kräftiger Westwind ins Gesicht blies, trotzdem zeigte der Tacho vorne meistens eine 3.., Nach einer reichlichen Stunde war Weißenfels erreicht und von nun an ging es nordwestwärts über Reichardtswerben nach Braunsbedra. Da der Wind seine Richtung nicht geändert hat, blies er nun von schräg vorn. Wir haben uns in der Führungsarbeit immer schön abgewechselt, ich habe das von hinten gut beobachtet :-) . Dann kam er doch, der Regen, langsam aber unaufhörlich fielen die Tropfen, ganz unmerklich erst auf den Lenker, dann klackte es auf den Helm, den Handrücken, die Knie...Ein banger Blick Richtung Westen ließ die Fahrt im Regen untergehen. Nein, dachte ich, nicht auf der Hinfahrt, wir sitzen am Süßen See und frieren-das war so nicht ausgemacht. Unsere Fahrt ging ab Langeneichstädt wieder Richtung Norden und da der Wind aber immer noch stur aus Westen kam zogen die Regenwolken kurz hinter uns vorbei und wir wurden von schlimmeren verschont. Dachten wir. Es wäre ja langweilig sonst, lächelte uns doch in Schafstädt ein Umleitungsschild an, welche unsere Strecke betraf. 10 (in Worten: zehn) km mehr! Nein! Wir fragten ein paar Einheimische ob wir da durch könnten mit dem Rad-"Ja, das geht schon" riefen sie fast schon im Chor, wir vertrauten und wussten nicht, dass sie mit Fahrrädern Mountainbikes meinten. Und tätsächlich, es lächelte uns eine schöne breite Asphaltstraße, welche ein Zubringer für die neue Autobahn werden soll, an.
Wo ist der Haken? Wieso eine Umleitung? Die Antwort wurde uns sogleich gegeben. Kurz nach der Autobahnbrücke begann ein Stück Straße, die Napoleon wahrscheinlich für seine Truppen bauen ließ, damals top, aber nicht geeignet für CUBE, STEVENS, KUOTA,SPECIALIST, KOGA MIATA, HEELER & Co. Das Kopfsteinpflaster hämmerte sich über unsere Handgelenke bis ins Hirn, Paris-Roubaix, leider kein Einzelfall. Mit 50 km/h wäre das Pflaster sicher etwas glatter gewesen, aber die konnte und wollte keiner fahren, zumal unser Materialwagen die Umleitung tatsächlich fahren musste und wir größere Defekte nicht brauchen konnten. Kleinere schon.
Kurz vor Ende der Kopfsteinpflasterstraße tat sich eine Baugrube auf welche nur auf einem kleinen Seitenweg zu umfahren ging. Rennräder haben auch gewisse Offroadeigenschaften, wenn man sie braucht- wir wissen das jetzt(Bild 658). Ein kleiner Platten verzögerte das Weiterfahren nur kurz, aber bei dieser Pause(Bild 659 u. 660) wurden auch schon Gedanken an das Eiskaffee wach, die sich mit der Frage: "Es ist doch nicht mehr weit, oder?" Bahn brachen. Von nun an wurde wieder fleißig in die Pedale getreten, denn wer schneller fährt ist eher da. Und über Röblingen am See und Asleben gelangten wir ans Ziel: Den Süßen See. Bei der Westumfahrung zeigte der Wind uns nochmal seine ganze Grausamkeit, wahrscheinlich wissend, dass wir seine Kräfte auf dem Rückweg schamlos ausnutzen würden (und müssten). Endlich, das Eiskaffee lächelte uns an und sein Wintergarten verschluckte uns. Kurz nach der Bestellung fiel ein Gewitterregen auf uns rein der uns besser nicht auf der Fahrt erwischt hätte. 5 min und der Spuk war vorbei. Der Wind sorgte für eine schnelle Trocknung der Staßen und nach rund einer 3/4 Stunde brachen wir wieder auf. Vor dem Rückenwind hat der Veranstalter noch einen kleinen Huckel für die Freunde der anaeroben Verbrennung eingebaut. Die Sepentinen Richtung Neehausen mussten einfach mit rein. Nach rechts Richtung Höhnstedt gab es nun kein halten mehr, man konnte sich mit Tempo 45 die Beine wieder locker fahren-was für ein Gefühl! Langenbogen und Teutschenthal hießen die nächsten Orte und über Holleben, Röpzig und Halle/Ammendorf ging es dann über Döllnitz und Burgliebenau durch die Elsteraue. In Wallendorf fuhren wir über Kötzschau nach Großlehna. Jörg Bauer wollte am Anfang der Runde uns noch bis Markranstädt begleiten und dann nach Rückmarsdorf nach Hause fahren, aber er hat sich in Wallendorf für den direkten Weg nach Hause entschieden, schade... .Zu dieser Zeit waren die meisten Gespräche verstummt, jeder hatte mit sich zu tun, denn die Gegenwindkilometer vom Anfang forderten ihren Tribut. In Thronitz gab es nochmal eine Schrecksekunde, als uns in einer unübersichtlichen Linkskurve ein Linienbus entgegen kam, zum Sonntag!
Keiner hatte mit dem anderen geechnet, aber der Bus kam noch zum halten und es ging weiter Richtung Heimat. Über Göhrenz, Albersdorf und Rehbach ging es wieder zum Cossi und das Wort Luftlinie bekam eine neue Bedeutung. Wie kreativ ein Mensch in der Wegfindung sein kann, wenn er nur noch ins Ziel kommen will. Ich glaube, wir wollten alle, dass es vorbei ist. Aber weit gefehlt: Anhand des Tachos konnte man erahnen,
dass wir die 200er Marke bis zum Grupetto nur knapp verfehlen würden. An der Mönchereistraße sagte Patrick dann: "Komm wir fahren noch ne Runde um den Markkleeberger". Ich hab erst gedacht, ich höre irgendeine
Aufzeichnung, aber das war ernst gemeint, zumal Sebastian das erste Mal eine 200 auf seinem Tacho sehen wollte. Sei es ihnen gegönnt, dachten ich und noch ein paar andere und fuhren direkt zum Grupetto. Aber einer verdient unseren größten Respekt: Uwe Jacob kam früh aus Borna mit dem Rad zum Start und da musste er nach der Ankunft am Grupetto auch wieder hin. Für ihn waren es an diesem Tag über 260 km. Respekt!(Bild 664, Uwe kurz vor seiner Heimfahrt nach Borna). Nach ein paar Minuten der Besinnung fuhren wir alle nach Hause....Wanne....essen...schlafen.

Beste Grüße,
Euer Ralf

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Floeri
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Re: Große Gruppetto-Ausfahrt vom 20. Juli zum Süßen See

Beitrag von Floeri » Di 22. Jul 2008, 11:30

Kantenwind hat geschrieben:Wieder wach?

Nach ein paar Minuten der Besinnung fuhren wir alle nach Hause....Wanne....essen...schlafen.

Beste Grüße,
Euer Ralf
:gruebel: Bei Kantenwind heißt der Ralf noch anders :tja: , Will er nicht Mitglied hier werden???? Oder wraum hat er seinen Adjudanten Kantenwind vorausgeschickt :gruebel: ?


Sebastian
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Re: Große Gruppetto-Ausfahrt vom 20. Juli zum Süßen See

Beitrag von Sebastian » Di 22. Jul 2008, 21:46

ralf liest nur lieber ;)
sorry ralf
sehr schöne wiedergabe der geschehnisse...ja und ich bin a bissl wie stolz auf meine 200 tolles gefühl. genau an der sparkasse am connewitzer kreuz blinkten sie auf, ich bin sogar extra langsam gefahren um diesen moment nicht zu verpassen ;)
die nächsten werden folgen

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