Die Tour de Farce...

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Frank
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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von Frank » Mo 31. Jul 2006, 20:23

peso hat geschrieben:Was soll's, ich trink' jetzt einen Whiskey...oder vier...
also Alkohol erhöht zwar den Testosteron-Wert, aber nur sehr wenig:

siehe hier: http://www.cyclingnews.com/news.php?id=features/2006/landis_beer

"The subjects ingested between 110-160 g of ethanol (2 g/kg bodyweight), and researchers found that it "increased the ratio between testosterone and epitestosterone in urine from 1.14 +/- 0.07 to 1.52 +/- 0.09 in four healthy male volunteers. (Effect of ethanol on the ratio between testosterone and epitestosterone in urine. Falk O, Palonek E, Bjorkhem I. Clin Chem. 1988 Jul;34(7):1462-4.). Landis was quoted at the time as saying that he'd only had one beer and a small amount of Jack Daniels later on. Even a pint of normal strength beer generally doesn't contain more than 20 g of alcohol, while a shot of whiskey contains about 10 g - a much lower level than was studied by the Swedish researchers."

Landis hatte wohl ein Verhältnis von 11:1 (!); noch Fragen? am Bier und am Whiskey lag es wohl nicht :?
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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von peso » Mo 31. Jul 2006, 20:40

Frank hat geschrieben:Landis was quoted at the time as saying that he'd only had one beer and a small amount of Jack Daniels later on.
Ach was, im letzten Interview waren es schon zwei Bier und vier Jack Daniels.

Ich bin ja auch für den Selbstversuch, aber mein Arzt weigert sich wegen "moralischer Bedenken".

Wenn die Weißkittel schon moralisch werden, ist es wohl bald vorbei mit diesem schönen Sport. Eine Schande aber auch!
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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von Gebirgsrenner » Di 1. Aug 2006, 08:19

Frank hat geschrieben:Landis hatte wohl ein Verhältnis von 11:1 (!); noch Fragen? am Bier und am Whiskey lag es wohl nicht :?
man sollte dabei auch nicht vergessen, am nächsten tag war es wieder hübsch heiss. wenn der gute floyd mit soviel sprit im blut losgeradelt wäre - hätte er doch schon die erste scharfe links-kurve nicht mehr treffen können...

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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von peso » Di 1. Aug 2006, 08:24

Gebirgsrenner hat geschrieben:
Frank hat geschrieben:Landis hatte wohl ein Verhältnis von 11:1 (!); noch Fragen? am Bier und am Whiskey lag es wohl nicht :?
man sollte dabei auch nicht vergessen, am nächsten tag war es wieder hübsch heiss. wenn der gute floyd mit soviel sprit im blut losgeradelt wäre - hätte er doch schon die erste scharfe links-kurve nicht mehr treffen können...
Mal ganz abgesehen davon, daß es sich - wie der Spiegel heute berichtet - um exogenes Testosteron handelte. Das wußte man auch schon vor Bekanntgabe des positiven Befundes, aber es ist ja kein Märchen zu schlecht, um nicht erzählt zu werden.

Trotzdem bleibt die Frage, was der gute Floyd eigentlich falsch gemacht hat.
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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von Mettwurstmädel » Di 1. Aug 2006, 08:41

Der gute Floyd hat unerlaubte Mittel zur Leistungssteigerung genommen...das hat er falsch gemacht. Und zugeben will er es auch nich. Genauso wie der Herr Ullrich oder Herr Basso oder Herr Armstrong oder ...

Ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, wie dumm man sein muss, damit man erstens dopt und dann noch sagt, dass es nich stimmt und am Pils liegt.
Besonders dann, wenn man ganz alleine eine schwere Alpenetappe bei der Tour de France in der 3. Woche gewonnen hat, nachdem man am Tag zuvor aufgrund eines Hungerastes (!!!) (mal im Ernst, die fahren nur Fahrrad, die machen sonst nix anderes...der hat nich vergessen zu essen, sonst is der noch dümmer als Knäckebrot...außerdem wird das auch durch die sportlichen Leiter kontrolliert... der hatte einfach keine Power mehr.)

Und am nächsten Tag fährt er allen davon... nee, schon klar. Und im Ziel rumbrüllen und aggressiv die Fotografen wegboxen... Doping is nich gut. Echt nich... und Lügen is noch viel schlimmer, weil man dann seine gesamte Reputation verliert.

Lieber wie Helge machen... Tut mal lieber die Möhrchen in die Trikotasche.

Grüße!

Steffen

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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von Gebirgsrenner » Di 1. Aug 2006, 08:42

peso hat geschrieben:Trotzdem bleibt die Frage, was der gute Floyd eigentlich falsch gemacht hat.
Vielleicht war es die Panik. Er wollte die Tour gewinnen, ist am Vortag höllisch eingebrochen, es war die letzte Alpen-Etappe, auf der er noch Zeit hätte gut machen können. Da gibt man sich schon mal mehr, als man eigentlich sollte (irgendwo habe ich gelesen, dass dies im profi-sport ein durchaus gängiges verhalten ist und die giftmischer ihre klienten regelmässig bremsen müssen beim einwerfen und spritzen und kleben)

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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von peso » Di 1. Aug 2006, 08:55

Mettwurstmädel hat geschrieben:Der gute Floyd hat unerlaubte Mittel zur Leistungssteigerung genommen...das hat er falsch gemacht. Und zugeben will er es auch nich. Genauso wie der Herr Ullrich oder Herr Basso oder Herr Armstrong oder ...
Na eben. Über die betrügerische Komponente müssen wir uns nicht unterhalten. Aber nochmal - EINE positive Probe während der gesamten Tour, noch dazu vom Sieger?

Ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, wie dumm man sein muss, damit man erstens dopt und dann noch sagt, dass es nich stimmt und am Pils liegt.
Das ist doch nicht dumm, sondern die übliche Strategie, die sich in der Vergangenheit als sehr effektiv erwiesen hat. Armstrong kam mit Leugnen durch, Ulle und Basso wird auch nichts passieren, Landaluze und Gonzales bekamen auch ein hübsches Papier, auf dem ihnen ein beneidenswert hoher Testosteronspigel bescheinigt wird. Nur Hamilton, den hat man über die Klinge springen lassen.

Es wäre schon interessant zu erfahren, welche Rechnung hier beglichen wurde und zwischen welche Mühlsteine der liebe Floyd da geraten ist.


@ Gebirgsrenner

Vielleicht war es die Panik. Er wollte die Tour gewinnen, ist am Vortag höllisch eingebrochen, es war die letzte Alpen-Etappe, auf der er noch Zeit hätte gut machen können...
Aber er wußte, daß er als Tagessieger automatisch getestet werden und die Probe mit Sicherheit positiv ausfallen würde. Was lief diesmal also anders als sonst, wenn die Ergebnisse schön im Laboreimer entsorgt werden - man möchte ja nur den Sport schützen.
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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von Gebirgsrenner » Di 1. Aug 2006, 09:01

peso hat geschrieben:Aber er wußte, daß er als Tagessieger automatisch getestet werden und die Probe mit Sicherheit positiv ausfallen würde. Was lief diesmal also anders als sonst, wenn die Ergebnisse schön im Laboreimer entsorgt werden - man möchte ja nur den Sport schützen.
das ist schon richtig, aber bei 8 min rückstand auf gelb und nur noch einer bergankunft bleibt die vernuft manchmal auf der strecke und das pflaster am ... du weisst schon. vielleicht haben sie sich auch einfach in der dosierung geirrt, vielleicht hat sich das testosteron bei der hitze nicht schnell genug abgebaut... vielleicht....

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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von Mettwurstmädel » Di 1. Aug 2006, 09:03

Oh Mann, der hat bei der falschen Tour gedopt. Wenn man schon potentielle Gewinner nich mitfahren lässt (Ulle, Basso, Wino...), weil die Blut für später abfüllen lassen.
Die Veranstalter hätten gerne eine "saubere" Tour, darum gehts. Und das "sauber" ist die Politik. Die Tour verliert ihren Wert als sportlicher Wettkampf, weil nur noch Doping-Geschichten in die Presse kommen. Ist ja auch klar, denn Skandale verkaufen sich prima. Und weil die Sponsoren langsam die Skandal-Geschichten satt haben, weil das eben kein gutes Marketing ist, muss die Tour für die Öffentlichkeit sauber werden. Damit das Geld wieder fliesst...

Dass Fahrer dopen, das weiss bei der Tour und in den Teams jeder. Der Floyd hätte sich einfach etwas zurückhalten müssen mit seinen Hodensackpflastern...

Ein 4:1 Wert wäre nicht so dramatisch gewesen, weil da die Grenze bei Doping-Kontrollen ist. Aber ein 11: 1 Wert? Der kommt raus. Ganz sicher.

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Re: Die Tour de Farce...

Beitrag von Gebirgsrenner » Di 1. Aug 2006, 09:12

Mettwurstmädel hat geschrieben:Die Tour verliert ihren Wert als sportlicher Wettkampf, weil nur noch Doping-Geschichten in die Presse kommen....
Da bin ich mir nicht so sicher. Es sollen ja auch in diesem Jahr wieder tausende Zuschauer an den Strassen gestanden und gejubelt haben. Und damit haben auch die Sponsoren wieder jede Menge public-viewing-points gesammelt. Erst wenn die Fernsehsender wirklich aussteigen aus den Übertragungen und nicht nur darüber nachdenken, wird der Sport für die Industrie nicht mehr interessant. Dann weicht das große Geld aus dem Radsport für das so mancher alles spritzen würde und dann - vielleicht - denkt der eine oder andere Fahrer auch mal darüber nach, ob das alles so richtig ist, was sie da machen. Aber so lange es weiter um Millionen Euro geht, bleibt das Unrechtsbewusstsein innerhalb der Fahrerkaste bei Null. Denn jeder sagt sich: die anderen machen es auch, warum soll ich darauf verzichten?

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